Scheint ein guter Ausblick für 2002 zu werden.....
München (vwd) - Der Chiphändler ce Consumer Electronic AG, München, will die ursprünglich für 2001 geplante Umsatzmarke von einer Mrd DEM nun im kommenden Geschäftsjahr überspringen. Das Ziel solle spätestens bis zum Amtsantritt seines designierten Nachfolgers Peter Bohn Anfang 2003 erreicht werden, erklärte Vorstandsvorsitzender Erich J. Lejeune am Mittwoch in einem Gespräch mit vwd. Voraussetzung hierfür sei jedoch, dass sich das Amerikageschäft im zweiten Halbjahr 2002 deutlich belebt und zudem Engpässe bei Chips auftreten. Trotz der Gewinnwarnung für das laufende Geschäftsjahr will Lejeune nach eigenen Angaben den in Aussicht gestellten operativen Verlust vermeiden. Dies sei aber nur bei einer Erholung der US-Wirtschaft im vierten Quartal möglich.
Auf Grund der flauen Marktlage in der Chipindustrie und den Terroranschlägen in den USA hat das am Neuen Markt notierte Unternehmen zuletzt Anfang Oktober seine Ertragsprognose deutlich gesenkt. Demnach könnte das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) sogar bei einem positiven EBITDA negativ ausfallen. Ursprünglich hatte der Konzern ein EBIT von mindestens 35 Mio DEM angekündigt. An der bereits Mitte des Jahres revidierten Umsatzprognose von rund 700 Mio DEM halte ce Consumer aber weiter fest, bekräftigte Lejeune.
Zu den Zahlen für das dritte Quartal, die am 13. November veröffentlicht werden, hielt sich der Vorstandsvorsitzende bedeckt. "Das dritte Quartal hat uns sicherlich nicht den Gewinn in den ersten neun Monaten weggepustet", sagte Lejeune. Er hoffe jedoch nun insbesondere auf das vierte Quartal, das erfahrungsgemäß das stärkste sei. Innerhalb der kommenden zehn Tage werde sich zeigen, ob es im Amerikageschäft Anzeichen für eine Erholung gibt. Entscheidend seien dabei die Weihnachtsverkäufe. Innerlich habe er sich jedenfalls noch nicht von seiner Absicht verabschiedet, um ein negatives EBIT herumzukommen. Allerdings halte er an der Gewinnwarnung nach wie vor fest.
Sobald die Konjunktur in Amerika wieder anspringe, werde sich auch die Ertragslage bei ce Consumer verbessern, glaubt Lejeune. Durch die Anschläge in den USA sei das Sicherheitsbedürfnis der Menschen nach den Worten von Bohn gestiegen, weshalb sich die Nachfrage für Sicherheits-, Controlling- und Biometrieprodukte erhöht habe. Von diesem Boom werde auch ce Consumer profiteren, da für diese Chips benötigt würden. Einen weiteren Zukunftsmarkt sieht das Unternehmen in Mexiko. Nach der Erschließung des brasilianischen Marktes wolle ce Consumer innerhalb der kommemden sechs Monate auch in Mexiko Fuß fassen. Insgesamt bestehe in Lateinamerika ein großes Entwicklungspotenzial, betonte Lejeune. Konkrete Akquisitionen seien derzeit aber weder dort noch woanders geplant.
Der Vorstandsvorsitzende dämpfte zudem Spekulationen über eine baldige Fusion mit dem ehemaligen Arbeitsgeber von Bohn, der ACG AG, Wiesbaden. Eine derartige Transaktion stehe zumindest in diesem Jahr nicht mehr an. "Der Markt wird uns beiden lehren, ob wir zusammengehen", erklärte Lejeune. Beide Unternehmen könnten auch alleine existieren. Die ce-Aktie sieht er auf ihrem gegenwärtigen Niveau von sieben EUR stark unterbewertet. Der wahre Wert des Papiers liege eher bei 20 EUR. +++ Marion Brucker