- Carnival kehrt nach 6 Jahren Pause zur Dividende zurück.
- Die Quartalsdividende beträgt 0,15 US-Dollar je Aktie.
- Erwartungen für den Nettogewinn 2026 liegen bei 3,5 Milliarden.
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Carnival: Tourismus-Boom rettet vor der Pleite
Auf dem Höhepunkt der Corona-Pandemie mussten Anlegerinnen und Anleger noch eine mögliche Pleite des hochverschuldeten Kreuzfahrtanbieters Carnival, einem Mitbewerber von TUI, durchspielen. Doch der Reiseboom und die hohe Resilienz von Tourismusausgaben hat das Unternehmen gerettet.
Die Geduld hat sich für Investoren ausgezahlt. Die Anteile konnten sich in den vergangenen Jahren deutlich von ihrem Crash-Niveau erholen. Jetzt belohnt Carnival die Treue seiner Anteilseigner: Nach einem starken Geschäftsjahr kehrt die über viele Jahre hinweg gewährte, während Corona aber eingestellte Dividende zurück!
Ertragreiches Schlussquartal trägt zu Gewinnsprung bei
Gegenüber dem Vorjahresquartal legten die Erlöse von Carnival um 6,6 Prozent auf 6,33 Milliarden US-Dollar zu. Damit wurden die Erwartungen um 40 Millionen US-Dollar verfehlt. Umso besser fiel dagegen der bereinigte Gewinn pro Aktie aus. Hier ließ der Konzern mit 0,34 US-Dollar die Erwartungen um 9 Cent hinter sich.
Mit Blick auf das Gesamtjahr gelang dem Reisekonzern eine Steigerung der Erlöse von 25,0 auf 26,6 Milliarden US-Dollar. Das entspricht einem Anstieg von 6,0 Prozent. Der bereinigte Gewinn pro Aktie kletterte von 1,44 auf 2,02 US-Dollar und stieg mit einem Plus von 40,2 Prozent überdurchschnittlich stark. Vor allem niedrigere Treibstoff- und Zinskosten haben das Gewinnwachstum befeuert.
Nach 6 Jahren Pause wird wieder eine Dividende gezahlt
Die deutlich verbesserte Ertragslage nutzt das Unternehmen, künftig wieder eine Gewinnbeteiligung auszuschütten. Am 27. Februar soll eine Quartalsdividende von 0,15 US-Dollar je Aktie ausgeschüttet werden (für alle Anlegerinnen und Anleger, die bis spätestens zum 13. Februar investiert sind). Das entspricht auf das Jahr gerechnet einer Dividendenrendite von 2,0 Prozent. Zuletzt hatte Carnival im Februar 2020 eine Quartalsdividende von 0,50 US-Dollar ausgezahlt.
Die Wiedereinsetzung der Dividende erfolgt in Erwartung eines starken Geschäftsjahres 2026. Im kommenden Jahr soll der bereinigte Nettogewinn auf 3,5 Milliarden US-Dollar und damit auf ein weiteres Rekordniveau klettern.

Aktie stark gefragt, schiebt die gesamte Branche an
Anlegerinnen und Anleger zeigten sich über die Zahlen hocherfreut. Die Aktie legte am frühen Freitagnachmittag um fast 6 Prozent zu und näherte sich damit wieder der Marke von 30 US-Dollar. Diese Unterstützung (jetzt ein Widerstand) hatte Carnival im Oktober noch aufgeben müssen. Die Rückeroberung wäre klar bullish zu bewerten.
Zum insgesamt positiven Gesamteindruck der Aktie, die in diesem Jahr auf eine der Gesamtmarktrendite entsprechende Performance gekommen ist, trägt vor allem der Trendstärkeindikator MACD bei, der mit dem Sprung über die Nulllinie wieder einen Aufwärtstrend der Aktie anzeigt. Das dürfte sich für weitere Kursgewinne verbürgen.
Vor dem Wochenende nicht profitieren kann von den Carnival-Zahlen Mitbewerber TUI, dessen Aktie leicht im Minus notiert. Für Norwegian und Royal Caribbean Cruises geht es hingegen um 2 beziehungsweise 3 Prozent nach oben (Stand: 15:35 Uhr MEZ).
Fazit: Da ist noch Luft nach oben!
Die weltweite Reiselust ist ungebrochen. Zwar schnüren Verbraucherinnen und Verbraucher angesichts anhaltend hoher Inflationsraten den Geldbeutel enger, doch die Tourismusbranche ist davon bislang nicht betroffen, was Kreuzfahrtanbieter Carnival ein starkes Schlussquartal und damit ein Rekordjahr beschert hat.
Die Wiedereinsetzung der Dividende stärkt das Profil der Aktie, die sich in einem anhaltenden Aufwärtstrend befindet. Mit dem für 2026 in Aussicht gestellten Gewinnergebnis sowie einem KGVe von 11,7 ist das Unternehmen gegenüber dem Branchendurchschnitt (17,8) deutlich unterbewertet. Ein geringer Abschlag ist angesichts der hohen Schuldenlast zwar gerechtfertigt, aber nicht in der gegenwärtigen Höhe. Das lässt eine Aufholjagd und anhaltende Kursgewinne erwarten.
Autor: ARIVA.DE Redaktion/Max Gross
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