Quo vadis Neuer Markt ?- Attraktive Einstiegsniveaus
- Von Elke Pfeifer, dpa-AFX - FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Neue Markt kommt drei Jahre nach seinem Debüt in Frankfurt nicht zur Ruhe. Die ehemalige Geldmaschine, die Anlegerträume wahr werden ließ, gerät immer mehr ins Stocken. Mit dem Münchener Lizenz- und Filmrechtehändler EM.TV steht erstmals möglicherweise ein Börsenstar und Indexschwergewicht am Neuen Markt vor einer Übernahme. Noch Anfang des Jahres verblüffte EM.TV-Gründer Thomas Haffa die internationale Szene, als der Selfmade-Milliardär die halbe Formel 1 und die "Muppetshow" aufkaufte.
Anleger der ersten Stunde konnten sich zwischenzeitlich über ein Kursplus von weit über 20.000 Prozent freuen. Wer beim Börsenstart am 30. Oktober 1997 10.000 DM anlegte, saß Mitte 1999 bereits auf einem Paket von 1,7 Mio. DM. Am Donnerstag zeigte sich die Aktie mit rund 19 Euro meilenweit von ihrem 120-Euro-Höchststand entfernt. Nach dem rasanten Fall des Börsenkurses, Unregelmäßigkeiten in der Bilanz und Gerüchten über Liquiditätsprobleme muss der einstige Börsenliebling jetzt um seine Eigenständigkeit fürchten. Medienmogul Leo Kirch soll schon bereit stehen, um sich EM.TV einzuverleiben. Eine Einigung steht nach Angaben aus unternehmensnahen Kreisen kurz bevor.
Die Zukunft für die Medienbranche beurteilte ein Analyst einer Frankfurter Bank indessen optimistisch. Die "Eiszeit" sei mit Sicherheit bald vorbei. Ebenso werde die momentane Welle der Quiz- und Gameshows abebben: "Dann finden Spielfilme wieder zu ihrer Attraktivität zurück." Derzeit haben Filmrechte- und Lizenzhändler wie Helkon Media oder Kinowelt Medien noch Probleme, ihre Filmpakete bei Fernsehsendern abzusetzen.
Die Chance auf nachhaltig steigende Kurse am Neuen Markt hängt nach Meinung von Andre Köttner kurzfristig von den Geldströmen bei den Fondsgesellschaften ab. Anleger sollten sich bei ihrer Kaufentscheidung auf Unternehmen konzentrieren, die bereits Gewinne erwirtschaften, sagte der Fondsmanager von Un ion Investment im Gespräch mit dpa-AFX. Nach der Positionierung im Marktsegment sollte auch die Unternehmensbewertung die Kaufentscheidung bestimmen. "Auf Sicht von drei Jahren gibt es derzeit attraktive Kursniveaus am Neuen Markt", zeigt sich Köttner, der seit zwei Jahren den Euro Action Neuer Markt-Fonds für die Union Investment betreut, optimistisch.
Auch wenn weitere Unternehmenspleiten an der Technologiebörse wahrscheinlich sind, sollte sich der Gesamtmarkt erholen. Auch die Deutsche Bank gibt den Neuen Markt nicht auf: Die enormen Kursschwankungen seien eine normale Korrektur gewesen, sagte der Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Norbert Walter, am Donnerstag im DeutschlandRadio Berlin.
Beim Indexschwergewicht T-Online sorgten am Donnerstag der neue Chef, Thomas Holtrop und die Neunmonats-Zahlen für Wirbel. Die Aktie der Telekom-Tochter ist mit derzeit rund 16 Euro für Fondsmanager Köttner immer noch zu teuer bewertet. Das schwache Umfeld für Werbeeinnahmen und der steigende Druck auf die Preise für den Zugang zum World Wide Web dürften den Kurs der Aktie eher belasten. "Der neue Mann an der Spitze dürfte durch die Stärke der Mutter Telekom einen schweren Stand haben", mutmaßt der Fondsexperte.
Andre Köttner zeigt sich trotz aller Turbulenzen am Neuen Markt optimistisch: "Unser Kursziel für den Nemax 50 liegt zum Jahresende 2001 bei 5.000 Punkten."/ep/ub
- Von Elke Pfeifer, dpa-AFX - FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Neue Markt kommt drei Jahre nach seinem Debüt in Frankfurt nicht zur Ruhe. Die ehemalige Geldmaschine, die Anlegerträume wahr werden ließ, gerät immer mehr ins Stocken. Mit dem Münchener Lizenz- und Filmrechtehändler EM.TV steht erstmals möglicherweise ein Börsenstar und Indexschwergewicht am Neuen Markt vor einer Übernahme. Noch Anfang des Jahres verblüffte EM.TV-Gründer Thomas Haffa die internationale Szene, als der Selfmade-Milliardär die halbe Formel 1 und die "Muppetshow" aufkaufte.
Anleger der ersten Stunde konnten sich zwischenzeitlich über ein Kursplus von weit über 20.000 Prozent freuen. Wer beim Börsenstart am 30. Oktober 1997 10.000 DM anlegte, saß Mitte 1999 bereits auf einem Paket von 1,7 Mio. DM. Am Donnerstag zeigte sich die Aktie mit rund 19 Euro meilenweit von ihrem 120-Euro-Höchststand entfernt. Nach dem rasanten Fall des Börsenkurses, Unregelmäßigkeiten in der Bilanz und Gerüchten über Liquiditätsprobleme muss der einstige Börsenliebling jetzt um seine Eigenständigkeit fürchten. Medienmogul Leo Kirch soll schon bereit stehen, um sich EM.TV einzuverleiben. Eine Einigung steht nach Angaben aus unternehmensnahen Kreisen kurz bevor.
Die Zukunft für die Medienbranche beurteilte ein Analyst einer Frankfurter Bank indessen optimistisch. Die "Eiszeit" sei mit Sicherheit bald vorbei. Ebenso werde die momentane Welle der Quiz- und Gameshows abebben: "Dann finden Spielfilme wieder zu ihrer Attraktivität zurück." Derzeit haben Filmrechte- und Lizenzhändler wie Helkon Media oder Kinowelt Medien noch Probleme, ihre Filmpakete bei Fernsehsendern abzusetzen.
Die Chance auf nachhaltig steigende Kurse am Neuen Markt hängt nach Meinung von Andre Köttner kurzfristig von den Geldströmen bei den Fondsgesellschaften ab. Anleger sollten sich bei ihrer Kaufentscheidung auf Unternehmen konzentrieren, die bereits Gewinne erwirtschaften, sagte der Fondsmanager von Un ion Investment im Gespräch mit dpa-AFX. Nach der Positionierung im Marktsegment sollte auch die Unternehmensbewertung die Kaufentscheidung bestimmen. "Auf Sicht von drei Jahren gibt es derzeit attraktive Kursniveaus am Neuen Markt", zeigt sich Köttner, der seit zwei Jahren den Euro Action Neuer Markt-Fonds für die Union Investment betreut, optimistisch.
Auch wenn weitere Unternehmenspleiten an der Technologiebörse wahrscheinlich sind, sollte sich der Gesamtmarkt erholen. Auch die Deutsche Bank gibt den Neuen Markt nicht auf: Die enormen Kursschwankungen seien eine normale Korrektur gewesen, sagte der Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Norbert Walter, am Donnerstag im DeutschlandRadio Berlin.
Beim Indexschwergewicht T-Online sorgten am Donnerstag der neue Chef, Thomas Holtrop und die Neunmonats-Zahlen für Wirbel. Die Aktie der Telekom-Tochter ist mit derzeit rund 16 Euro für Fondsmanager Köttner immer noch zu teuer bewertet. Das schwache Umfeld für Werbeeinnahmen und der steigende Druck auf die Preise für den Zugang zum World Wide Web dürften den Kurs der Aktie eher belasten. "Der neue Mann an der Spitze dürfte durch die Stärke der Mutter Telekom einen schweren Stand haben", mutmaßt der Fondsexperte.
Andre Köttner zeigt sich trotz aller Turbulenzen am Neuen Markt optimistisch: "Unser Kursziel für den Nemax 50 liegt zum Jahresende 2001 bei 5.000 Punkten."/ep/ub