Porsche leidet seit vielen Monaten unter negativen Nachrichten. Nun hatte sich die Szene zuletzt spürbar gebessert: positive Nachrichten aus den USA zu möglichen Klagen (der US-Bundesgerichtshof wird sie wohl abschmettern). Zudem baut Porsche ja auch -fast schon vergessen- AUTOS. Und die gehen teilweise wie geschnitten Brot. BubbleBobble hat das im vorigen Beitrag beschrieben.
Und trotzdem siecht der Kurs dahin. Alles vorbei also? - Im Gegenteil. Porsche ist, wie fast alle anderen Aktien und die Indizes ins Sommerloch der Börse gefallen. Das hat sich aufgetan, als mehr und mehr Marktteilnehmer zu zweifeln begannen, ob die Wirtschaftserholung nachhaltig ist. Diese Zweifel waren natürlich Gift für die Kurse; niemand hat mehr daran geglaubt, dass die Indizes nach ihrem letzten Angriff auf die Tops neue Höchststände erreichen könnten. Folglich wurden Positionen geräumt und alles auf den Herbst vertagt. Wie sehen nun die Chancen aus?
Tatsache ist, dass die US-Indizes durchweg mehr oder weniger vor der Vollendung stehende obere Umkehrformationen ausgebildet haben. Näher hingesehen erkennt man aber, dass die rechten Schultern ziemlich "verkrüppelt" aussehen. Für mich ein erstes Anzeichen eines sich anbahnenden Fehlsignals! Dazu kommt, dass immer mehr "Gurus" den Niedergang ausrufen und neue Tiefststände kommen sehen. Ein klares Signal für den Contrarian!
Tatsache ist nämlich auch, dass die Wirtschaft unverändert nach oben will; eine Sommerdelle ändert daran nichts.
Auch an der Währungsfront ist Ruhe eingekehrt: der Euro erholt sich und der US-Dollar verkriecht sich wieder in den Keller, wo er hingehört. Man schaue sich einfach den Dollar-Index an: der baute zuletzt ebenso eine obere Umkehrformation auf, wie umgekehrt der Euro an der Unterseite eine untere Wendeformation.
Zu guter Letzt zitiere ich nun aus der heutigen TB-Daily (Bernecker/Schäfers) zum Szenario um den Dax, der den Verlauf der Aktienkurse beeinflussen wird:
"die Aktienmärkte stecken im Stimmungsloch. In der Presse werden immer mehr Gurus zitiert, die eine neue Baisse vorhersagen. Lassen Sie sich hiervon nicht kirre machen. Die fundamentalen und monetären Daten sowie die Stimmungsindikatoren und markttechni-
schen Signale zeigen lediglich eine Korrekturphase an, keinesfalls aber eine Trendwende.
...
Bei den Stimmungsindikatoren registrieren wir einen großen Pendelschlag Richtung Pessimismus. Die deutsche Put-/Call-Ratio erreichte bereits wieder das Niveau vom 25. Mai;
bevor der DAX knapp 12 % zulegte. Die ganze Entwicklung ähnelt der Situation von 2004. Nach der rasanten 2003er-Rally pausierten die Aktienmärkte sieben Monate und vollführten eine Art Achterbahnfahrt. Abschläge von 10 bis 12 % wechselten sich mit rasanten Zwischenrallies ab. Auch damals gab es Verkaufssignale wie jetzt an der Wall Street, die sich aber als Fehlsignale entpuppten. Ab August 2004 drehten die Kurse bekanntlich nachhaltig Richtung Norden und tendierten zweieinhalb Jahre fest.
In den nächsten Wochen kommt es darauf an, den Korrekturboden auszuloten. Die Wende kann sehr rasch erfolgen, insbesondere dann, wenn die Stimmung von Pessimismus in Angst umschlägt. An markanten Tiefpunkten will keiner mehr etwas von Aktien wissen. Ein solches massenpsychologisches Kaufsignal könnte bald aufleuchten."
Ich meine, damit können wir leben. Ich habe keine Bedenken, dass wir bald wieder über andere Themen diskutuieren.
Am allerwichtigsten dürfte ohnehin die Frage sein, ob Cacau am Samstag spielen kann...