Opa Berneckers Moderatte(neu weil alter Tr.zuvoll)


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cap blaubär:

Lammkeule an Hätschfonds

 
06.09.01 10:49
Hans Bernecker: Hedge Funds als Achillesferse?
Mails/Nachrichten vom 06.09.2001, Bernecker & Cie.

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Guten Morgen, meine Damen und Herren,
das Spiel der vergangenen Tage setzte sich fort: Erosion der Märkte bei allerdings nicht erhöhten Umsätzen, aber ich schaue verstärkt auf die Hedge Fonds-Szene, worauf ich schon hinwies. Beweise gibt es dafür nicht, wie üblich. Statistiken ohnehin nicht. Aber das gesamte Marktverhalten vieler Akteure sind ein ziemlich sicheres Indiz dafür, daß sich das Baissepotential dieser Fonds erweitert, was entweder zu einem Crash irgendeines Fonds führt, der unmittelbar die Folge haben wird, daß alle anderen sich fluchtartig zurückziehen müssen. Das bedeutet Eindeckung.
Niemand kann sagen, wann so etwas passiert, wie so etwas verläuft. Aber das Gegenteil dessen erlebten Sie im Januar/Februar 2000, damals nach oben.

Die Art und Weise, wie die Fusion/Übernahme HP/Compaq in der Analystenszene behandelt wird, erscheint mir typisch. Ich komme deshalb darauf zurück, weil sie das Stimmungsbild und die Qualität der Analyse am besten beleuchten. Vor
zwei Jahren wäre diese Fusion noch gefeiert worden, vor einem Jahr noch begrüßt und in diesem Jahr verteufelt. Lesen Sie sich einmal in diesen Analysen die ungewöhnlich kurzsichtige Betrachtung des gesamten Vorganges durch. Die Fusion zu rund 88 Mrd Dollar Umsatz mit 160.000 Mitarbeitern
wird behandelt mit den Argumenten eines kurzfristigen Roulettespielers. So was habe ich in den vergangenen vierzig Jahren noch nicht gelesen. Denn:

Die Fusion HP/Compaq ist der Anfang einer größeren Konzentrationswelle in diesem Sektor. Die Ursache ist klar: Es gibt Überkapazitäten, die eliminiert werden müssen, um den Preiskampf zu reduzieren, weil der PC inzwischen nach
zwanzig Jahren ein Austauschprodukt geworden ist. Ähnlich dem Auto oder früher dem Fernseher, Kühlschrank etc. Denn er begründet keine Basis- und keine Folgeinnovation mehr, weil diese Funktion auf das Internet und die Software übergegangen ist. Industriepolitisch macht also diese Fusion Sinn. Offen ist allerdings, wie nun das Ganze durchgeführt wird. Allein darauf wird es ankommen.

Eine Kaufempfehlung für beide Aktien kann man deshalb nicht geben. An meiner bisherigen Einschätzung ändert sich deshalb nichts. Mir ist das, was bisher an Zahlen vorgetragen wurde, noch zu dünn.

Microsoft rettete gestern die Wall Street. Positiv 'überrascht' haben die Ergebnisdaten. Soweit richtig. Aber: Sind mit diesen mageren Fakten 312 Mrd Dollar Börsenwert für Microsoft für ca. 33 Mrd Dollar Umsatz plus 28 Mrd Dollar Cash der richtige Preis? Nehmen Sie selbst den Rechner in die Hand.

Eine Legende geht. Morgen verläßt Jacques Welch den Schreibtisch bei General Electric, eine der größten Erfolgsstories der letzten zwanzig Jahre. Ein Dauerbrenner par excellence. Indes: Auch hier müssen Sie nun rechnen. 407
Mrd Dollar Börsenwert für ca. 140 Mrd Dollar Umsatz in diesem Jahr. Wie hoch darf die Wachstumsprämie 'Ex-Welch' sein? Allein die Markttechnik bei 40/42 Dollar hält mich im Moment davon ab, den Rückzug zu planen, wie ich ihn schon bei 60 Dollar diskutiert hatte. Sie werden sich erinnern.
Jedenfalls: Unter 36 Dollar darf GE nicht fallen. Bitte vormerken.

Frankfurt 'schlurft' der Wall Street mit einiger Mühe hinterher. Eine Eigentendenz ist noch nicht sichtbar. Das große Rad (siehe oben) wird bei Dt. Telekom gedreht. 26 Mio Stück Aktien vorgestern und 16 Mio Stück gestern allein im Xetra-Handel bedeuten ebenfalls um 21 Mio Stück gesamt.
Das geht nicht gut. Bemerkenswert finde ich auch die erneute Schwäche der Finanztitel, speziell der Banken. Morgan Stanley begründete in einer eingehenden Studie, warum die Ertragsqualität der Großbanken sich weiter
verschlechtert. Ich hatte Sie vor drei bzw. fünf Wochen auf diesen Umstand aufmerksam gemacht und rufe dies in Erinnerung.

Eine neue Spekulation baut sich auf. Bitte beachten Sie meinen jüngsten Hinweis auf das sogenannte Medienpaket, nämlich Springer, Pro Sieben und RTL (siehe auch letzter Brief). Insbesondere Springer kriegen Sie nur in einer
Baisse. So hoffe ich sehr, daß Sie zwischen 50 und 57 E. die ersten Stücke ergatterten. Inzwischen 67 E. Seit gestern ist nun auch Pro Sieben im Fokus. Heute berichten die Zeitungen über eine mögliche Kombination mit Kirch
Media, was so unlogisch nicht ist. Hierbei binden Sie bitte RTL wie beschrieben ein. Siehe letzte AB.

Das wär's für heute.

Herzlichst Ihr

Hans A. Bernecker
 




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Lynx:

Super Cap, ich will weiter von Berni lesen!!! o.T.

 
06.09.01 11:25
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SIEGERtrades:

@ cap.blaubaer

 
06.09.01 19:35
Deine Arbeit hier ist vom allerfeinsten!!!

Ein großes Lob vom Sieger fuer Deine Muehen und Deine
Arbeit!!!

Auch ich bin bekennender Berneckfan!!

Mach weiter so und versorg uns auch zukuenftig mit gewohnt
guter Postingqualitaet!!
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