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01.04.2014
VON JÖRGEN LINKER
Lokales
Outokumpu baut ab - aber nicht in Dillenburg
WIRTSCHAFT Stahlkonzern will 3500 Stellen streichen / Arbeitszeitkonten-Modell in Dillenburger Werk
Dillenburg. Der finnische Outokumpu-Konzern will weltweit 3500 Stellen abbauen, darunter 1000 in Deutschland - das Dillenburger Stahlwerk ist laut Betriebsrat Ralf Heppenstiel davon nicht betroffen, allerdings von anderen Plänen.
"Bis August mit Aufträgen ...
Die Konzernleitung hat am Sonntag Verhandlungen mit dem Betriebsrat und der IG Metall Deutschland abgeschlossen. Sie haben für die vier deutschen Outokumpu-Nirosta-Werke (Bochum, Krefeld, Benrath und Dillenburg) Vereinbarungen getroffen. Folge: In den deutschen Werken sollen 1000 Stellen abgebaut werden, weltweit will Outokumpu insgesamt 3500 Stellen streichen. Nach Angaben von Konzern-Sprecher Sven van Zoest wurde unter anderem Folgendes vereinbart:
- Das Bochumer Werk (Stahlschmelze) soll 2015 geschlossen werden.
- Das Kaltwalzwerk in Benrath soll 2016 geschlossen werden.
- Keine betriebsbedingten Kündigungen bis 2020, der Stellenabbau soll sozialverträglich, zum Beispiel durch Vorruhestand von Mitarbeitern, umgesetzt werden.
Abhängig vom Edelstahlmarkt
Der Betriebsratsvorsitzende des Dillenburger Werks sowie Europa-Betriebsratschef von Outokumpu, Ralf Heppenstiel, erklärte gestern auf Anfrage dieser Zeitung: Das Dillenburger Stahlwerk sei von dem Stellenabbau nicht betroffen. Der werde im Wesentlichen durch die Werksschließungen in Bochum und Benrath vollzogen.
Im Dillenburger Werk arbeiten rund 700 Beschäftigte. Der Betriebsratschef sagt: "Bei uns sind nur Personalmaßnahmen geplant, wenn sich der Edelstahlmarkt negativ entwickelt." Dann soll die Zahl der Schichten verringert und die Mitarbeiter ihre Arbeitsstunden über Arbeitszeitkonten abbauen. Und wie ist die Entwicklung auf dem Edelstahlmarkt? Laut Heppenstiel gibt es für diesen Bereich zwei Marktanalysten in Europa, beide prophezeiten für dieses Jahr vier Prozent Wachstum in Deutschland. Das Dillenburger Werk habe derzeit so viele Aufträge, es sei bis August ausgebucht. Die Produkte, die dort hergestellt werden, zum Beispiel Edelstahl-Verkleidungen für Hochhäuser (sie sollen Sanierungen und Reinigungen an den Gebäuden sparen), seien vor allem in Südostasien sowie in China und Dubai gefragt.
Konzernchef Mika Seitovirta kommentierte die Vereinbarungen vom Sonntag so: "Die Maßnahmen sind schmerzhaft, aber notwendig." Es sei der beste Weg, möglichst viele Arbeitsplätze und zukünftiges Wachstum zu sichern.
Gewinn ist die Summe aus positiven Investitionen abzüglich negativer Investitionen