On-Aktie crasht: Roger Federer ist kein Milliardär mehr

Markus Weingran Markus Weingran
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Markus Weingran ist seit mehr als 20 Jahren als Kapitalmarkt-Stratege und Aktien-Experte aktiv. Geprägt durch die langjährige Zusammenarbeit mit dem Finanzexperten Hans A. Bernecker verfolgt er einen klaren Anspruch: in jeder Börsenphase das Beste für Anleger herauszuholen. Weitere Einschätzungen und Trading-Ideen teilt er auch täglich in der wallstreetONLINE Börsenlounge auf YouTube.

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On-Aktie crasht!
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Für die Aktionäre von On Holding ist der Dienstag bitter verlaufen. Die Aktie des Schweizer Sportartikelherstellers verlor zeitweise rund 20 Prozent und rutschte bis auf 30,12 US-Dollar ab. So günstig war das Papier zuletzt im Februar 2024. Mit diesem Absturz holte die Aktie auch gleichzeitig Tennis-Idol Roger Federer aus dem Kreis der Milliardäre.
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Dabei hat On im zweiten Quartal durchaus Wachstum geliefert. Der Umsatz erhöhte sich um 13,5 Prozent auf 850,3 Millionen Schweizer Franken. Währungsbereinigt betrug das Plus sogar 21,6 Prozent. Allerdings hatten Analysten mit mehr gerechnet. Sie wollten mindestens 881 Millionen Schweizer Franken sehen.

Beim Gewinn fiel die Entwicklung deutlich besser aus. Unter dem Strich verdiente On 105 Millionen Franken, nachdem ein Jahr zuvor noch ein Verlust von 40,9 Millionen Franken angefallen war. Auch operativ legte das Unternehmen zu. Der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen stieg auf 168 Millionen Franken.

Großhandelsgeschäft wird zum Problem

Der Haken steckt vor allem in der Zusammensetzung des Wachstums. Während die Verkäufe über die eigenen Geschäfte und Onlinekanäle weiter kräftig zulegten, verlor das Geschäft mit Großkunden an Schwung. Besonders in Amerika entwickelte sich dieser Bereich schwächer.

Werte aus dem Artikel:
On Holding Aktie 31,20 $ +0,55%

Genau das sorgt an der Börse für Nervosität. Jefferies sieht bereits Anzeichen für eine weltweit nachlassende Dynamik im Großhandelsgeschäft und stuft die Aktie mit "Underperform" ein. Das Kursziel liegt bei 24 US-Dollar.

Needham bleibt dagegen optimistischer. Die Analysten verweisen auf das weiterhin starke Direktkundengeschäft und die hohe Bruttomarge. Das Kursziel wurde allerdings von 45 auf 37 US-Dollar reduziert.

Prognose runter – Aktie gleich mit

Zusätzlichen Verkaufsdruck verursachte der neue Jahresausblick. On rechnet 2026 währungsbereinigt nur noch mit einem Umsatzwachstum im niedrigen 20-Prozent-Bereich. Zuvor hatte das Management mindestens 23 Prozent in Aussicht gestellt.

In Schweizer Franken sollen die Erlöse nun zwischen 3,47 und 3,56 Milliarden liegen. Gleichzeitig kämpft der Konzern mit einem Markt, in dem Wettbewerber verstärkt mit Rabattaktionen um Kunden werben.

Für Anleger war die Kombination aus verfehlten Umsatzerwartungen, Schwächen im Großhandelsgeschäft und einer gesenkten Wachstumsprognose offenbar zu viel.

Roger Federer verliert seinen Milliardärsstatus

Besonders prominent trifft der Absturz Roger Federer. Der frühere Tennisstar ist seit Jahren eng mit On verbunden und hält eine Beteiligung an dem Schweizer Unternehmen.

Nach Berechnungen von Forbes schrumpfte Federers Vermögen durch den Kursrutsch auf rund 953,4 Millionen US-Dollar. Allein der Wertverlust seiner On-Beteiligung kostete ihn demnach mindestens 51 Millionen US-Dollar. Damit ist Federer nach Schätzung des US-Wirtschaftsmagazins vorerst kein Milliardär mehr.

Federer dürfte diese Entwicklung finanziell verkraften können. Für Kleinanleger, die deutlich höhere Einstiegskurse bezahlt haben, sieht die Sache anders aus.

Finger weg vom fallenden Messer

On ist operativ keineswegs in einer Krise. Umsatz und Gewinn wachsen, das Direktkundengeschäft läuft stark und die Margen bleiben auf hohem Niveau.

An der Börse zählt derzeit jedoch die Richtung: Die Wachstumsprognose musste gesenkt werden, das wichtige Großhandelsgeschäft schwächelt und Anleger zweifeln daran, wie schnell On wieder positive Überraschungen liefern kann.

Nach dem Absturz auf den tiefsten Stand seit rund zweieinhalb Jahren sollten Anleger deshalb nicht vorschnell ins fallende Messer greifen. Erst wenn sich beim Aktienkurs ein Boden herausbildet und sich die Geschäftsdynamik stabilisiert, dürfte sich ein Einstieg wieder aufdrängen.

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Redaktion Ariva/MW


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