Sky Network Television, auf die sich die WKN A0ETX2 bezieht, ist 2026 weiterhin börsennotiert. Die Aktie handelt als SKT an der NZX und zugleich an der ASX; die offizielle ISIN lautet NZSKTE0001S6. Am 17. April 2026 lag der Schlusskurs bei NZ$3,12. Auf Basis von 137.675.010 ausstehenden Aktien ergibt das eine Marktkapitalisierung von grob NZ$430 Mio. (assets.ctfassets.net)
Meine Einschätzung ist klar: Sky ist keine Wachstumsrakete, aber auch längst nicht mehr das einfache Schrumpf-Opfer, als das der Markt klassische Pay-TV-Werte oft behandelt. Das Unternehmen hat in den vergangenen Jahren sichtbar den Umbau vom reinen Satelliten-Pay-TV-Anbieter hin zu einem breiteren Medien- und Plattformgeschäft geschafft: mit Sky Box, Neon, Sky Sport Now, Broadband und seit 2025 zusätzlich Sky Free mit Three und ThreeNow. Genau dieser breitere Mix macht den Wert heute interessanter als noch vor einigen Jahren.
Zur Geschichte: Sky selbst verweist darauf, 1990 gestartet zu sein und den neuseeländischen TV-Markt grundlegend verändert zu haben. Im Geschäftsbericht 2025 heißt es zudem, dass Sky wie TV3 im Jahr 2025 sein 35-jähriges Jubiläum markiert. Historisch ist Sky also ein alter Medienwert, der aus dem klassischen Bezahlfernsehen kommt, sich aber inzwischen stark in Richtung Streaming, Werbung, Daten und Bündelprodukte weiterentwickeln musste. Die Übernahme von Discovery NZ zum 1. August 2025 war dabei der größte strategische Schritt der jüngeren Firmengeschichte. Sky kaufte 100 % der Anteile für symbolisch 1 Dollar auf cash-free/debt-free-Basis und bekam durch Anpassungen sogar einen Netto-Cash-Zufluss aus der Transaktion. (Sky New Zealand)
Operativ bleibt das Herzstück aber der Sport. Genau dort liegt der eigentliche Burggraben. Sky hat in Neuseeland weiterhin die dominante Stellung bei Premium-Sportrechten, vor allem rund um Rugby, und das ist für Abonnenten, Werbekunden und Vertriebspartner der entscheidende Anker. Der Geschäftsbericht betont ausdrücklich, dass Sky mit dem neuen Fünfjahresvertrag mit NZ Rugby seine Zielgröße für Contentkosten absichern will. Im Halbjahresbericht 2026 beschreibt das Management seine Sportposition als „unrivalled“ und verweist darauf, dass die Rechte über langfristige Verträge und gestaffelte Erneuerungen abgesichert seien. Das ist wichtig, weil Sky ohne Sport nur ein weiterer lokaler Aggregator wäre; mit Sport bleibt Sky in Neuseeland für viele Haushalte und Lokale ein Muss-Produkt. (assets.ctfassets.net)
Die Fundamentaldaten sind besser, als der Ruf des Geschäftsmodells vermuten lässt. Für das Geschäftsjahr 2025 meldete Sky bereinigte Umsätze von NZ$755,1 Mio. und ein bereinigtes EBITDA von NZ$148,5 Mio. Der ausgewiesene Gewinn nach Steuern lag bei NZ$20,2 Mio.; die Bilanz zeigte Gesamtvermögen von NZ$672,9 Mio. und Eigenkapital von NZ$439,0 Mio. Zugleich blieb die ungezogene Banklinie von NZ$100 Mio. per 31. Dezember 2025 vollständig ungenutzt. Das heißt: Die Bilanz ist nicht perfekt, aber deutlich robuster, als man es bei einem traditionellen Medienwert erwarten würde. Die wesentlichen Finanzverbindlichkeiten sind derzeit Leasingverbindlichkeiten, keine gezogene Bankverschuldung. (assets.ctfassets.net)
Auch die jüngsten Zahlen sprechen eher für Stabilisierung als für Niedergang. Im ersten Halbjahr FY26 stieg der zugrunde liegende Umsatz auf NZ$415,4 Mio., das zugrunde liegende EBITDA auf NZ$78,2 Mio. und der zugrunde liegende Gewinn nach Steuern auf NZ$19,3 Mio. Der Free Cash Flow lag bei NZ$87,1 Mio., die Kasse zum 31. Dezember 2025 bei rund NZ$100 Mio., und die Zwischendividende wurde auf 15,0 Cent je Aktie erhöht. Man muss diese Zahlen aber sauber lesen: Der ausgewiesene Halbjahresgewinn von NZ$52,4 Mio. war durch den günstigen Erwerb von Sky Free und durch Optus-Kompensation aufgebläht. Wer Sky seriös bewertet, darf deshalb nicht das gesetzliche Halbjahresergebnis einfach hochrechnen.
Im Detail ist das Bild gemischt, aber konstruktiv. Sky Box ist weiter rückläufig, bleibt aber groß und erstaunlich zäh: Im ersten Halbjahr FY26 lagen die Sky-Box-Umsätze bei NZ$226 Mio., die Kundenzahl bei 435.000, der ARPU bei NZ$85,21; zugleich haben 85 % der Kunden eine Laufzeit von mehr als fünf Jahren. Sky Sport Now wächst weiter, mit 8 % mehr Umsatz und 17 % mehr Kunden. Neon hat dagegen ein echtes Problem bei der Kundenzahl; die Kundenbasis fiel um 18 %, der Umsatz stieg nur dank höherem ARPU noch um 5 %. Broadband wächst stark, mit 37 % mehr Umsatz und 27 % mehr Kunden. Werbung wurde durch Sky Free massiv aufgewertet: Im Halbjahr verdoppelte sich der Werbeumsatz auf NZ$64 Mio., und Werbung machte bereits 15 % des Umsatzes aus. Genau das ist strategisch entscheidend, weil Sky damit weniger abhängig vom reinen Abo-Modell wird.
Ein echter Risikopunkt bleibt das Entertainment-Geschäft. Am 17. Februar 2026 kündigte Sky an, die Vereinbarung über HBO-Max-Inhalte nach Mitte Juni 2026 nicht zu verlängern, weil Warner Bros. Discovery seinen Direct-to-Consumer-Dienst in Neuseeland vorbereitet. Das ist kein Detail, sondern zeigt das strukturelle Grundproblem des Sektors: Internationale Studios wollen ihre Inhalte irgendwann lieber selbst vermarkten. Sky versucht darauf mit mehr Kapitaldisziplin und breiterer Partnerbasis zu reagieren, unter anderem mit Paramount, BBC, Studiocanal und Sony. Das kann funktionieren, ist aber trotzdem ein Warnsignal: Im Entertainment hat Sky weniger Preissetzungsmacht und weniger Exklusivität als im Sport. (new.nzx.com)
Zur Bewertung: Auf Basis des Schlusskurses von NZ$3,12, rund NZ$100 Mio. Kasse und etwa NZ$69 Mio. Leasingverbindlichkeiten liegt der Unternehmenswert grob bei NZ$399 Mio. Gegenüber der FY26-EBITDA-Guidance von NZ$145–160 Mio. entspricht das nur etwa dem 2,5- bis 2,8-Fachen EBITDA. Das ist auf den ersten Blick sehr günstig. Der Abschlag ist aber nicht irrational, sondern spiegelt reale Risiken wider: lineares Fernsehen schrumpft, Inhalte werden teurer, internationale Studios gehen direkt an den Kunden, und der neuseeländische Markt ist klein. Trotzdem ist die Aktie auf diesem Niveau für mich nicht teuer, sondern eher eine ordentlich gepufferte Ertragsaktie mit Turnaround-Charakter. Die FY26-Guidance lautet für den kombinierten Konzern NZ$820–835 Mio. Umsatz, NZ$145–160 Mio. EBITDA, NZ$62–68 Mio. Capex und mindestens 30 Cent Dividende je Aktie. Allein diese Mindestdividende entspräche auf Basis von NZ$3,12 einer Rendite von rund 9,6 %.
Meine Kursziele sind deshalb wie folgt, ausdrücklich als eigene Bewertung und nicht als gesicherte Markttatsache: Im bearischen Szenario sehe ich die Aktie bei etwa NZ$2,70, falls die Integration von Sky Free holprig läuft, die Entertainment-Schwäche anhält und die Sportkosten wieder stärker steigen. Im Basisszenario halte ich NZ$3,60 für fair, wenn Sky die FY27-Wachstumsaussage einlöst, die Werbe- und Broadband-Diversifikation weiter trägt und die Ausschüttungspolitik glaubwürdig bleibt. Im bullischen Szenario komme ich auf etwa NZ$4,20, falls Sky die angekündigten Synergien bis FY28 sauber hebt, die Werbeplattform skaliert und der Markt beginnt, den Wert nicht mehr als linearen TV-Restposten, sondern als dominanten neuseeländischen Sport- und Medienaggregator zu sehen. Rechnet man mit grob 25 bis 30 Cent nachhaltig erzielbarem, bereinigtem Jahresgewinn je Aktie in einigen Jahren, sind diese Bandbreiten aus meiner Sicht plausibel.
Für die nächsten 5 bis 15 Jahre lautet mein Urteil daher so: Sky hat gute Chancen, ein solides, dividendenstarkes Medienunternehmen zu bleiben, aber nur dann, wenn es seinen Sport-Burggraben verteidigt und parallel den Umbau zu Werbung, Streaming, Free-to-Air und Bundles konsequent durchzieht. Ich halte es für wahrscheinlich, dass Sky in fünf Jahren stärker diversifiziert und ertragsstärker ist als heute. Für zehn bis fünfzehn Jahre bin ich vorsichtiger: Dann wird entscheidend sein, ob Sportrechte weiterhin in Paketen bei Plattformen wie Sky landen oder ob auch dieser Markt stärker direkt zu den Ligen und Rechteinhabern wandert. Sky ist damit kein ewiger Qualitätscompounder, aber auf dem heutigen Kursniveau ein interessanter Spezialwert mit hoher laufender Ausschüttung, brauchbarer Bilanz, nachvollziehbarer Strategie und besserem Chance-Risiko-Verhältnis, als man es einem klassischen Pay-TV-Namen spontan zutrauen würde.
Autor: ChatGPT
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