Ökostrom-Förderung sorgt in Europa bald für höhere Strompreise
Die Preiswende in Europa ist absehbar. In Deutschland steigen die Strompreise bereits das zweite Jahr in Folge.
FRANKFURT (ub). Sonderlasten und der Abbau bestehender Überkapazitäten auf den europäischen Strommärkten - Josef Auer, Experte des Research-Teams der Deutschen Bank, ist überzeugt: Die "Liberalisierungsdividende" der vergangenen Jahre ist dahin. Nach Deutschland, wo nach 2001 die Preise heuer erneut anziehen würden, sei auch für ganz Europa bereits die Strompreiswende in Sicht.
Hauptmotor der Preissteigerungen in den kommenden Jahren seien die rapide wachsenden Sonderlasten, glaubt Auer. Insbesondere die Förderung erneuerbarer Energien, deren Marktanteil die EU bis 2010 verdoppeln will, werde das Subventionsvolumen kräftig in die Höhe treiben und dem Verbraucher höhere Preise bescheren.
Auf der Großhandelsstufe ortet Auer in dem mittelfristig geplanten Abbau von Überkapazitäten auf den europäischen Strommärkten, aber auch in der stark steigenden Stromnachfrage in den EU-Beitrittsländern Potential für Preissteigerungen. Zudem sei absehbar, daß die Russische Gasprom erhebliche Mengen des zunehmend wichtiger werdenden Energieträgers Gas in die asiatischen Märkte exportieren werde. Auch die mittlerweile merklich gestiegene Marktmacht weniger großer Stromerzeuger werde sich vermehrt in höheren Großhandelspreisen abbilden. Insgesamt falle eine höhere Schwankungsanfälligkeit der Strompreise auf. "Das ist die große Stunde der Strombörsen und der Energiehändler", fügt Auer hinzu.
Für Österreich, wo die Preise gemäß Strompreisindex seit der Liberalisierung von Oktober bis Dezember 2001 durchschnittlich um 2,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr nachgegeben haben, sieht Johannes Mayer, Chef-Ökonom der Regulierungsbehörde E-Control, diese Entwicklung allerdings nicht. Der Preistreiber Sonderlasten sei in Österreich zu einem vorläufigen Stillstand gekommen. Steigende Subventionen zur Förderung erneuerbarer Energien würden durch den Wegfall der Subventionen für Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen ab dem Jahr 2004 ausgeglichen.
Die EU-Kommission will noch im Frühjahr diesen Jahres, spätestens aber nach den französischen Wahlen Ende Mai, die Wirkungen der Strommarkt-Liberalisierung untersuchen. Franzosen und Deutsche werden dann Erklärungsnot haben. Während der französische Strommarkt bis heute noch immer nur zu 30 Prozent geöffnet ist, wird Deutschland trotz vollständiger Liberalisierung weiterhin eine Beschränkung des freien Wettbewerbs vorgeworfen. Erst kürzlich beklagte der deutsche Kartellamtspräsident Ulf Böge, die beiden Marktführer RWE und E.On nähmen nach wie vor eine marktbeherrschende Stellung ein.
Deutschland ist zudem das einzige EU-Land ohne Strom-Regulator. Anders als in Österreich werden die Stromtarife dort weiterhin nach dem Gutdünken der Versorger erhoben. Im deutschen Bundeswirtschaftsministerium arbeitet man inoffiziellen Informationen zufolge bereits fieberhaft an einem Papier, das EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti die steigenden Preise auf dem deutschen Markt erklären soll.
Die Preiswende in Europa ist absehbar. In Deutschland steigen die Strompreise bereits das zweite Jahr in Folge.
FRANKFURT (ub). Sonderlasten und der Abbau bestehender Überkapazitäten auf den europäischen Strommärkten - Josef Auer, Experte des Research-Teams der Deutschen Bank, ist überzeugt: Die "Liberalisierungsdividende" der vergangenen Jahre ist dahin. Nach Deutschland, wo nach 2001 die Preise heuer erneut anziehen würden, sei auch für ganz Europa bereits die Strompreiswende in Sicht.
Hauptmotor der Preissteigerungen in den kommenden Jahren seien die rapide wachsenden Sonderlasten, glaubt Auer. Insbesondere die Förderung erneuerbarer Energien, deren Marktanteil die EU bis 2010 verdoppeln will, werde das Subventionsvolumen kräftig in die Höhe treiben und dem Verbraucher höhere Preise bescheren.
Auf der Großhandelsstufe ortet Auer in dem mittelfristig geplanten Abbau von Überkapazitäten auf den europäischen Strommärkten, aber auch in der stark steigenden Stromnachfrage in den EU-Beitrittsländern Potential für Preissteigerungen. Zudem sei absehbar, daß die Russische Gasprom erhebliche Mengen des zunehmend wichtiger werdenden Energieträgers Gas in die asiatischen Märkte exportieren werde. Auch die mittlerweile merklich gestiegene Marktmacht weniger großer Stromerzeuger werde sich vermehrt in höheren Großhandelspreisen abbilden. Insgesamt falle eine höhere Schwankungsanfälligkeit der Strompreise auf. "Das ist die große Stunde der Strombörsen und der Energiehändler", fügt Auer hinzu.
Für Österreich, wo die Preise gemäß Strompreisindex seit der Liberalisierung von Oktober bis Dezember 2001 durchschnittlich um 2,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr nachgegeben haben, sieht Johannes Mayer, Chef-Ökonom der Regulierungsbehörde E-Control, diese Entwicklung allerdings nicht. Der Preistreiber Sonderlasten sei in Österreich zu einem vorläufigen Stillstand gekommen. Steigende Subventionen zur Förderung erneuerbarer Energien würden durch den Wegfall der Subventionen für Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen ab dem Jahr 2004 ausgeglichen.
Die EU-Kommission will noch im Frühjahr diesen Jahres, spätestens aber nach den französischen Wahlen Ende Mai, die Wirkungen der Strommarkt-Liberalisierung untersuchen. Franzosen und Deutsche werden dann Erklärungsnot haben. Während der französische Strommarkt bis heute noch immer nur zu 30 Prozent geöffnet ist, wird Deutschland trotz vollständiger Liberalisierung weiterhin eine Beschränkung des freien Wettbewerbs vorgeworfen. Erst kürzlich beklagte der deutsche Kartellamtspräsident Ulf Böge, die beiden Marktführer RWE und E.On nähmen nach wie vor eine marktbeherrschende Stellung ein.
Deutschland ist zudem das einzige EU-Land ohne Strom-Regulator. Anders als in Österreich werden die Stromtarife dort weiterhin nach dem Gutdünken der Versorger erhoben. Im deutschen Bundeswirtschaftsministerium arbeitet man inoffiziellen Informationen zufolge bereits fieberhaft an einem Papier, das EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti die steigenden Preise auf dem deutschen Markt erklären soll.