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Zwei Aktienindizes im Namen des Herrn – Vatikanbank plant ETFs

Die Vatikanbank kommt mit Morningstar zusammen – das Ergebnis: Zwei neue ETFs nach katholischen Ethikregeln. Sollten sich Anleger auf die neuen Produkte freuen?
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Was lange undenkbar schien, wird nun Realität: Die Istituto per le Opere di Religione – besser bekannt als Vatikanbank – betritt die Welt der Kapitalmarktindizes. Gemeinsam mit dem US-Datenanbieter Morningstar wurden zwei neue Benchmarks aufgelegt, die Investieren nach katholischen Grundsätzen ermöglichen sollen.

Mit dem Morningstar IOR Eurozone Catholic Principles Index und dem Morningstar IOR US Catholic Principles Index umfasst jeder Index jeweils 50 große und mittelgroße börsennotierte Unternehmen. Sie dienen künftig als Referenz für Vermögen, das im Einklang mit der katholischen Soziallehre verwaltet wird.

Dass die Vatikanbank diesen Schritt nun gehen kann, hängt auch mit strukturellen Reformen zusammen. Im Oktober 2025 hatte Papst Leo XIV. das Exklusivmandat der IOR für die Geldanlage des Heiligen Stuhls aufgehoben. Seither ist der Weg offen für neue Kooperationsmodelle mit externen Finanzpartnern – und für eine aktivere Rolle der Vatikanbank am Kapitalmarkt.

Inhaltlich setzen die neuen Indizes auf strenge ethische Filter. Ausgeschlossen sind Unternehmen mit Bezug zu Abtreibung, Verhütungsprodukten oder embryonaler Stammzellforschung. Ebenso tabu sind Hersteller kontroverser Waffen wie Atomwaffen, Streumunition oder Antipersonenminen sowie Produzenten von Kleinwaffen. Auch Geschäfte mit negativen Auswirkungen auf Umwelt und nachhaltige Entwicklung fallen aus dem Raster.

Ziel ist ein regelbasierter, transparenter Ansatz, der sowohl moralischen Vorgaben als auch professionellen Investmentstandards genügt. Die Benchmarks sollen Performancevergleiche erleichtern und als Grundlage für neue Anlageprodukte dienen – inklusive möglicher ETFs.

Ein solcher Schritt wäre keine Premiere im religiös geprägten Investmentmarkt. Vergleichbare Konzepte existieren bereits, etwa der iShares MSCI World Islamic UCITS ETF, der inzwischen rund 900 Millionen Euro verwaltet.

Für die Vatikanbank selbst ist das Potenzial erheblich: Eigene Produkte oder Lizenzeinnahmen externer Anbieter könnten neue Ertragsquellen erschließen. Ende 2024 verwaltete die IOR bereits rund 5,7 Milliarden Euro – vor allem für kirchliche Institutionen, Diplomaten, Diözesen sowie Mitarbeiter und Pensionäre des Vatikans.

Die neuen katholischen Aktienindizes bieten eine ungewöhnliche, aber spannende Mischung aus Ethik und Kapitalmarktlogik. Mit dem neuen  ETF-Angebot könnte der Vatikan ein neues Kapitel im nachhaltigen Investieren aufschlagen. Und mit himmlischer Unterstützung – so ließe sich schmunzelnd sagen – könnte die Performance ja kaum unterirdisch ausfallen.

Redaktion Ariva/MW 



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