NRW-SPD entzieht Bundestagskandidaten die Kandidat


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NRW-SPD entzieht Bundestagskandidaten die Kandidat

 
15.03.02 21:14
NRW-SPD entzieht Bundestagskandidaten die Kandidatur

Zuletzt aktualisiert: 15 März 2002 20:32

Düsseldorf (Reuters) - Die nordrhein-westfälische SPD hat als Konsequenz aus dem Kölner Spendenskandal dem designierten Bundestagskandidaten Werner Jung die Kandidatur vorerst entzogen.
Der nordrhein-westfälische SPD-Chef Harald Schartau sagte am Freitagabend nach einer Sitzung des Parteivorstands der NRW-SPD in Düsseldorf: "Mit sofortiger Wirkung werden alle Rechte aus der Parteimitgliedschaft ruhen." Daraus ergebe sich, dass Jung derzeit nicht als Kandidat auf der Landesliste für die Bundestagswahl erscheinen könne. Es gebe Zweifel an den Ausgaben Jungs und den dafür vorgelegten Quittungen. Die parteiinterne Aufklärung der Affäre verzögert sich nach SPD-Angaben möglicherweise bis Ostern. Unterdessen räumte der Bauunternehmer Uwe Clees eine Spende über 500.000 Mark an die SPD Wuppertal ein, die im Rechenschaftsbericht der Partei so nicht ausgewiesen ist. Ermittlungen gegen einen ehemaligen SPD-Spitzenpolitiker wegen Korruptionsverdachts gibt es auch in Recklinghausen.

Die nordrhein-westfälischen Kandidaten sollen am Samstag auf einem Landesparteitag bestätigt werden. Die NRW-SPD hatte deshalb eine besondere Prüfung der Kandidaten angeordnet. Der 48-jährige Jung sollte erstmals für den Bundestag kandidieren und den Kölner Wahlkreis des langjährigen Abgeordneten Konrad Gilges übernehmen. Schartau sagte, es werde ein Parteiordnungsverfahren eingeleitet und auch geprüft, ob Jung aus der Partei ausgeschlossen werde. Erweisen sich die Zweifel an Jungs Finanzen als unbegründet, kann der Kölner doch noch kandidieren. Sonst kann bis 66 Tage vor der Wahl am 22. September ein Ersatzkandidat benannt werden.

Jung gehörte als Bundestagskandidat zu den SPD-Politikern, die vor wenigen Tagen eine Ehrenerklärung zur Spendenaffäre abgegeben hatten. In der Erklärung versichern sie, keine fingierten Spendenquittungen angenommen zu haben. Inzwischen zurückgetretene Spitzenpolitiker der Kölner SPD hatten eingeräumt, illegale Spenden in Höhe von 424.000 Euro angenommen und diese als Kleinspenden diverser SPD-Politiker verbucht zu haben. Bis Montag sollen auch die 109 kommunalen SPD-Spitzenpolitiker Ehrenerklärungen abgeben. Nach Angaben des als Prüfer eingesetzen Jürgen Schmude haben bislang rund zehn SPD-Mitglieder eingestanden, fingierte Quittungen erhalten zu haben. Der Oberfinanzdirektion liegt nach Angaben der SPD eine Liste mit 42 Empfängern falscher Spendenbelege vor.

SPD-Schatzmeisterin Inge Wettig-Danielmeier sagte Reuters zur Innenrevision der Kölner SPD, deren Bericht für diese Woche angekündigt worden war: "Wir bemühen uns, den Bericht in diesem Monat fertig zu stellen." Grund für die Verzögerung sei der große Aufwand bei der Sichtung der Akten. Diese sind großteils von den Behörden beschlagnahmt. Die SPD teilte mit, der Ex-Geschäftsführer der Kölner SPD, Arno Carstensen, sei einem Ausschluss zuvorgekommen und aus der Partei ausgetreten.

CLEES: KEIN ZUSAMMENHANG ZWISCHEN SPENDE UND BAUPROJEKTEN

In Zusammenhang mit den Korruptionsermittlungen gegen SPD-Mandatsträger in Wuppertal erklärte der Wülfrather Bauunternehmer Clees, er habe die SPD im Kommunalwahlkampf 1999 mit einer halben Million Mark und die CDU mit 125.000 Mark unterstützt. Clees erklärte, seine Parteispenden stünden in keinem Zusammenhang mit seinen Investitionen. "Durch die Spenden an die beiden großen Parteien habe ich (...) weder jemals Vorteile erhalten noch mir solche versprochen." Die Wuppertaler Staatsanwaltschaft ermittelt nach eigenen Angaben, ob die Zuwendungen SPD-Oberbürgermeister Hans Kremendahl bei Entscheidungen über große Bauvorhaben beeinflussen sollten.

Die Staatsanwaltschaft hat nach eigenen Angaben Anhaltspunkte dafür, dass die Spende von Clees durch den Geschäftsführer des SPD-Unterbezirks Wuppertal, Jörg Biesterfeld, verschleiert wurde. Im Rechenschaftsbericht der SPD wird nur eine Spende der von Clees geführten C + W Bauträgergesellschaft in Höhe von 250.000 Mark ausgewiesen. Als ein weiterer Großspender ist mit 200.000 Mark ein ehemaliger Auftragnehmer von Clees, Fred Noatnick, ausgewiesen. Noatnick ließ erklären, es habe von ihm keine Spende an die SPD gegeben.

ERMITTLUNGEN GEGEN EX-FUNKTIONÄR DER SPD IN RECKLINGHAUSEN

In Recklinghausen wird nach Angaben der Bochumer Staatsanwaltschaft gegen den mittlerweile entlassenen Geschäftsführer der städtischen Wohnungsgesellschaft Recklinghausen, Peter Rausch, wegen Verdachts auf Bestechlichkeit ermittelt. Rausch war auch Chef der SPD in der Stadt. Nach einem Bericht der "Frankfurter Rundschau" wird ihm vorgeworfen, in seiner Funktion als Geschäftsführer an Baufirmen Aufträge vergeben zu haben, die ihm im Gegenzug sein Privathaus unentgeltlich errichtet haben sollen. Nach SPD-Angaben hat Rausch wegen der Ermittlungen sein Parteiamt aufgegeben. SPD-Landeschef Harald Schartau sagte, es handele sich nicht um den Verdacht illegaler Spenden an die Partei.






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Umfrage: SPD-Affäre so schlimm wie CDU-Skandal

 
15.03.02 21:31
SPIEGEL ONLINE - 15. März 2002, 14:05
URL: www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,187202,00.html
Umfrage

SPD-Affäre so schlimm wie CDU-Skandal

Berlin - Die Mehrheit der Deutschen hält die Spendenaffäre der SPD in Nordrhein-Westfalen für ähnlich gravierend wie den Skandal der CDU. Laut einer am Freitag veröffentlichten Forsa-Umfrage im Auftrag des Nachrichtensenders N24 meinen 56 Prozent der Befragten, dass die Kölner Affäre und möglicherweise die in Wuppertal genauso schlimm sind wie die Ende 1999 bekannt gewordene Spendenaffäre der Union. Elf Prozent sind der Meinung, der SPD-Skandal übersteige die Dimension der CDU-Affäre. Dagegen halten 25 Prozent das Finanzgebaren der Sozialdemokraten für weniger gravierend - vor allem viele SPD-Anhänger sind dieser Ansicht.



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hjw2:

ja ja die Guten und die Bösen....*g* o.T.

 
15.03.02 21:44
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Schorsch Dab.:

Nee, diese Affäre ist noch schlimmer

 
15.03.02 22:59
Die CDU hatte einen Spendenskandal. Mehr konnte nicht
nachgewiesen werden.

Die SPD in Köln hat leider auch einen Korruptionsskandal
mit persönlicher Bereicherung. Sozis eben, wie man sie eben kennt.
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ecki:

Genau Schorsch!

 
15.03.02 23:02
Bei der CDU hat man durch eisernes Schweigen dafür gesorgt, das man nicht weiß, wer warum wieviel gezahlt hat.
Bei der SPD wird der ganze Sumpf offenbar und hoffentlich ausgetrocknet.

Was ist da besser?

Grüsse
ecki
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verdi:

ecki,Du sagst es!! Ich möchte auch nicht wissen,

 
15.03.02 23:09
wie das in Bayern aussieht,wo die CSU seit dreihundertfünfundneunzig Jahren
allein regiert!!:-((
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Schorsch Dab.:

Wollen wir mal hoffen, dass der Sumpf

 
15.03.02 23:21
ausgetrocknet wird.
So wie hier die Diskussionen laufen, ist die Gefahr doch gross,
dass er noch zum Politikstandard deklariert wird.

Eine brutalstmögliche Aufklärung haben wir ja schon hinter uns.
Damit hat sich ja der Stoibernachfolger profiliert.

Alle Beteiligten sollten zur Strafe ihren Dienst für
die Öffentlichkeit in Zukunft in der Mühlverbrennungsanlage ableisten.
Da könnten sie wenigstens was für die Allgemeinheit tun,
qualifiziert genug sind sie ja auch für diese Art von Tätigkeit.
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SchwarzerLor.:

Es wird immer schlimmer.

 
16.03.02 15:45
www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,187492,00.html

Täglich neue Konten und Summen und Beteiligte, die vorher noch nicht genannt worden waren. Der CDU-Skandal war zwar moralisch mind. genauso heftig, aber die finanziellen Dimensionen hier sind ganz andere. Ich wünsche der SPD viel Vergnügen bei den Wahlabenden dieses Jahr.
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ruhrpottzocker:

So ein Rausschmiss ist leider unüblich.Hoffentlich

 
16.03.02 15:59
wird er Vorbild.
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Dan17:

Die Toten werden nach der Schlacht gezählt o.T.

 
16.03.02 16:29
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mod:

Dan17, wo bleibt Dein sonst üblicher moralischer

 
16.03.02 18:01
Anspruch?

Du enttäuscht mich.

Das schon in Deinem Alter?

PS.:
Ich finde die CDU-Affäre usw. genau so schlimm.
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sonntagnacht:

schaut doch mal hier

 
16.03.02 18:11
n
a
ac
c
..

blau.ariva.de/board/...hread=1&nr=108019&search=sonntagnacht&1
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sonntagnacht:

naja

 
16.03.02 18:24
Kölner SPD-Promis auf Spenderliste


D er Kölner Ex-SPD-Fraktionschef Norbert Rüther hat die von ihm eingetriebenen Großspenden auf prominente Stadtpolitiker verteilt. Wie FOCUS berichtet, stehen auf einer vom ehemaligen Schatzmeister der Kölner Sozialdemokraten, Manfred Biciste, an die Oberfinanzdirektion übergebenen Liste die Namen von 42 Spendern. Unter ihnen sind viele prominente Kölner SPD-Mitglieder: Rüther, Biciste, die Buchhalterin Margit Legies-Decker, der frühere Oberbürgermeister-Kandidat Klaus Heugel, der frühere Vorsitzende Kurt Uhlenbruch, Bundestagskandidat Werner Jung und die beiden Landtagsabgeordneten Jan-Marc Eumann und Annelie Kever-Henseler.

SPD-Buchhalterin ist Schlüsselfigur

Die Buchhalterin des SPD-Unterbezirks Köln, Legies-Decker, gilt nach Informationen von FOCUS als weitere Schlüsselfigur in der Spendenaffäre der Partei. Der inzwischen aus der Partei ausgetretene ehrenamtliche Ex-Schatzmeister der Kölner Sozialdemokraten, Manfred Biciste, überließ es jahrelang seiner angestellten Finanzfachkraft, Spendenquittungen für Personen auszustellen, die der Partei nichts gespendet hatten.

So sei die Herkunft von mindestens 511 000 Mark, die der frühere Kölner Fraktionsvorsitzende Rüther bei der Entsorgungswirtschaft gesammelt hatte, von 1995 bis 1999 verschleiert worden.

Legies-Decker setzte auch bei anderen Gelegenheiten Strohmänner zur Verbuchung von Parteispenden ein. So habe Mitte der 90er-Jahre der mit der Renovierung der Kölner Parteizentrale beauftragte Architekt Stefan Gmyrek auf Bitten der Buchhalterin eine vierstellige Spendenquittung entgegen genommen.

Für die von der Düsseldorfer und Berliner Parteispitze eingesetzte interne Revision der SPD ist die Mitarbeiterin derzeit nicht greifbar, weil sie nach Informationen von FOCUS Köln für eine „mehrwöchige Urlaubsreise“ Richtung Italien verlassen hat.


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Was weiß Müntefering wirklich?

 
16.03.02 18:40
16.03.2002  

Was weiß Müntefering wirklich?  


Berlin – SPD-Generalsekretär Franz Müntefering (62) greift in diesen Tagen noch häufiger als sonst zum Zigarillo. Die Nerven! Denn er muss jetzt schnell Klarheit in die SPD-Spendenaffäre bringen.



Franz Müntefering  
„Ich stehe hier mit gutem Gewissen und sauberen Taschen“, sagt Müntefering, wenn das Gespräch auf die SPD-Spendenaffäre in Nordrhein-Westfalen kommt. Und seine Mitarbeiter versichern routiniert: „Münte weiß nicht mehr, als öffentlich bekannt ist!“

Kann das überhaupt sein – obwohl er selbst NRW-Landeschef und viele Jahre einer der einflussreichsten Genossen an Rhein und Ruhr war? Unions-Fraktionsgeschäftsführer Hans-Peter Repnik (CDU) fragt deshalb: „Köln, Wuppertal, Recklinghausen und die Nummer eins der NRW-SPD will von allem nichts gewusst haben?“

Und im Berliner Willy-Brandt-Haus, Münteferings Schalt- und Machtzentrale, sorgten gestern Berichte für Aufsehen, die Schatzmeisterei kenne alle Parteispender mit vollem Namen. Auch jene also, die in Köln fingierte Quittungen für illegale Großspenden ausgestellt haben.

Doch in der SPD-Buchhaltung weiß nur einer wirklich Bescheid: der Computer.

Auf den Festplatten des SPD-Zentralrechners sind alle Namen von SPD-Spendern seit 1998 gespeichert – samt Adresse und Spendenbetrag. Der Haken: Weil die Daten in Codenummern verschlüsselt sind, ist eine Auflistung aller Spender aus Köln technisch nicht möglich.

Ein Müntefering-Mitarbeiter: „Franz gäbe alles dafür, wenn wir aus diesen Daten die schwarzen Schafe von Köln heraussieben könnten.“ Denn Parteichef Gerhard Schröder hat seinem General einen klaren Auftrag erteilt: „Sorge in Köln schnellstens für Ordnung – notfalls mit dem eisernen Besen!“

In der SPD hat Münteferings drastisches Vorpreschen schon für Kritik gesorgt.

Ein Mitglied des Fraktionsvorstandes: „Wie der mit den Funktionären in Köln umgeht, ist hart am Rande der Legalität.

Müntefering verfährt nach der Methode: Erst Parteiausschluss und dann fragen, ob es den Richtigen getroffen hat.“


FOTO:
ddp


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Happy End:

Trienekens-Geschäfte

 
16.03.02 19:18
...offenbar auch in anderen Gemeinden nicht sauber

Auch abseits des Kölner Spendenskandals sieht sich Trienekens mit zahlreichen Vorwürfen konfrontiert. Im CDU-regierten Mühlheim an der Ruhr hat es offenbar beim Verkauf der städtischen Müllentsorgung an den Entsorger Unsauberkeiten gegeben. Unterdessen wiederholt die SPD-Führung ihr Versprechen, eine rasche Aufklärung der Affäre herbeizuführen.

Berlin/Essen - Der "Westdeutschen Allgemeinen" zufolge sind Teile des städtischen Unternehmens in Mühlheim ohne Ausschreibung an Trienekens veräußert worden. Die Bezirksregierung habe im Nachprüfungsverfahren später eine Annullierung des Geschäfts wegen Formfehlern zwar abgelehnt, aber festgestellt, dass die Stadt eigentlich öffentlich hätte ausschreiben müssen. Jörg Dehn, Referent des Mühlheimer Oberbürgermeisters Jens Baganz (CDU), räumte der Zeitung zufolge ein, dass inzwischen vergaberechtlich klar sei, dass so etwas heute nicht zulässig wäre.
Die "Welt am Sonntag" berichtete, Trienekens solle in Oberhausen über einen Zeitraum von mindestens acht Jahren Sperrmüll für einen Preis von rund 150 Euro je Tonne angenommen haben. Trienekens solle den Großteil des Mülls an eine Verbrennungsanlage geliefert haben und dafür nur rund 50 Euro pro Tonne bezahlt haben. Auf diese Weise solle Trienekens bis zu 15,3 Millionen Euro zusätzlich eingenommen haben, berichtet das Blatt.

Zudem zitiert die Zeitung den früheren Projektleiter des Anlagenbauers Steinmüller für den Bau der Kölner Müllverbrennungsanlage, Jörgen Becker, mit schweren Vorwürfen gegen Trienekens. Unternehmen der Gruppe hätten rund 5,1 Millionen Euro über eine Schweizer Firma an den Finanzbehörden vorbeigeleitet, heiße es in einem anwaltlichen Schreiben Beckers, berichtet das Blatt. Rund 7,26 Millionen Euro seien von Steinmüller an die Schweizer Firma geflossen, die offenbar eine Briefkastenfirma sei. Beim Bau der Kölner Anlage sollen laut Staatsanwaltschaft Schmiergelder in Millionhöhe geflossen sein. Von Trienekens war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Unterdessen hat die nordrhein-westfälische SPD noch einmal eine schnelle und schonungslose Aufklärung der Parteispenden- und Schmiergeldaffären zugesichert. Wer krimineller Machenschaften überführt werde, werde dafür zur Verantwortung gezogen, versprachen Landesparteichef Harald Schartau und Generalsekretär Franz Müntefering am Samstag auf dem Listenparteitag der NRW-SPD in Düsseldorf. Müntefering wurde mit 96,8 Prozent der 411 Delegierten zum Spitzenkandidaten der NRW-SPD für die Bundestagswahlen gewählt.

Gleichzeitig warnten beide Politiker vor Pauschalverdächtigungen aller Sozialdemokraten in den betroffenen Ortsverbänden Köln, Wuppertal und Recklinghausen. Vorverurteilung und Sippenhaft dürfe es nicht geben. Scharf kritisierte Müntefering Versuche, Bundespräsident Johannes Rau in die Affären hineinzuziehen. "Es gibt keine Sippenhaft und es gibt auch keine Wohnorthaft", betonte der Generalsekretär. Rau hatte seine Heimatstadt Wuppertal 40 Jahre lang als Abgeordneter im Düsseldorfer Landtag vertreten und war rund 20 Jahre Ministerpräsident und Parteichef in NRW.

Die Schlüsselfigur der Kölner Affäre, der ehemalige Chef der SPD-Ratsfraktion Norbert Rüther, soll nun unter Ausschöpfung aller juristischen Zwangsmittel zur Aufklärung des Skandals gezwungen werden. Am Montag werde Klage gegen Rüther beim Kölner Landgericht eingereicht, kündigte Schartau an. Notfalls werde die SPD Beugehaft gegen den ehemaligen Spitzen-Funktionär beantragen, sagte der Schatzmeister der NRW-SPD, Axel Horstmann. Die CDU-Opposition wertete den Parteitag als reine Show. Die Absicht der SPD, ihre Skandale auf einzelne Städte zu begrenzen, sei gescheitert, meinte CDU-Generalsekretär Herbert Reul in Düsseldorf.

spiegel.de
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Happy End:

33 Millionen auf Schweizer Konten

 
16.03.02 19:21
Die Spenden- und Schmiergeldaffäre der SPD rund um den Bau der Kölner Müllverbrennungsanlage hat größere Dimensionen als bisher angenommen. Den Ermittlern zufolge flossen mindestens 33 Millionen Mark auf Schweizer Konten.

Nach jüngsten Erkenntnissen der Kölner Staatsanwaltschaft wurden die Millonensummen zwischen 1993 und 2000 in die Schweiz überwiesen. Neben dem Gummersbacher Anlagenbauer Steinmüller soll auch der Viersener Müllunternehmer Hellmut Trienekens eine Kriegskasse unterhalten haben. Nach Berechnungen der Ermittler wurden in den Jahren 1995 bis 2000 rund zwölf Millionen Mark über Scheinrechnungen der Schweizer Firma Stenna AG von unterschiedlichen Trienekens-Töchtern abgezogen.
Die Ermittler haben Hinweise darauf, dass zumindest Teile der Trienekens-Gelder auch nach Deutschland zurückgeflossen sind. Außerdem gehen sie dem Verdacht nach, dass es sich bei den ins Ausland transferierten Beträgen auch um Schmiergelder handeln könnte. Trienekens bestreitet eine solche Verwendung vehement. Es seien weder Beamte noch andere Amtsträger bestochen worden. Zwar sollten, so habe der Unternehmer eingeräumt, die Gelder "zum Öffnen von Türen" verwendet werden, allerdings seien sie ausschließlich für den Aufbau einer Schweizer Tochterfirma gedacht gewesen.

Neue Erkenntnisse haben die Ermittler auch über die Verwendung der von Steinmüller-Geschäftsführer Sigfrid Michelfelder in die Schweiz transferierten Schmiergelder. So soll Alt-SPD-Mann Karl Wienand insgesamt mehr als vier Millionen Mark aus den schwarzen Kassen erhalten haben. Der frühere Kölner SPD-Ratsfraktionsvorsitzende und Landtagsabgeordnete Norbert Rüther hat bei seiner Vernehmung vergangene Woche zugegeben, insgesamt 320.000 Mark in drei Tranchen bei Besuchen in der Schweiz erhalten zu haben. Bislang war nur von 70.000 Mark die Rede. Außerdem offenbarte er, dass die Kölner SPD insgesamt drei schwarze Kassen unterhalten habe.

Auch die schleswig-holsteinische Ministerpräsidentin Heide Simonis (SPD) gerät immer stärker in den Strudel dubioser Genossen-Deals. Der am vergangenen Dienstag wegen nicht angemeldeter Nebentätigkeiten für fünf Immobilien-Firmen fristlos entlassene Staatskanzlei-Bedienstete Karl Pröhl hat zumindest für einen seiner Zusatzjobs offiziell eine Genehmigung beantragt.

Schon im September 2001 hat er, nach SPIEGEL-Informationen, bei der Personalabteilung der Kieler Staatskanzlei darum gebeten, im Vorstand der Projektentwicklungsgesellschaft B&B gerRelations AG (B&B) tätig werden zu dürfen. Obwohl das Unternehmen ab Oktober 2001, als einer von mehreren Interessenten für den Kauf des Kieler Schlosses, mit dem Land verhandelte, sah Simonis' Staatskanzlei offenbar keine Interessenkollision - und das, obwohl Pröhl selbst dem Finanzministerium B&B als Investor vorgeschlagen hatte. Hinter dem Projektentwicklungsunternehmen stand inkognito die Westdeutsche ImmobilienBank, eine Tochter der SPD-dominierten WestLB. Just jene Bank, die auch das Wertgutachten für den Verkauf des Schlosses erstellt hat.
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