Windkraftboom auch in der Fondsbranche ungebrochen
Der Windenergie bläst keine steife Brise entgegen: Über 100 neue Fonds werden aufgelegt
Berlin cb - Der Windkraftboom in Deutschland ist ungebrochen: In Betrieb sind derzeit 12.250 Windräder, die Anfang August die Rekordmarke von 10.000 Megawatt Windenergieleistung am deutschen Stromnetz erreichten. Im ersten Halbjahr 2002 gingen allein in Deutschland knapp 830 neue Windkraftanlagen ans Netz. Der Zuwachs lag um 34 Prozent höher als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Ein Drittel der 2001 gebauten Windparks wurden über geschlossene Fonds mit einem Investitionsvolumen von 1,5 Milliarden Euro finanziert. Dieser Anlagetrend setzt sich weiter fort, wie eine Umfrage des Analystenhauses Fondscope unter Initiatoren und Vertrieben ergab. 92 Prozent der Initiatoren wollen 2002 mindestens einen neuen Windkraftfonds auflegen. Insgesamt mehr als 100 neue Fonds werden erwartet.
Jedoch fehlt es in Deutschland an ertragreichen Standorten. Dieser Mangel ist laut 42 Prozent der Befragten die größte Hürde bei der Konzeption neuer Fonds. Deshalb wollen sich viele künftig verstärkt im Ausland umsehen. Den ersten Auslands-Windfonds hat kürzlich das Unternehmen Energiekontor aufgelegt. Es investiert über eine griechische Tochtergesellschaft in den auf der Insel Euböa errichteten Windpark Zarax. Laut Fondscope ziehen aber auch Länder wie Spanien, Frankreich, Italien und die Türkei Investoren an. Windkraft-Analystin Dijana Lovrekovic sieht in der Expansion ins Ausland eine viel versprechende Möglichkeit, den Mangel an rentablen Windkraftfonds zu beseitigen.
Die ehrgeizigsten Pläne der Branche verbergen sich hinter dem Schlagwort "Offshore", das sind Windenergie-Standorte im Meer. Nach den Plänen des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) sollen bis 2030 rund 15 Prozent des deutschen Stromverbrauchs aus Offshore-Windparks gedeckt werden. Zuvor allerdings müssen Anlagen entwickelt werden, deren 50 bis 60 Meter lange Flügel nicht nur den Nordseestürmen standhalten, sondern die auch an das gängige Stromnetz angebunden werden können. Im November 2001 erhielt das Energieunternehmen Prokon als Erstes die Genehmigung, zwölf Offshore-anlagen auf hoher See, 42 Kilometer nordwestlich der Nordsee-Insel Borkum, zu bauen. Die Rotoren dieser als Pilotprojekt geltenden Anlage sollen sich spätestens 2004 drehen.
Auch das so genannte Repowering bietet einen Weg aus der Standortproblematik. Um die Wirtschaftlichkeit am bestehenden Standort zu erhöhen, wollen 45 Prozent der im Rahmen der Windkraft befragten Initiatoren, Windenergieanlagen älteren Baujahrs erneuen oder durch leistungsstärkere Anlagen ersetzen. Die Erwartungen dabei sind hoch gesteckt: Die Befragten erwarten nicht nur mehr Leistung, sondern auch mehr Akzeptanz in der Bevölkerung, weil sie sowohl optisch als auch akustisch "weniger belastend" seien. Die Branche rechnet ab 2006 mit Repowering-Aktivitäten.
Davon könnte die Nordex AG profitieren, die mit einem Marktanteil von rund sieben Prozent zu den größten Windturbinenherstellern der Welt zählt. Der Kurs der Aktie ist von seinem Hoch von elf auf drei Euro eingebrochen. Diese Talfahrt halten die Analysten der NordLB für fundamental unbegründet. Sie stufen die Aktie mit "Akkumulieren" ein.
Schon etwas älter,aber trozdem aktuell.
Gruß Kostolmoney