NAPM
Es ist ein weit verbreiteter Irrglaube. Aber die Bedeutung des Verarbeitenden Gewerbes in den USA hat in den 90er Jahren nicht ab-, sondern zugenommen. Der Anteil der Bruttowertschöpfung am US-BIP ist von 1992 bis 1999 von 15,8 auf 17,3 Prozent gestiegen. Danach liegen noch keine Daten vor. Aber im ersten Halbjahr 2000 dürfte er noch einmal gewachsen sein, seitdem fällt er.
Die Wiederauferstehung des Verarbeitenden Gewerbes liegt eigentlich auf der Hand. Waren es nicht vor allem Firmen wie Intel, Cisco, IBM, Dell, Sun Microsystems, Qualcomm et cetera, die den unbeschreiblichen Aufschwung der 90er geprägt haben?
Wenn dem aber so ist, dann ist auch der Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe, der NAPM, wichtiger als gedacht. Die Schwäche im Verarbeitenden Gewerbe ist eher dazu angetan, auf die übrigen Wirtschaftsbereiche überzugreifen. Die Unterstellung, dass die Bedeutung des NAPM für die Börse immer geringer wird, ist falsch.
Der NAPM ist jetzt seit 12 Monaten im Minus. Um die letzte Rezession im Jahre 1991 herum lag er - mit einer Ausnahme - ganze 25 Monate unter dem Schwellenwert von 50. Und zwischen Juli 1979 und Februar 1983 war der Index nur in acht Monaten leicht über 50 Punkten, sonst meistens erheblich darunter.
Im Vorfeld der letzten Rezessionen, insbesondere Anfang der 80er Jahre, hatte sich die Fed jeweils mit hohen Zinsen gegen die Inflation gestemmt. Das ist heute nicht so das Problem. Aber ob Börsenbaisse, Überinvestition, Sparmangel, Dollarstärke und Ölpreishausse bessere Ingredienzen sind?