SPIEGEL ONLINE - 08. August 2003, 15:22
URL: http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0,1518,260507,00.html Automarkt
Die Zeichen stehen auf Wachstum
Die Gewitterwolken über dem deutschen Automarkt verziehen sich. Nach dreieinhalb Jahren Einbußen bei den Neuzulassungen naht nach Meinung der Experten die Trendwende. Die Branche setzt auf die erwachte Konsumlust durch die vorgezogene Steuerreform. Außerdem sollen zahlreiche Modellneuheiten die Kunden locken.
 | |
|
Die Automobilbranche verspricht sich eine stärkere Nachfrage bei den Neuwagen |
|
|
Frankfurt/Main - Ein regelrechter Premierensturm wird zur Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) im September erwartet. Mit 73 Modellneuheiten rund um die IAA hoffen die deutschen Anbieter auf mehr Nachfrage. Insbesondere von den Volumenmodellen im Mittelklassebereich wird viel erwartet. VW stellt einen neuen Golf vor, zeitgleich frischt Opel den Hauptkonkurrenten Astra auf.
"Der Konjunkturaufschwung in Deutschland wird durch die Autobranche eingeleitet", glaubt der Professor für Automobilwirtschaft an der Fachhochschule Gelsenkirchen, Ferdinand Dudenhöffer. Auch der Verband der Importeure von Kraftfahrzeugen (VDIK) ist fest davon überzeugt, dass die Talsohle der Branche durchschritten ist. Im kommenden Jahr soll es erstmals seit 2000 wieder Wachstum auf dem inländischen Automarkt geben. Der VDIK erwartet ein Plus von 3,4 Prozent auf 3,35 Millionen Neuzulassungen.
Selbst beim Sorgenkind - den Nutzfahrzeugen - soll es wieder leicht aufwärts gehen. "Dies ist eine vorsichtige Prognose, da ist auch noch Luft nach oben drin", betont VDIK-Präsident Volker Lange. Branchenbeobachter Dudenhöffer sieht sogar ein Anziehen auf 3,45 Millionen Neuzulassungen 2004 und 3,7 Millionen im Jahr darauf. Bislang rettete allein das ungebrochene Interesse der Ausländer an deutschen Fahrzeugen die Schlüsselindustrie der Bundesrepublik. Dank des florierenden Exportgeschäfts stieg die Produktion in der ersten Jahreshälfte 2003 um ein Prozent auf 2,59 Millionen Pkw/Kombi.