Forscher über Ukraine-Gespräche: Druck auf Russland erhöhen
BERLIN (dpa-AFX) - Der Politikwissenschaftler Nico Lange dringt angesichts der Verhandlungen über ein Ende des Ukraine-Kriegs auf mehr Druck auf Russlands Präsident Wladimir Putin. "Die Ukraine ist schon seit März 2025 zu einem bedingungslosen Waffenstillstand bereit an den jetzigen Frontlinien", sagte der Sicherheitsexperte dem Inforadio des RBB. "Es liegt aber an Putin und an Russland und solange man da keinen Druck macht, wird es nicht funktionieren." Es sei ein Mythos zu glauben, "man müsste nur mal mit Putin reden und dann würde das schon".
In Genf verhandeln die Ukraine und Russland über ein Ende des vierjährigen Krieges. Der erste von zwei Verhandlungstagen in Genf endete am Dienstag ohne greifbare Ergebnisse. Die Gespräche fanden unter Vermittlung des US-Sondergesandten Steve Witkoff statt. Es gab auch Verhandlungsrunden in Abu Dhabi. Die Ukraine wehrt sich seit Februar 2022 mit westlicher Hilfe gegen eine russische Invasion. US-Präsident Donald Trump versucht, die Ukraine und Russland zu einem Ende des Krieges zu bewegen.
Experte: Ukraine besser ausstatten
Politikwissenschaftler Lange zeigte sich skeptisch über die Friedensgespräche. "Diese Verhandlungen in Abu Dhabi und jetzt in Genf sind ja Verhandlungen in einer Schieflage, wo die USA sich in eine Rolle begeben haben, sie wären ein Vermittler", sagte er. "Aber wie wollen sie denn zwischen jemandem, der einen Angriffskrieg führt und dem Opfer des Angriffskrieges, vermitteln?"
Der Fachmann von der Münchner Sicherheitskonferenz hält eine bessere Militärausstattung der Ukraine für notwendig. "Ja, wir müssen Putin zum Frieden zurückbringen. Also es kommt nicht durch ein Wunder", sagte er. "Es kommt auch nicht dadurch, dass wir zugucken, ob Herr Witkoff oder Herr Trump das für uns machen. (...) Die wollen das Problem aus dem Weg schaffen, weil sie denken, man kann irgendwelche Milliarden mit Russland verdienen." Ein Frieden komme, "wenn wir die Ukraine so ausstatten, dass sie sich militärisch gegen Russland durchsetzen können und wenn wir aufhören, Putins Kriegskasse zu füllen"./vr/DP/jha
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