Quo vadis, Fed?

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Quo vadis, Fed?

 
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Quo vadis, Fed?


US-Notenbank-Chef Alan Greenspan  
Wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein. Dieses alte Sprichwort scheint sich nun in punkto Konjunktur zu bewahrheiten. Wurden die Amerikaner bis vor kurzem nicht müde, von der Überlegenheit ihres Systems zu schwärmen, laufen sie nun Gefahr, eines Besseren belehrt zu werden. Grund des Anstoßes: Während vor allem in Europa die konjunkturellen Frühindikatoren auf einen empfindlichen Rückschlag deuteten, nehmen jetzt auch in den USA die Sorgen vor einer spürbaren Wachstumsverlangsamung zu. Vielmehr noch, es droht eine Stagflation. Anders als in Europa braut sich derzeit eine gefährliche Mischung aus nachlassendem Wachstum und gleichzeitig anziehender Inflation zusammen.
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Amerikaner in der Zwickmühle
Für Amerika macht sich bemerkbar, dass der Ölschock zum einen die Angebotsbedingungen für Unternehmen verschlechtert, denen bei steigenden externen Energiekosten nur zwei Anpassungsmöglichkeiten bleiben: Entweder erhöhen sie ihre Absatzpreise, was die Inflation treibt und womöglich Marktanteile kostet, oder die Gewinnmargen sinken, was tendenziell die Investitionsfreude dämpft. Zum anderen werden die Konsumenten durch höhere Energierechnungen belastet, was den privaten Verbrauch belastet.

US-Verbraucherpreise steigen

Während die Firmen in ohnehin kriselnden Ländern wie Deutschland kaum noch Möglichkeiten haben, höhere Preise an die Kundschaft weiterzugeben, haben sich die schlechteren Angebotsbedingungen in den USA bereits in den Verbraucherpreisen niedergeschlagen: Die Inflation liegt mit 3,1 Prozent inzwischen deutlich über der deutschen, die weniger als 2,0 Prozent erreicht. Auch die Teuerung ohne die Bereiche Nahrungsmittel und Energie steigen in den USA, weil die Produzenten anderer Güter versuchen, ihre höheren Rohstoffkosten auf die Kunden abzuwälzen. Gleichzeitig fielen die US-Einzelhandelsumsätze ohne Autos und Benzin zuletzt um 0,1 Prozent – die Energiepreise scheinen sich somit negativ auf den Konsum auszuwirken.

Euro wird 1,30-Dollar-Marke zurückerobern
Das Dilemma der US-Notenbank: Die steigende Inflation spricht für schnellere Zinserhöhungen, die schwächere Nachfrage dagegen. In Europa dämpfen höhere Energiekosten vor allem die Nachfrage, was tendenziell für ein weiteres Abwarten der Europäischen Zentralbank (EZB) spricht. Wechselkursänderungen bei EUR/USD bleiben jedoch dollarindiziert. Dabei dürfte sich der Greenback angesichts der in dieser und der kommenden Woche anstehenden Konjunkturdaten volatil zeigen. Insgesamt sollte EUR/USD die Marke von 1,30 wieder zurückerobern


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