Ukraine setzt auf mobile Luftabwehr und Drohnentechnologie
Inmitten anhaltender Angriffe auf zivile Infrastruktur kündigte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am 15. Januar eine tiefgreifende Neuausrichtung der Luftverteidigung des Landes an. Diese Reform sieht insbesondere den verstärkten Einsatz mobiler Feuergruppen und Abfangdrohnen vor. Der Umbau zielt darauf ab, der zunehmenden Bedrohung durch russische Raketen- und Drohnenangriffe effizienter zu begegnen.
„Es wird einen neuen Ansatz für den Einsatz der Luftabwehr geben“, erklärte Selenskyj in seiner täglichen Videoansprache. Die Verantwortung für die Umsetzung liegt beim neu ernannten stellvertretenden Luftwaffenkommandanten Pawlo Jelizarow, der künftig Innovationen im Bereich der Kurzstreckenabwehrsysteme koordinieren soll.
Die Entscheidung folgt auf eine Serie massiver russischer Angriffe Anfang Januar, bei denen zahlreiche Wohngebäude, Energieanlagen und kritische Infrastruktur zerstört oder beschädigt wurden. Besonders betroffen war die Hauptstadt Kiew, wo Tausende Haushalte zeitweise ohne Strom und Heizung auskommen mussten.
Vorbereitung auf weitere Angriffe
Selenskyj warnte in seiner Ansprache, dass Russland „einen massiven Angriff vorbereitet“ und rief die Bevölkerung landesweit zu erhöhter Wachsamkeit auf. Insbesondere die Regionalverwaltungen wurden dazu aufgefordert, schnellstmöglich einsatzbereit zu sein, um im Ernstfall Menschen zu schützen und kritische Infrastruktur zu sichern.

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Er ergänzte, dass der ukrainische Geheimdienst Hinweise darauf habe, dass Russland gezielt Umspannwerke ausspioniere, die Kernkraftwerke mit Strom versorgen. Diese Anlagen seien von hoher strategischer Bedeutung, da sie nicht nur Strom für Millionen Menschen liefern, sondern auch das nukleare Sicherheitssystem betreffen.
Als Reaktion auf die jüngsten Angriffe beauftragte Selenskyj Premierministerin Julia Svyrydenko damit, binnen weniger Tage Maßnahmen zur Unterstützung der zivilen Infrastruktur zu ergreifen. Dazu gehören auch Sonderzahlungen für zehntausende Rettungskräfte, die an der Wiederherstellung der Energieversorgung beteiligt waren.
Fokus auf Drohnenabwehr und dezentrale Strukturen
Seit Beginn der Invasion im Februar 2022 hat die Ukraine erhebliche Fortschritte im Bereich der Drohnenentwicklung erzielt. Neben offensiven Drohneneinheiten werden verstärkt auch Abfangdrohnen zur Luftabwehr eingesetzt. Diese sind eine kosteneffiziente Alternative zu teuren Flugabwehrraketen. Die nun angekündigte Umstrukturierung soll dieses Segment noch stärker in das Gesamtsystem integrieren.
Die dezentral organisierte, mobile Luftabwehr ist insbesondere bei Angriffen mit geringer Vorwarnzeit von strategischer Bedeutung. Sie ermöglicht schnelle Reaktionen und erhöht die Resilienz gegenüber großflächigen Attacken, die auf zentralisierte Verteidigungssysteme abzielen.
Pakistan auf dem Vormarsch im globalen Waffenmarkt
Während sich die Ukraine auf Verteidigung konzentriert, nutzt Pakistan die Gelegenheit, seine Position als Rüstungsexporteur auszubauen. Nach einem Konflikt mit Indien im vergangenen Jahr, bei dem der in Zusammenarbeit mit China entwickelte Kampfjet JF-17 erfolgreich zum Einsatz kam, verzeichnet Islamabad ein wachsendes internationales Interesse an seinen Waffensystemen.
Laut pakistanischen Regierungs- und Militärquellen führt das Land aktuell Gespräche mit 13 Staaten über Waffenlieferungen. In sechs bis acht Fällen befinden sich die Verhandlungen in einer fortgeschrittenen Phase. Besonders gefragt sind JF-17-Kampfflugzeuge, Schulungsflugzeuge, Drohnen sowie konventionelle Waffen.
Preisvorteile als Verkaufsargument
Pakistans wichtigste Verkaufsargumente sind der Preis und die Verfügbarkeit. Der JF-17 Block III kostet mit rund 30 bis 40 Millionen US-Dollar nur ein Drittel dessen, was moderne westliche Jets kosten. Zwar bieten US- oder europäische Systeme oftmals eine höhere technologische Komplexität, doch für viele Länder mit begrenztem Verteidigungsbudget ist der JF-17 eine attraktive Alternative.
Verteidigungsminister Raza Hayat Harraj bestätigte gegenüber Reuters, dass man mit mehreren Ländern über Ausrüstung für Luftwaffe, Ausbildung und Munition verhandle. Details seien jedoch streng geheim. Er verwies auf internationalen politischen Druck, der einige Geschäfte gefährden könne.
Interessenten aus Nahost und Afrika
Zu den bekannt gewordenen Interessenten zählen Länder wie Saudi-Arabien, Indonesien, Marokko, Nigeria, Äthiopien und der Sudan. Auch mit Bangladesch, das nach dem Unabhängigkeitskrieg 1971 eigene Verteidigungskapazitäten aufgebaut hat, laufen fortgeschrittene Gespräche. Diskutiert werden neben Kampfjets auch Aufklärungs- und Angriffsdrohnen vom Typ Shahpar sowie gepanzerte Fahrzeuge und Luftabwehrsysteme.
Drei afrikanische Staaten stehen laut pakistanischen Militärquellen unabhängig von den bereits bekannten Gesprächen mit Sudan und Libyen ebenfalls auf der Liste potenzieller Käufer. Fast alle Kunden stammen aus mehrheitlich muslimisch geprägten Ländern.
Produktionsausweitung geplant
Derzeit liegt die Produktionskapazität für JF-17-Kampfjets bei etwa 20 Einheiten pro Jahr. Diese soll laut Aussagen des pensionierten Luftwaffengenerals Asim Suleiman bis 2027 verdoppelt werden. Möglich wird dies durch Erweiterungen im Hauptwerk und eine zunehmende Einbindung des privaten Sektors.
Ein Beispiel dafür ist das Unternehmen Sysverve Aerospace mit Sitz in Rawalpindi, das jährlich hunderte Kamikaze- und Aufklärungsdrohnen herstellt. Diese werden überwiegend an das Militär geliefert, doch mittelfristig ist auch der Export vorgesehen.
Politische Herausforderungen und chinesischer Einfluss
Obwohl Pakistan technologische Unterstützung von China erhält, gestaltet sich die Exportpolitik nicht uneingeschränkt flexibel. Siemon Wezeman vom Stockholmer Friedensforschungsinstitut SIPRI weist darauf hin, dass Peking bei bestimmten Kunden – insbesondere Ländern unter UN-Waffenembargos wie Libyen und Sudan – Einwände erheben könnte.
Zudem muss Pakistan in der regionalen Machtbalance vorsichtig agieren. Einerseits besteht eine enge sicherheitspolitische Kooperation mit Saudi-Arabien, einschließlich eines gegenseitigen Verteidigungspakts. Andererseits dominieren die Vereinigten Arabischen Emirate wirtschaftlich zahlreiche strategische Bereiche wie Logistik und Rohstoffhandel.
Laut dem Sicherheitsexperten Emadeddin Badi gestaltet sich die Lage komplex: Während Pakistan politisch eher mit Saudi-Arabien übereinstimmt, dominieren die Emirate die ökonomischen Einflussräume. Aktuell verhandelt Islamabad ein mögliches trilaterales Verteidigungsabkommen mit Riad und Ankara, über dessen Details noch keine offiziellen Angaben vorliegen.
Fazit
Die Entwicklungen in der Ukraine und Pakistan zeigen zwei Seiten eines sicherheitspolitischen Paradigmenwechsels. Während Kiew unter dem Druck ständiger Angriffe seine Luftabwehr reformiert und auf mobile Einheiten sowie Drohnentechnologie setzt, positioniert sich Islamabad als neuer Akteur auf dem globalen Rüstungsmarkt.
Mit technologischer Unterstützung aus China, einem wachsenden privaten Verteidigungssektor und gezieltem Preisvorteil gelingt es Pakistan zunehmend, Kunden in Asien, Afrika und dem Nahen Osten zu gewinnen. Die geopolitischen Rahmenbedingungen bleiben jedoch fragil, vorallem aufgrund internationaler Waffenembargos und regionaler Interessenkonflikte.
Für wirtschaftlich und sicherheitspolitisch interessierte Beobachter bleibt die Entwicklung beider Länder von hoher Relevanz: Sie verdeutlicht, wie technologische und organisatorische Flexibilität zunehmend zur Schlüsselressource in einer sich wandelnden globalen Sicherheitsordnung wird.