@ypsilon > Die negativen Entwicklungen sind aktuell mehr als eingepreist. Trotz vieler Probleme fielen Jahreszahlen dagegen sehr gut aus. Na ja um das zu verstehen, muss man Zahlen lesen können gähn..
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China verschafft Griechenland mit einem Sofortkredit in Höhe von 8 Milliarden Euro Spielraum bei den Verhandlungen mit seinen Partnern und Gläubigern.
Griechenlands Liquidität wurde für die kommenden sechs Monate durch weitere chinesische Kredittranchen sichergestellt. Europas Medien warnen allerdings vor unkalkulierbaren Risiken für die Europäische Union! – Sie können darauf warten…
Spielen wir dieses Szenario kurz durch:
China droht mit politischer Irritation und Restriktionen
China hat seinen griechischen Fuß schon längst in die europäische Tür gestellt (z. B. Distributionszentrum im Hafen von Piräus / COSCO). Die eingeräumte Kreditlinie (mit langfristigem Ziel) ist ein weiteres chinesisches INVESTMENT in eine “europäische Zukunft”, und das zu günstigen Konditionen und mit hohen Sicherheiten in Form griechischer Liegenschaften, Unternehmens- und Infrastrukturanteilen.
Griechenland bleibt selbstverständlich im Euro-Raum – warum auch sollten sie die Drachme wieder einführen?! – und verschafft sich so den zuvor ohne Erfolg von der Eurogruppe erbetenen Verhandlungsspielraum. Die Zustimmung zur Politik der neuen “Tsipras-Regierung” tangiert in der griechischen Bevölkerung 90%. Würde am nächsten Sonntag gewählt, würde die SYRIZA über 50% der Stimmen erhalten, die Verfassungsmehrheit liegt im Bereich der statistischen Unschärfe.
Die bislang so komfortable Dreigespann der Troika (IWF, EZB und europäische Kommission) wird zum schnittigen chinesischen “Vierspänner”. Der chinesische Vertreter in der “Gläubigerversammlung” besteht auf einer innereuropäischen Lösung der Krise des EU-Mitglieds Griechenland und droht anderenfalls mit “politischer Irritation” und Handelsrestriktionen.
Die Finanzmärkte preisen die neuen Risiken ein. Ratingagenturen arbeiten unter Hochdruck an der Neubewertung der EU-Staaten und der Bankenlandschaft. Investitionen im “Land der Morgenröte” stehen erneut auf dem Prüfstand. Konzerne sehen sich gezwungen, massive Rückstellungen in den nächsten Quartalsbilanzen zu bilden. Die Leitbörsen Dow Jones, London STOCK EXCHANGE(LSE) und DAX reagieren zunehmend nervös.
Die Exportwirtschaft der Exportweltmeister sieht bangen Zeiten entgegen. Das Problem des innereuropäischen Ausgleichs der Exportquoten und der Leistungsbilanzen löst sich quasi von allein: Die Starken schwächeln und nähern sich den “faulen PIIGS-Staaten” an.
Obama ruft zu Besonnenheit und rascher Einigung auf!
Kabarettisten und Karikaturisten überschlagen sich bei der Interpretation des Themas “Die europäische Rache für die anglo-amerikanische Banken- und Finanzkrise“.
Die Euro-Gruppe gerät unter massiven Zugzwang und die Europäische Union ist wieder einmal auf die eigene Unzulänglichkeit verwiesen: Wir sind nicht in der Lage rasch, undogmatisch, angemessen und bedarfsadäquat nachhaltige Lösungen für anstehende Probleme anzubieten – von Konjunkturmaßnahmen und der Finanzmarktregulierung, dem Angleich der Unternehmensbesteuerung, dem Aufbau europäischer Infrastrukturen und der SICHERUNG einer europäischen Energieversorgung, über die Einwanderungspolitik und Flüchtlingshilfe, bis hin zu Cybernet-Sicherheit und russischer Provokation …
Erst jetzt wird der verzweifelte Ruf nach dem “Grexit” (Ausscheiden Griechenlands aus dem Euro-Raum) wirklich verständlich. Wir alle haben ihn irrtümlich als Drohung an Griechenland interpretiert! Tatsächlich war es der Ausdruck einer vagen, europäischen Hoffnung: “Griechenland weg, europäische Probleme weg!“
Und im halbdunklen Hintergrund ein Chor zunehmend ermatteter, leicht zerzauster Papageien: “….äge sind zu errrfüllen, pacta sunt serrrvanda, …äge sind zu errrfüllen, pacta sunt serrrrvanda, …äge sind zu errrfüllen, pacta sunt serrrva …“
(Autor: Christian Schramayr)
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