(neu: Schlusskurse)
Zürich, 19. Mai (Reuters) - Die Schweizer Aktien haben am Mittwoch die frühen Gewinne ausbauen und bis Handesschluss verteidigen können. Die guten Vorgaben aus dem Ausland, der Ölpreis, der sich über Nacht etwas entspannt hatte, und technische Faktoren hätten den Boden für eine Erholung geschaffen. Zudem hätten auch Deckungskäufe vor dem wegen eines Feiertags für viele Marktteilnehmer verlängerten Wochenende und verfallsbezogene Aktivitäten den Markt noch unterstützt.
Der SMI stieg bis Handelsende um 1,27 Prozent auf 5710,0 Zähler. Es sei noch unsicher, ob der SMI bereits wieder in die Spanne 5700/850 zurückgefunden habe. 25 der 26 SMI-Aktien lagen im Plus und einer blieb unverändert. Der breite SPI schloss mit 1,28 Prozent im Plus bei 4208,25 Zähler.
Die weitere Entwicklung werde davon abhängen, wie sich die US-Börsen am Mittwoch und Donnerstag insgesamt präsentieren würden. Am Donnerstag bleiben wegen des Feiertags Christi Himmelfahrt in weiten Teilen Europas die Börsen geschlossen.
ZURICH NACH GUTEN ZAHLEN GEFRAGT
Zurich setzte den Reigen an positiven Unternehmensberichten fort. Der Versicherer habe beim operativen Ergebnis und was die Combined ratio betreffe, die Erwartungen erfüllt, hiess es im Markt. Der Reingewinn liege gar deutlich über den Prognosen der Analysten, die sich denn auch positiv äusserten. "Alles in allem ein gutes Ergebnis", fasste ein Händler zusammen. Zurich stieg bis Börsenschluss um knapp vier Prozent auf 200,00 sfr.
Swiss Life legte um knapp fünf Prozent zu auf 170,25 sfr. Händler verwiesen darauf, dass La Fondiaria nahestehende Kreise gesagt hätten, der Grossaktionär habe sich noch nicht entschieden, ob er an der Kapitalerhöhung teilnehmen werde. Am Vortag hatte La Fondiaria dagegen opponiert. Die Aktionäre der Swiss Life hatten dennoch zugestimmt. Zudem dürfte La Fondiaria die Beteiligung von 9,4 Prozent behalten und doch nicht verkaufen. Swiss Life hatten am am Vortag im Zusammenhang mit der Veröffentlichung der Details zur geplanten Kapitalerhöhung unter Abgaben gelitten.
Baloise und Swiss Re machten die abgehenden Dividenden von 0,60 sfr beziehungsweise 1,10 sfr mehr als wett. Händler sprachen auch von einer Erholung nach den massiven Übertreibungen der Vortage. Dies betreffe nicht nur die Versicherungen sondern auch andere Sektoren wie die Technologiewerte oder Banken.
SCHNÄPPCHENJÄGER UND ÜBERTREIBUNGEN
Die arg geprügelten Technologiewerte zogen im Sog der sehr guten Quartalsberichte von Applied Materials, Samsung , HP und anderer Firmen stark an. So verbuchten Unaxis, Kudelski, SEZ , Micronas und Swisslog kräftige Gewinne.
ABB profitierte zudem enreut von den positiven Aussagen, die der Konzern am Vortag bei der Generalversammlung gemacht hatte. ABB stieg gegen vier Prozent auf 7,06 sfr.
Fischer gewann beinahe sechs Prozent auf 266,50 sfr. UBS stufte Fischer auf "buy" von "neutral" hoch und bestätigte das Kursziel von 315 sfr.
Die Chemietitel und andere Zykliker tendierten ebenfalls fester und schlossen dabei im späteren Geschäft mehrheitlich zu den anderen Sektoren auf.
Swatch gewannen über 4,5 Prozent. Händler verwiesen auf die 8,4 Prozent höheren Uhrenexporte im April. Zudem sei eine grosse Auslandsbank "recht bullish für die Uhren".
Auch die Banken setzten zu einer Erholung an. UBS stieg um rund 2,4 Prozent, während CS Group um 1,4 Prozent zu legen konnte. Deutlichere Gewinne verbuchten Julius Bär und Vontobel.
In einem Interview mit der Wochenzeitung "Cash" verneinte HSBC-Chef John Bond ein Interesse an einer grossen Akquisition in Europa und trat damit Spekulationen entgegen, HSBC wolle CS oder die Deutsche Bank übernehmen.
Gemäss einem Interview mit dem Zürcher "Tages-Anzeiger" macht sich Finanzminister Hans-Rudolf Merz Gedanken über die Beteiligung des Staats an der Fluggesellschaft Swiss und am Telekomunternehmen Swisscom. Die Eidgenossenschaft könnte ihre Aktien verkaufen. Swiss stiegen umn knapp drei Prozent.
Swisscom waren um 1,4 Prozent höher. Swisscom-Chef Jens Alder sagte in einem Interview mit der Wochenzeitung "Handelszeitung", er sehe in den nächsten zwei Jahren kein Wachstum. Er setze daher wegen des anhaltenden Preiszerfalls unter anderem auf einen weiteren Stellenabbau.
Die defensiven Nestle und Novartis traten im Verlauf angesichts der günstiger eingeschätzten Aussichten risikohaltigerer Aktien nahezu auf der Stelle. Roche waren gut gehalten.
Spekulative Käufe in Berna Biotech liessen auch die Aktie des Impfstoffherstellers um sechs Prozent klettern.
Actelion gewann 4,5 Prozent auf 138,50 sfr. LODH empfahl die Aktie neu mit Kursziel 170 sfr zum Kauf.