DJ: Aktienmärkte in Peripherieländern Europas wieder stark unter Druck
FRANKFURT (Dow Jones)--Die Aktienmärkte in Griechenland, Spanien, Portugal und
Russland setzen ihre Talfahrt nach den zum Teil massiven Verlusten des Vortages
am Freitag fort. Marktteilnehmer berichten von Verkäufen auf breiter Front an
den Börsen der Peripherieländer Europas. "Die massiven Bedenken mit Blick auf
den so genannten europäischen Süden und die Fähigkeit dieser Länder, ihre
Schulden zu finanzieren, ebben nicht ab", heißt es in einer Studie von Intersec
Securities.
In Griechenland verliert der Aktienleitindex 4,3%, in Moskau geht es mit dem
RTS ebenfalls um über 4% nach unten und in Spanien und Portugal beläuft sich
das Minus auf 2,4% bzw 3,6%. Allerdings geben auch die Indizes an anderen
europäischen Börsen zum Teil deutlich nach.
Unterdessen weitet sich der Renditeabstand griechischer Staatsanleihen zu den
deutschen zehnjährigen Bundesanleihen weiter aus auf 370 Basispunkte von 359 am
späten Donnerstag.
Commerzbank-Stratege Christoph Rieger spricht von einem holprigen Weg zu
einer Rettung Griechenlands aus seinem Schuldenproblem. Wenngleich ein
Staatsbankrott weiter eine nur entfernte Möglichkeit sei, so spreche die
Entwicklung an den griechischen Finanzmärkten eine andere Sprache. Dies wäre
aber eine nicht zu akzeptierende Option, so dass es irgendeine Art von Hilfe
geben müsse, so der Experte. Für Investoren in Anleihen bedeute dies in der
Konsequenz weiter Risiken, Angst und Volatilität bei den Renditeunterschieden
und im Zweifelsfall Nachfrage nach Bundesanleihen sowie Spekulation auf eine
für längere Zeit akkommodierende Politik der EZB.
Die Analysten der Credit Suisse empfehlen, Griechenland und Spanien zu meiden
und stattdessen auf Deutschland zu setzen. Spanische und griechische Aktien
seien nicht billig. Deutschland zeichne sich dagegen durch eine unterbewertete
Realwährung und einen unterbewerteten Wohnimmobilienmarkt aus. Zudem habe
Deutschland die niedrigsten aggregierten Schulden unter den Industrieländern.
DJG/DJN/cln/gos/flf
(END) Dow Jones Newswires
February 05, 2010 06:20 ET (11:20 GMT)
Dow Jones & Company, Inc.2010
"Kurzfristig helfen Schulden. Langfristig gehen wir alle tot"
John Maynard Keynes (Brit. Wirtschaftswissenschaftler, 1883-1946)