OECD senkt Wachstumsprognose deutlich


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OECD senkt Wachstumsprognose deutlich

 
20.11.01 18:28
Dienstag 20. November 2001, 16:20 Uhr
OECD senkt Wachstumsprognose drastisch

OECD senkt Wachstumsprognose deutlich 481576eur.news1.yimg.com/eur.yimg.com/xp/dpa/20011120/806150146.jpg" style="max-width:560px" >


Hamburg (dpa) - Für die allgemeine Konjunkturschwäche ist noch kein Ende in Sicht. Die OECD senkte ihre Wachstumsprognosen für die wichtigsten Industriestaaten im Jahr 2002 um mehr als die Hälfte. Das Wirtschaftswachstum der Mitgliedsländer wird nur noch mit 1,0 Prozent veranschlagt, nachdem zur Jahresmitte noch mit einer Expansion von 2,8 Prozent gerechnet wurde.

In Deutschland hofft die Bundesregierung, dass es im abgelaufenen dritten Quartal wenigstens eine Stagnation und kein Schrumpfen der Wirtschaft gegeben hat.

Angesichts der Konjunkturschwäche dringen die deutschen Arbeitgeber bei der anstehenden Tarifrunde auf niedrigere Lohnzuwächse als im Jahr 2000. Der Bund der Steuerzahler forderte zur Ankurbelung der Konjunktur eine mehrstufige Senkung des Solidaritätszuschlags von jetzt 5,5 Prozent. Indessen dürfte die Konjunkturschwäche die Länder Osteuropas zunächst verschonen. Dort werde es auch im kommenden Jahr noch Wachstumsraten um drei Prozent geben, heißt es in einer ANZEIGE
 
Studie der Osteuropabank (EBRD).

Im zweiten Halbjahr 2001 werde die gesamtwirtschaftliche Produktion im OECD-Raum «zum ersten Mal seit 20 Jahren» geringfügig schrumpfen, stellte die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) fest. Für Deutschland sagt sie in diesem Jahr ein Wachstum von 0,7 Prozent voraus. 2002 könnte es «im Durchschnitt bei nur 1 Prozent» liegen, nach 2,4 Prozent in der bisherigen Prognose.

Eine Belebung erwartet die OECD zum zweiten Halbjahr 2002. Im Jahr darauf könnte das Bruttoinlandsprodukt in den Mitgliedsländern um 3 Prozent wachsen. Die Arbeitslosigkeit werde nicht nur in Deutschland, sondern in den Mitgliedsländern insgesamt wohl bis in das Jahr 2002 hinein weiter steigen. Die Inflation werde wegen der moderaten Ölpreise voraussichtlich niedrig bleiben.

Für die USA mit ihrer Zugrolle für die Weltwirtschaft erwartet die OECD im kommenden Jahr einen Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von nunmehr 0,7 Prozent nach zuvor angenommenen 3,1 Prozent. Die früheren Ostblock-Staaten werden ungeachtet der Konjunkturkrise der EBRD zufolge in diesem Jahr ein Wachstum von 4,3 Prozent schaffen (2000: 5,5 Prozent). Gegen einen weltweiten Abschwung seien sie aber auch nicht gefeit, schränkte die Osteuropabank ein.

Das Bundesfinanzministerium schrieb in seinem Konjunkturbericht, die kurzfristigen Indikatoren der Konjunktur zeigten weiterhin gedämpfte wirtschaftliche Aktivitäten. Insgesamt könnte aber im dritten Quartal 2001 das im Vorquartal erreichte Niveau der gesamtwirtschaftlichen Leistung in etwa gehalten worden sein.

Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt sagte mit Blick auf die kommende Tarifrunde, dass die Spielräume diesmal geringer seien. «Alles, was oberhalb des Produktivitätszuwachses verteilt würde, würde die Konjunkturkrise verschärfen, die Wachstumschancen weiter schwächen und Arbeitsplätze gefährden.» Hundt bot den Gewerkschaften für längerfristige Vereinbarungen bei sich belebender Konjunktur Lohnnachschläge an. Zur Belebung der Wirtschaft seien Steuersenkungen notwendig.

Der Bund der Steuerzahler forderte einen ersten Schritt zur Senkung des Solidaritätszuschlags bereits zum 1. Januar 2002. «Finanziert werden kann dies ohne Schaden für Konjunktur und Bundeshaushalt aus Einsparungen bei Verwaltungs-Ausgaben sowie Zuwendungen und Finanzhilfen», sagte Präsident Karl Heinz Däke in einem dpa-Gespräch.



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