Wer so wenig zu sagen hat, könnte sich und seiner Institution eigentlich die Peinlichkeit einer monatlichen Pressekonferenz ersparen. Ohnehin erinnert die geheimnisvolle Bläh- und Formelsprache des EZB-Rats und seines Präsidenten fatal an Kommuniqués aus unseligen Sowjetzeiten oder vom chinesischen Volkskongress. Nur Eingeweihte können ihren Sinn erraten, und sie bleiben immer offen für Interpretationen, so dass man im Nachhinein zuverlässig das Richtige schon angedeutet und das Falsche nie gesagt hat.
Das Tempo der Entwicklung, die den EZB-Rat so ratlos erscheinen lässt, erkennt man leicht an folgendem Vergleich. Vor einem halben Jahr sagte der EZB-Stab für 2009 ein Wachstum von 1,2 Prozent und eine Inflationsrate von 2,6 Prozent voraus. Wenn die EZB am Donnerstag ihre neuen Prognosen vorstellt, dürfte die Wachstumszahl um über drei Prozentpunkte, die Inflationszahl um zwei Prozentpunkte niedriger liegen. In den Kommuniqués des EZB-Rats hat sich das bisher in fast schon bizarrem Understatement niedergeschlagen: die Inflationsrisiken hätten "nachgelassen".
Aber es wäre natürlich keine Lösung, die Pressekonferenzen tatsächlich wegfallen zu lassen. Es würde dann lediglich nicht mehr so auffallen, wie überfordert das viel zu große Entscheidungsgremium der EZB damit ist, auf außergewöhnliche Umstände zu reagieren. Das altgediente Konsensprinzip, wonach man nichts beschließt, bevor man fast alle Mitglieder auf Linie gebracht hat, mag zu normalen Zeiten passabel funktionieren, in denen es vor allem darum geht, Fehler zu vermeiden. In Zeiten wie diesen, in denen es wichtig ist, schnell und entschlossen zu handeln, sollte Trichet es umgehend außer Kraft setzen. Statt geduldig am Konsens zu basteln, muss der EZB-Chef endlich seine Führungsrolle reklamieren und seinem Gremium Antworten auf die dringenden Fragen abnötigen. Zusammen mit dem EZB-Direktorium ist er gefordert, dem Entscheidungsgremium, das viel zu groß ist, komplexe Fragen zu lösen, einen Handlungsplan vorzustellen. Auf der Pressekonferenz am Donnerstag muss Trichet endlich in der Lage sein, deutlich zu machen, dass der EZB-Rat sich nicht nur des Ernstes der Lage bewusst ist, sondern auch einen Plan hat, wie er damit umgehen will.
www.handelsblatt.com/finanzen/...rten-sie-herr-trichet;2184240
Jetzt schießen sich auch die Wirtschaftsjournalisten auf Trichet ein, was für ein Dummkopf er ist.
Das Tempo der Entwicklung, die den EZB-Rat so ratlos erscheinen lässt, erkennt man leicht an folgendem Vergleich. Vor einem halben Jahr sagte der EZB-Stab für 2009 ein Wachstum von 1,2 Prozent und eine Inflationsrate von 2,6 Prozent voraus. Wenn die EZB am Donnerstag ihre neuen Prognosen vorstellt, dürfte die Wachstumszahl um über drei Prozentpunkte, die Inflationszahl um zwei Prozentpunkte niedriger liegen. In den Kommuniqués des EZB-Rats hat sich das bisher in fast schon bizarrem Understatement niedergeschlagen: die Inflationsrisiken hätten "nachgelassen".
Aber es wäre natürlich keine Lösung, die Pressekonferenzen tatsächlich wegfallen zu lassen. Es würde dann lediglich nicht mehr so auffallen, wie überfordert das viel zu große Entscheidungsgremium der EZB damit ist, auf außergewöhnliche Umstände zu reagieren. Das altgediente Konsensprinzip, wonach man nichts beschließt, bevor man fast alle Mitglieder auf Linie gebracht hat, mag zu normalen Zeiten passabel funktionieren, in denen es vor allem darum geht, Fehler zu vermeiden. In Zeiten wie diesen, in denen es wichtig ist, schnell und entschlossen zu handeln, sollte Trichet es umgehend außer Kraft setzen. Statt geduldig am Konsens zu basteln, muss der EZB-Chef endlich seine Führungsrolle reklamieren und seinem Gremium Antworten auf die dringenden Fragen abnötigen. Zusammen mit dem EZB-Direktorium ist er gefordert, dem Entscheidungsgremium, das viel zu groß ist, komplexe Fragen zu lösen, einen Handlungsplan vorzustellen. Auf der Pressekonferenz am Donnerstag muss Trichet endlich in der Lage sein, deutlich zu machen, dass der EZB-Rat sich nicht nur des Ernstes der Lage bewusst ist, sondern auch einen Plan hat, wie er damit umgehen will.
www.handelsblatt.com/finanzen/...rten-sie-herr-trichet;2184240
Jetzt schießen sich auch die Wirtschaftsjournalisten auf Trichet ein, was für ein Dummkopf er ist.
