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Der Kurs des deutschen Windkraftanlagenbauers Nordex wird in diesem Jahr durch starke Unsicherheiten belastet. Der angekündigte Atomausstieg nach der Reaktorkatastrophe in Fukushima hätte eigentlich ein starkes, positives Signal für das Unternehmen sein müssen. Die danach einsetzende Schuldenkrise hat aber zu einer starken Unsicherheit über den weiteren Ausbau der regenerativen Energie geführt.
Das Rostocker Unternehmen entwickelt, produziert und vertreibt technologisch anspruchsvolle Windkraftanlagen der Megawatt-Klasse und übernimmt als Systementwickler auch die Planung und den Entwurf großer Anlagen. Damit arbeiten sie profitabel und erzielten 2010 bei einem Umsatz von 972 Millionen Euro eine EBIT-Marge von 5,7 Prozent. Aktuell liegt die Marge aber nur noch bei 4 Prozent und wenn sich die Umsätze nicht so entwickeln wie erwartet, könnte Nordex nächstes Jahr in die Verlustzone rutschen. Konkurrenten wie der dänische Weltmarktführer Vestas verfügen über eine EBIT-Marge von 6,6 Prozent und sind damit im Verteilungskampf um die verbleibenden Aufträge deutlich besser aufgestellt.
Diese Bedenken führten bereits Mitte Oktober zu einer Herabstufung der Empfehlung von Nordex durch die Commerzbank auf 'Reduce'. Analystin Lauren Licuanan begrüßte zwar das angelaufene Kostensenkungsprogramm und die Einführung neuer Produkte, sieht aber die Pläne des Unternehmens durch die konjunkturellen Unsicherheiten gefährdet. Eine faire Bewertung der Aktie sei erst bei einem Kurs von 3,50 Euro erreicht. Als nächstes folgte Goldman Sachs, die vor wenigen Tagen ihre Empfehlung auf 'Sell' und das Kursziel auf 3,60 Euro senkte.
Analyst Stephen Benson verwies dabei auf einsetzende Sparmaßnahmen in Europa und die zudem nachlassende, politische Unterstützung für Subventionen neuer Projekte im Bereich der Erneuerbaren Energien. Als einzige sehen die Experten der Deutschen Bank beim Kurs der Aktie den Boden erreicht und die kurzfristig schwierigen Geschäftsperspektiven bereits eingepreist. Ihre Empfehlung beliesen sie bei 'Hold' und als fairen Wert der Aktie sehen sie 4,00 Euro an.
Gute Nachrichten kommen inzwischen von Nordex, die in Pakistan Aufträge über fünf neue Windkraftparks mit einem Gesamtvolumen von 250 Megawatt erhalten hat. Das Land plant neue Kraftwerkskapazitäten um Stromengpässe zu überwinden und sieht ein Potential von 11.000 Megawatt an seiner Küste. Kurzfristig wird die Aktie davon aber nicht profitieren, so dass es für einen Einstieg noch zu früh ist.
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