Rentenindex Rex entpuppt sich im Jahr 2002 als Kön

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Rentenindex Rex entpuppt sich im Jahr 2002 als Kön

 
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Rentenindex Rex entpuppt sich im Jahr 2002 als König

Weiteres Aufwärtspotenzial für Anleihen gilt aber als begrenzt
von Beatrix Wirth

 
Berlin -  Bescheidenheit zahlt sich aus – dafür ist das Jahr 2002 der beste Beweis. Investoren, die nicht mit den allergrößten Rendite-Erwartungen ins Rennen gegangen sind und statt auf Aktien auf Anleihen gesetzt haben, wurden reichlich belohnt. Erneut präsentierten sich die festverzinslichen Wertpapiere als sehr gute Wahl. Der deutsche Rentenindex Rex weist zum Jahresende ein Plus von 8,9 Prozent auf, während das Aktienbarometer Dax mit einem Minus von 44 Prozent das dritte Jahr in Folge negativ beendet hat.


Zum Jahresschluss servierte der Rentenmarkt den Anlegern sogar noch ein Sahnehäubchen: Die Jahresendrallye, auf die Aktionäre vergeblich gehofft hatten, entfaltete sich bei den deutschen Staatspapieren mit voller Kraft. So markierte der Bund-Future Ende Dezember ein neues Jahreshoch bei über 113 Zählern. Spiegelbildlich sanken die Renditen deutlich ab. Zehnjährige Bundesanleihen rentieren nun bei 4,2 Prozent. Zum Jahresende 2001 hatte die Rendite noch fünf Prozent betragen.


Mit Blick auf das neue Jahr stehen Renten-Investoren aber vor ähnlichen Problemen wie die Aktien-Anleger. Die Fragen, die beide gleichermaßen quälen, sind die nach den Konjunkturperspektiven und den Kriegsgefahren. Die Antworten darauf sind ungewiss – und entscheiden gleichzeitig darüber, welche Asset-Klasse 2003 die andere übertrumpfen wird.


Die Experten bevorzugen in ihren Ausblicken ein moderates Basisszenario, das weder große Kursgewinne noch massive Kursverluste für Staatsanleihen verheißt. Die Mehrheit rechnet zunächst mit einer Seitwärtsbewegung des Rentenmarktes und im weiteren Jahresverlauf mit einem sukzessiven Anziehen der Renditen. Einer WELT-Umfrage unter deutschen Bankhäusern zufolge rechnen die Strategen zum Jahresende 2003 durchschnittlich mit einer Rendite von 4,78 Prozent bei den zehnjährigen Bundesanleihen.


„Bis zum Auftreten klarer Zeichen einer konjunkturellen Besserung vor allem in den USA ist in den kommenden Monaten international mit einer Seitwärtsbewegung der Renditen zu rechnen“, umreißt Christoph Balz von der Commerzbank die vorherrschende Position. Er erwartet, dass ab der Jahresmitte eine Wirtschaftsbelebung deutlich wird, die die Notenbanken zu einem geldpolitischen Kurswechsel veranlassen und entsprechend zu einem Anstieg der Renditen führen wird. Mit weiter sinkenden Renditen rechnet er nur im Kriegsfall oder bei einem erneuten Absturz des Aktienmarktes.


Auch Andreas Speer von der Bayerischen Landesbank beschreibt die Chancen auf Kursgewinne bei Staatsanleihen im kommenden Jahr als „nicht mehr so günstig“. Er verweist dabei auf die Kopplung der europäischen Rentenmärkte an die US-Treasuries, die ihre Renditetiefs bereits durchschritten haben. „Der US-Rentenmarkt, der für die Entwicklung der europäischen Anleihenmärkte nach wie vor richtungsweisend ist, profitierte 2002 von zahlreichen ?positiven‘ Einflussfaktoren, die zu überbieten und damit nochmals einen deutlichen Renditerückgang auszulösen sehr schwer sein wird“, so Speer. Die Experten der Hamburgischen Landesbank rechnen zudem mit einer zunehmenden Konkurrenz durch Unternehmensanleihen. „Das Emissionsvolumen wird in diesem Segment wieder zunehmen. Bei einem attraktiven Renditeaufschlag bieten sich den Investoren dann verstärkt Alternativen zu Staatsanleihen“, so die Strategen. Die verstärkte Emissionstätigkeit des Bundes – insgesamt will die Bundesregierung Papiere im Volumen von 208 Mrd. Euro begeben nach 191 Mrd. Euro im Jahr 2002 – beschreiben Rentenexperten unterdessen als nicht belastend. Diese Größenordnung sei am Markt erwartet worden.


Aber bei aller Skepsis: Allzu niedrig müssen Anleihen-Besitzer ihre Erwartungen an 2003 nicht stecken. Charttechniker beschreiben den Aufwärtstrend des Bund-Future als intakt; die Experten der Helaba Trust rechnen damit, dass die Nervosität bezüglich eines Irak-Krieges im Januar zunehmen und Renten beflügeln wird. Und dann gibt es noch die Statistik: Im Januar habe der Rentenmarkt stets die zweitbeste Performance des Jahres gebracht, so Helaba Trust. Dies liefere ein zusätzliches Argument für einen guten Jahresauftakt.

Artikel erschienen am 31. Dez 2002
www.welt.de/data/2002/12/31/29086.html


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