ROUNDUP/Bundesregierung warnt: Auch große Banken Übernahmekandidaten 04.12.2003 12:34 Headlines
MÜNCHEN (dpa-AFX) - Angesichts der möglichen Übernahme von deutschen Banken
durch ausländische Konkurrenten sieht die Bundesregierung weiterhin akuten
Handlungsbedarf. "Die Bedeutung des nationalen Finanzmarkts für die Wirtschaft
und Beschäftigungslage in diesem Land zwingt zum Handeln", sagte
Finanzstaatssekretär Caio Koch-Weser am Donnerstag in München.
Jenseits der Grenzen habe die Neustrukturierung des Bankensektors längst
begonnen. Auf diesem Weg hätten sich Kreditinstitute in den USA, Großbritannien
und der Schweiz formiert, die begehrliche Blicke auf den hiesigen Bankenmarkt
richteten. Selbst große deutsche Banken könnten schnell zu Übernahmekandidaten
werden.
"Um den deutschen Kreditinstituten sowohl im nationalen als auch im
internationalen Rahmen zu mehr Gewicht zu verhelfen, ist der Gesetzgeber auf
Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene gefordert", sagte Koch-Weser auf der
Jahresversammlung des Bayerischen Bankenverbands. Er hatte in den vergangenen
Wochen für Aufsehen gesorgt, als er Fusionen zwischen privaten,
öffentlich-rechtlichen und genossenschaftlichen Kreditinstituten ins Gespräch
brachte. Dies würde eine Aufweichung des Drei-Säulen-Modells bedeuten.
"Bevor man eine Säulen übergreifende Konsolidierung anstrebt, erscheint es
zunächst zweckmäßig, die Zusammenarbeit zwischen privaten Banken,
Genossenschaftsinstituten und Sparkassen in einzelnen kostenintensiven Bereichen
auszubauen", sagte er nun. Als Beispiele nannte er den Zahlungsverkehr und die
Abwicklung von Wertpapiergeschäften.
Das deutsche Modell habe seine Vorteile, sagte Koch-Weser. So gebe es eine
"gute und kostengünstige Versorgung der Bevölkerung mit Finanzdienstleistungen
selbst in entlegenen Teilen des Landes". Allerdings seien bei den Sparkassen die
hohen Kosten für den Unterhalt des dichten Filialnetzes ein Problem.
Die Notwendigkeit von Einschnitten ins Filialnetz und von größeren
Geschäftseinheiten zu schaffen, sei aber bereits erkannt worden. Bei den
Großbanken wiederum habe sich vor allem die hohe Abhängigkeit von den
internationalen Kapitalmärkten empfindlich bemerkbar gemacht./DP/af
Gruß Pichel
MÜNCHEN (dpa-AFX) - Angesichts der möglichen Übernahme von deutschen Banken
durch ausländische Konkurrenten sieht die Bundesregierung weiterhin akuten
Handlungsbedarf. "Die Bedeutung des nationalen Finanzmarkts für die Wirtschaft
und Beschäftigungslage in diesem Land zwingt zum Handeln", sagte
Finanzstaatssekretär Caio Koch-Weser am Donnerstag in München.
Jenseits der Grenzen habe die Neustrukturierung des Bankensektors längst
begonnen. Auf diesem Weg hätten sich Kreditinstitute in den USA, Großbritannien
und der Schweiz formiert, die begehrliche Blicke auf den hiesigen Bankenmarkt
richteten. Selbst große deutsche Banken könnten schnell zu Übernahmekandidaten
werden.
"Um den deutschen Kreditinstituten sowohl im nationalen als auch im
internationalen Rahmen zu mehr Gewicht zu verhelfen, ist der Gesetzgeber auf
Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene gefordert", sagte Koch-Weser auf der
Jahresversammlung des Bayerischen Bankenverbands. Er hatte in den vergangenen
Wochen für Aufsehen gesorgt, als er Fusionen zwischen privaten,
öffentlich-rechtlichen und genossenschaftlichen Kreditinstituten ins Gespräch
brachte. Dies würde eine Aufweichung des Drei-Säulen-Modells bedeuten.
"Bevor man eine Säulen übergreifende Konsolidierung anstrebt, erscheint es
zunächst zweckmäßig, die Zusammenarbeit zwischen privaten Banken,
Genossenschaftsinstituten und Sparkassen in einzelnen kostenintensiven Bereichen
auszubauen", sagte er nun. Als Beispiele nannte er den Zahlungsverkehr und die
Abwicklung von Wertpapiergeschäften.
Das deutsche Modell habe seine Vorteile, sagte Koch-Weser. So gebe es eine
"gute und kostengünstige Versorgung der Bevölkerung mit Finanzdienstleistungen
selbst in entlegenen Teilen des Landes". Allerdings seien bei den Sparkassen die
hohen Kosten für den Unterhalt des dichten Filialnetzes ein Problem.
Die Notwendigkeit von Einschnitten ins Filialnetz und von größeren
Geschäftseinheiten zu schaffen, sei aber bereits erkannt worden. Bei den
Großbanken wiederum habe sich vor allem die hohe Abhängigkeit von den
internationalen Kapitalmärkten empfindlich bemerkbar gemacht./DP/af
Gruß Pichel