RATGEBER: Kaffeekochen im Büro


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RATGEBER: Kaffeekochen im Büro

 
24.04.02 11:02
Sie gehören zu den Verlierern, die immer Kaffee kochen? Die ewig an der Kaffeebar stehen, auf die Pumpkanne drücken, aber keinen Kaffee erhalten, sondern lediglich fäkale Geräusche produzieren, welche die Aufmerksamkeit eines kompletten Großraumbüros voller kichernder Kollegen auf sich ziehen? Wie schaffen es eigentlich die Anderen, immer Kaffee zu bekommen?

Grundsätzlich unterscheiden wir mehrere Arten von Sozialverweigerern, deren einziges Unterfangen der Frage gilt: "Wie kann ich erkennen, ob die Kanne noch genügend Kaffee hergibt, ohne mich in die Zwickmühle zu bringen, Neuen kochen zu müssen?"

Der Eilige: ("Ich muß in einer Minute ins Meeting!") Unser Tip: Holen sie sich fünf beliebige Ordner aus dem Regal, die sie sich umständlich unter den Arm klemmen und einen Bleistift, den sie hinters Ohr stecken. Wirken sie hektisch, schauen sie in der Kaffeeschlange beständig auf die Uhr. Seufzen sie demonstrativ. Seufzen sie noch lauter, wenn sie sich den letzten Rest Kaffee nehmen, als sei auch das Schicksal in dieser schweren Stunde gegen sie. Dann einfach mit den Schultern zucken und weggehen.

Der Wichtige: ("Mein Job ist so wichtig, ich kann meine Zeit nicht mit Kaffeekochen verplempern!") Der unverfrorenste Typus, der häufig unter Managern angetroffen wird. Unser Tip: Kaffee einschenken, distinguiert und überlegen dreinschauen, weggehen. Kann von Jedem in kürzester Zeit gelernt werden, da kaum Übung erforderlich, nur ein Mindestmaß an asozialer Arroganz.

Der Unfähige: ("Ich kann das nicht!") Unser Tip: Den Volldeppen spielen. Das Kaffeepulver in die Kanne schütten und die Maschine ohne Wasser starten. Nach einer kurzen Einweisung durch genervte Kollegen beim zweiten Versuch Wasser einfüllen, aber den benutzen Filter vom letzten Mal benutzen. ("Wieso? Da war doch noch Kaffee drin?!") Diese Vorgänge im Wechsel solange wiederholen, bis er beginnt, unglaubwürdig zu wirken. Dann Wasser und Kaffeepulver einfüllen, aber die Maschine einschalten, ohne die Kanne drunter zu stellen. Spätestens dann übernimmt jemand anderes die Aufgabe freiwillig.

Der Beleidigte: ("Warum muß immer ich Kaffee kochen?") Unser Tip: Üben sie den beleidigten Blick schon morgens vor dem Spiegel. Führen sie eine Strichliste, die sie ausdrucken, an die Küchenzeile heften und die belegt, daß sie derjenige sind, der am häufigsten Kaffee kocht. Auch hier ist lautes Seufzen sinnvoll, besonders, wenn jemand vor ihnen in der Schlange von den Früchten ihres schweren Tagewerkes profitiert. Hüllen sie sich in grobes Sackleinen, das wirkt überzeugender. Machen sie heimlich für jede Kanne, die sie selbst kochen, zwei Striche.

Der Taktiker: Wenn sie mit dem Blick auf den Kaffeeautomaten sitzen, gehören sie zu den Auserwählten. Hier ist jederzeit die Kontrolle über den Füllstand möglich. Nie wieder werden sie eine Überraschung erleben, nie wieder wird ihnen jemand das begehrte Gebräu vor der Nase wegschnappen. Erfahrene Taktiker kennen die Regelzeiten, an denen der meiste Kaffee verzehrt wird und gehen eine Minute vorher los. Erfahrene Taktiker suchen sich eine Tasse entsprechender Größe aus und schenken sich den Kaffee so ein, daß er bequem für sie ausreicht, aber für den Nachfolgenden Hohn und Spott bereithält. (Kenntnisse des Spiels "Wer das letzte Streichholz zieht, verliert!" sind hier von äußerstem Vorteil!)

Der Uninteressierte: ("Ich will ja gar keinen Kaffee!") Unser Tip: Steht der Kaffeautomat an einer für sie uneinsehbaren Stelle, gehen sie mit ihrer Tasse trotzdem zielstrebig zur Küchenzeile. Stellen sie fest, daß sie von ihren Kollegen argwöhnisch beobachtet werden, die sich bereits ins Fäustchen lachen und daß sich in der Kanne nur noch eine Pfütze Kaffee befindet, stellen sie ihre Tasse demonstrativ in die Spülmaschine und kommen später wieder.

Schwieriger wird es, wenn es sich bei der Kanne um eine sogenannte Pump- oder Thermoskanne handelt. Durch ihre systemimmanente Undurchsichtigkeit wird ihre Benutzung zum schweißtreibenden Roulette-Spiel. Aber auch hier gibt es Tricks, wie man ums Kaffeekochen herum kommt. Die meisten dieser Methoden erfordern allerdings, daß sie Hand an die Kanne anlegen. Hier also zwingend vorher verifizieren, ob sie beobachtet werden!

Die Rüttelmethode/ Neigungsmethode: Je mehr Kaffee, je mehr Massenträgheit. Eine vollständig mit Kaffee gefüllte Kanne erzeugt bei dem Versuch, sie anzukippen, einen ganz anderen "Force Feedback" als eine leere Kanne.

Die Druckmethode: Den Bügel vorsichtig nach unten drücken, den Druck des Strahls beobachten. Bei Blasenbildung oder kompromittierender Geräuschentwicklung schnell mit dem Druck nachlassen oder mit vermindertem Druck die Tasse so weit als möglich füllen.

Die Wiegemethode: Klar, die einfachste und effektivste Methode der Füllstandschätzung! Einfach die Kanne anheben und aufgrund des Gewicht auf die Flüssigkeitsmenge schließen.

Sie sehen: Es ist ganz einfach! Ihrer Phantasie sind keine Grenzen gesetzt! Alle Methoden lassen sich auch in Kombination anwenden. Gehören auch sie bald zu den Gewinnern an der Kaffeebar!

zyn.de

Gruß    RATGEBER: Kaffeekochen im Büro 645129home.arcor.de/megagifs/menschen/bilder/strich9.gif" style="max-width:560px" >
Happy End
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Elend:

Happy, das passt heute wie die Faust

 
24.04.02 11:11
aufs Auge. Heute werden unsere alten Kaffeemaschinen abgeholt (Vertrag beendet), dafür haben wir aber vom neuen Lieferanten gerade das ganze Zeugs erhalten (Kann nich mal einer den Kaffee-Zucker-Milch-Filterberg wieder aufbauen ... häh ? ;-)

Werde das Teil gleich über die Maschine hängen (das "wer-hat-den-letzten-genommen-und-keinen-gekocht"-Problem haben wir hier öfters)
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