eine gute Zusammenfassung von der Sache Primacom gefunden. Anscheinend fallen mit dem Verkauf von Multikabel auch 160 Mio. Schulden weg.
Dann schlage ich nochmal 8 Euro auf meine Kurse drauf1!!!!!!
Hier der Text aus WO von "no brainer"
Hinweis:
Dieser Thread sollte fundamentalen Beiträgen (also keinen windigen Spekulationen), aber auch konstruktiver Kritik vorbehalten bleiben
1. Historie
Am 18. September 2000 erwarb die Gesellschaft die Geschäftsanteile von N.V. Multikabel („Multikabel“), einem Kabelfernsehnetzbetreiber in den Niederlanden, für rund 250.600.000 € (einschließlich Akquisitionskosten) und übernahm rund 124.300.000 € Schulden von Multikabel, die von Primacom refinanziert wurden.
(siehe S. 64 des Geschäftsberichts 2000, www.primacom.de/download/pdf/GB_2000.pdf )
Aus der Akquisitionen der Multikabel resultierte in einen Geschäfts- und Firmenwert von 129.473.000 € und ein Wert des Kundenstamms von 57.267.000 €. Geschäfts- und Firmenwert wurden --wegen Änderung der US-GAAP-- nur 2001 (mit 1/12), der Kundenstamm laufend mit 1/12 p. a. abgeschrieben (siehe S. 64 des Geschäftsberichts 2000, www.primacom.de/download/pdf/GB_2000.pdf )
Multikabel wurde in der Konzernbilanz Primacom wie folgt nach der „Erwerbsmethode“ konsolidiert:
Aktiva
in Mio €
188 Aktiva Multikabel
130 Geschäfts- und Firmenwert Multikabel
57 Kundenstamm Multikabel
375 Bilanzsumme
Passiva
in Mio €
251 Eigenkapital Primacom
124 Schulden Multikabel
375 Bilanzsumme
2. Konzernbilanz Primacom 31.12.2004
A. Aktiva
in Mio €
531 Aktiva Primacom
396 Aktiva Multikabel* (davon 193 erworbener Geschäfts-/Firmenwert/ Kundenstamm Multikabel )*
927 Bilanzsumme
B. Passiva
in Mio €
51 Grundkapital
-249 Eigenkapital (negativ)
965 Schulden Primacom
160 Schulden Multikabel**
927 Bilanzsumme
Erläuterungen:
* siehe S. 29/42 Konzernabschluss und Konzernlagebericht 31. Dezember 2004, www.primacom.de/download/pdf/Konzernabschluss_PrimaCo... ):
davon 192.837 T€ Geschäfts- und Firmenwert Multikabel sowie erworbener Kundenstamm Multikabel
Der Geschäfts- und Firmenwert stellt den Überschuss der Anschaffungskosten (375 Mio €) über den Marktwert der Netto-Vermögensgegenstände des erworbenen Multikabel-Konzerns dar.
** 160 Mio € Schulden Multikabel: ergibt sich aus der Differenz zwischen Aktiva Multikabel (396.511 T€) und Eigenkapital Multikabel (236.116 T€), d. s. 160.395 T€.
Das Eigenkapital Multikabels (einschl Noord-Holland Digitaal B.V., Mediakabel B.V.. Educatief Net B.V.. Communikabel N.V., QuickNet B.V.) ist der Liste des Anteilsbesitzes zum 31.12.2004 zu entnehmen, S. 33/42 Konzernabschluss und Konzernlagebericht Primacom 31. Dezember 2004, www.primacom.de/download/pdf/Konzernabschluss_PrimaCo...
Die Schulden Primacoms (965 Mio €) und Multikabels (160 Mio €) betragen zusammen 1.125 Mio €, wie in der Konzernbilanz 4004 ausgewiesen.
3. Entkonsolidierung des Multikabel-Konzerns
Multikabel geht mit Aktiva (396 Mio €) und Schulden (160 Mio €) ab. Der Abgangswert beträgt also 236 Mio €
Dem steht ein Veräußerungserlös gegenüber von 515 Mio €.
Daraus ergibt sich ein Veräußerungsgewinn von (515 Mio € ./. 236 Mio € =) 279 Mio €, der das Eigenkapital des Primacom-Konzerns (gewinnwirksam) erhöht.
Das Eigenkapital des Primacom-Konzerns zum 30.06.2005 war mit minus 258.483 T€ negativ. Es würde sich durch den Veräußerungsgewinn nach meinen Berechnungen auf (./. 259 Mio € + 279 Mio € =) 20 Mio € verbessern
4. Außerordentlicher Ertrag aus dem Teil-Schulderlass mit den SSL-Gläubigern
Der a. o. Ertrag beläuft sich auf (500 Mio € ./. 375 Mio € =)
125 Mio €
Erläuterung:
Das SSL stand zum 30.06.2005 mit 500.589 T€ zu Buche.
(mit 448.139 T€ zum 31.12.2004,
plus SSL-Zinsen im 1. Halbjahr 2005, nämlich
25.497 T€ für Q1 --Seite 17 unten des Q1-Berichts
26.953 T€ für Q2 --Seite 19 unten des Q2-Berichts,
ergibt 500.589 T€ zum 30.06.2005)
Der a. o. Ertrag würde das Eigenkapital Primacoms nach meinen Berechnungen auf (20 Mio € --s. oben 3.-- + 125 Mio € =) 145 Mio € verbessern.
4. Fazit:
Primacom ist nach Verkauf Multikabels und dem Vergleich mit den SSL-Gläubigern wieder kreditfähig und kann Kredite bis zu 360 Mio € (dem 2,5fachen des Eigenkapitals) zu marktgerechten Zinsen aufnehmen bzw umschulden.
Der Buchwert zum Ende des des Jahres 2005 wird mE auf der Höhe der jüngsten Börsenkurses liegen (125 Mio €).
Zwar war das Betriebsergebnis Deutschland (d. h. das Ergebnis nach Abschreibungen, aber vor Zinsen) im 1. Halbjahr 2005 mit minus 4 mio € negativ (S. 15 des Q2-Berichts). Dies beruhte i. w. aber auf 6 Mio € Gemeinkosten in Q2, die im Zusammenhang mit den Bemühungen um eine finanzielle Restrukturierung als Entschädigung für die rechtliche und wirtschaftliche Beratung der Gläubigerbanken und für eigene Rechtsberatung anfielen (S. 19 des Q2-Berichts).
Das Betriebsergebnis Deutschland des 1. Halbjahres enthält --nicht liquiditätswirksame-- Abschreibungen auf Sachanlagen von 23 Mio €. (S. 19 des Q2-Berichts).
Die Umsatzerlöse Deutschland betrugen im 1. Halbjahr 59 Mio € (S. 19 des Q2-Berichts). Die EBITDA-Marge in Deutschland ist steigerungsfähig und sollte im nächsten Jahr auf 40-45 % klettern (zum Vergleich EBITDA-Marge bei Kabel Deutschland GmbH (Netzebene 3): 39,1 %).
Mit der Ausweitung des Produktangebots in Richtung Triple Play mit TV, Internet und Telefonie lassen sich für Kabelnetzbetreiber erhebliche Ertragspotenziale realisieren. Während ein reiner TV-Versorger nur einen durchschnittlichen EBITDA-Beitrag von 43 € pro Jahr erwirtschaftet, erreichen integrierte TV-, Internet- und Telefonie-Angebote (" Triple Play" ) mit 120 € p.a. fast das Dreifache. Das geht aus einer aktuellen Studie der Beratungsgesellschaft Solon Management hervor (www.digitalfernsehen.de/news/news_48488.html ). Laut Solon werden 2007 bereits 40 Prozent der Kabelumsätze mit neuen Diensten erwirtschaftet. Mit Mobilfunk, Geschäftskundenangeboten und Mehrwertdiensten werden die Kabelnetzbetreiber den Weg zu integrierten Unterhaltungs- und Kommunikationsunternehmen beschreiten.