Teilweise großer Reiz, Arbeitsplätze zu verlagern
Die Chance zum „Runner Up“ haben alle Unternehmen, deren Osteuropa-Exposure unter zehn Prozent liegt. Überzeugt haben die Analysten solche Unternehmen, die mit Blick auf diese Region ein klare Strategie haben, in dem beispielsweise kommuniziert wird, welcher Umsatzanteil auf Sicht von drei Jahren dort erzielt werden soll. Dazu zählen Vossloh, Hornbach-Baumarkt, AVA, Douglas, Fuchs Petrolub und GfK. Vossloh und Douglas werden als Favoriten identifiziert. Auf Sicht von drei Jahren will Vossloh den größten Sprung nach vorne machen und in Osteuropa einen Umsatzanteil von fünf Prozent erzielen. Eine Reihe von Zulieferunternehmen, die typischerweise ihren Kunden folgen, haben durchaus die Chance, ihre Exposure mittelfristig stärker zu erhöhen und zu den Etablierten aufzusteigen. Dazu zählt die Studie ACG, Balda, Beru, ElringKlinger.
Die meisten der Unternehmen, die Auskünfte erteilten oder die dazu Angaben im Geschäftsbericht machen, scheinen im Osten teilweise erheblich mehr Geld verdienen als im Konzerndurchschnitt. Beispielsweise ACG, AVA, Dyckerhoff, Heidelberg-Cement, IVG, KarstadtQuelle, KBA, Pfleiderer, SGL. Vier Unternehmen berichteten von einer ähnlich hohen Profitabilität wie in anderen Regionen: GfK, H&R, IWKA, Krones, Techem.
Bei der Expansion nach Osten waren die Grundstoffindustrie und Hersteller einfacher Konsumgüter sicherlich der Vorreiter. Maschinenbauer waren mit der Erschließung oder der Verlagerung bisher eher zögerlich. Sie haben damit noch Potential, davon profitieren zu können. Ob und in welchem Umfang sie das tun werden, dürften unter anderem von der Lohnentwicklung in Deutschland und den möglichen Zielländern abhängen. Der größten Anreiz für eine Verlagerung dürfte bei Heidelberger Druck, KBA, IWKA, Dürr und Gildemeister bestehen.
Insgesamt kommen die Analysten zum Schluß, daß kleinere und mittelständische deutsche Unternehmen Osterweiterung auf Grund möglicher Kosteneinsparungen und auf Basis der Wachstums in den Beitrittsländern gute Chancen haben, Umsätze und vor allem auch Erträge zum Teil deutlich weiter zu steigern. Damit dürften sie für Anleger auch dann interessant sein, wenn die Wirtschaft in Westeuropa weiterhin stagniert.
Solventis Research

Grüße,
JG
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