@R. Sommer: und nu, die "solide durchfinanzierte"


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DarkKnight:

@R. Sommer: und nu, die "solide durchfinanzierte"

 
22.02.01 10:23
Telekom ist wohl noch in Erklärungsnotstand?

Nach seiner Kurzstellungnahme in den "Tagesthemen" darf sich Telekom-Chef Ron Sommer getrost auf einen längeren Auftritt in der beliebten ZDF-Reihe "Was nun . . . ?" vorbereiten. Dort kann der für seine straffe Führungsphilosophie bekannte Konzernlenker der breiten Öffentlichkeit von "Volks-Aktionären" (und vielleicht auch dem einen oder anderen eingeschalteten institutionellen Investor) erläutern, worin die "glasklare Strategie" der Deutschen Telekom besteht. Denn allmählich müssen sich die bereits arg gebeutelten T-Aktionäre fragen, ob die Konzernführung unter Sommer noch ihren Interessen dient oder diese - mangels Übersicht - aus dem Auge verloren hat.
Die Wertberichtigung des Immobilienbestands um 2 Mrd. Euro ist im Verhältnis zum Ausgangswert von 17,2 Mrd. Euro sicher nicht dramatisch. Dies umso weniger, als die Minderbewertung keinen Einfluss auf die Liquidität oder die gewöhnliche Geschäftstätigkeit der Deutschen Telekom hat. Gleichwohl wirft ein solcher Schritt, der wenige Wochen nach der Bekanntgabe des vorläufigen Jahresgewinns für 2000 zu einer nicht unerheblichen Korrektur beim Konzernüberschuss zwingt, doch die Frage nach einer transparenten Finanzmarktkommunikation auf. In Anbetracht der anhaltenden Zweifel über die strategische Ausrichtung des Mobilfunks, die auf der gesamten Branche lasten, des unbefriedigenden Geschäftsgangs bei der Internet-Tochter T-Online und der von Sommer selbst häufig beklagten Bürden der Regulierung, die allesamt die T-Aktie belasten, kommt diese Wertberichtigung zur Unzeit. Immerhin aber kann sie noch damit begründet werden, dass die Telekom, bevor der Verkauf der Immobilien im größeren Stil anläuft, eine Einzelbewertung vornehmen wollte, um sozusagen ein klareres Bild vom Wert der Immobilien zu haben.

Eine solche Intention kann für den Teilverkauf der Anteile an Sprint indes nicht herangezogen werden. Über deren Bewertung entscheidet täglich die Börse. Die Aktie hat binnen Jahresfrist rund zwei Drittel an Wert verloren. Warum die solide "durchfinanzierte" Telekom gerade jetzt ihre Anteile verkauft, dürfte den Aktionären kaum zu vermitteln sein. Der Buchgewinn fällt jedenfalls recht niedrig aus und steht in keinem Verhältnis zu den Ambitionen von Sommer, der vor gut einem Jahr für den Sprint-Verkauf insgesamt noch fast das Zehnfache des ursprünglichen Investments - 21 Mrd. DM - in Aussicht gestellt hatte. Wie passt dieser Notverkauf zu der sonst betonten Gelassenheit beim Verkauf der nichtstrategischen Aktiva? "Wir haben keinen Zeitdruck", lautete bisher stets Sommers Motto. Vielleicht hat er selbst bald welchen.




Börsen-Zeitung, 22.2.2001

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