Nippon hofft nach Pleitenrekord auf Neuanfang


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sir charles:

Nippon hofft nach Pleitenrekord auf Neuanfang

 
15.03.02 11:47
Nippon hofft nach Pleitenrekord auf Neuanfang

Japan gerät in einen reißenden Pleitenstrudel. Die Zahl der Insolvenzen stieg auf ein neues Rekordniveau.

TOKIO. Die schwerste Rezession der japanischen Nachkriegsgeschichte fordert immer mehr Opfer. Im Monat Februar wurden 1712 Insolvenzen registriert, die meisten Bankrotte seit Ende des Zweiten Weltkriegs. Gegenüber dem gleichen Vorjahresmonat stieg die Zahl der Pleiten um 18,2 Prozent. Nun ist zu befürchten, daß die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt am Ende des Fiskaljahres am 31. März den bisherigen Pleitenrekord aus dem Jahre 1984 von 20.363 Firmenzusammenbrüchen noch überbietet.

In den am meisten von Bankrott bedrohten Sparten, der verarbeitenden Industrie und dem Baugewerbe, stieg die Zahl der Insolvenzen gegenüber Januar um 38,3 Prozent bzw. 15 Prozent an. Im Bereich Transport und Kommunikation wurden im Februar um 45,3 Prozent mehr Konkursverfahren eröffnet. Da Japans Regierung die Banken auf Bereinigung ihrer Bilanzen von notleidenden Krediten drängt, drehen die Finanzinstitute immer mehr Firmen kurzfristig den Geldhahn zu. Ein Teufelskreis, der laut dem Statistikinstitut Teikoku Databank in der nächsten Zeit zu weiteren Zusammenbrüchen führen wird.


Der Aktienmarkt sieht in dem sich immer schneller drehenden Pleite-Karussell auch eine Chance auf Bereinigung. "Allmählich trennt sich die Spreu vom Weizen", glaubt Jesper Koll, Chefvolkswirt bei Merrill Lynch in Tokio. "Der Markt setzt sich endlich auch in Japan durch und der politische Widerstand gegen einen wirtschaftlichen Ausleseprozeß verliert an Macht." Auch eine Umfrage unter japanischen Managern vermittelt das Bild, daß die Wirtschaft den Tiefpunkt bald erreicht hat und eine Wende bereits ins Sicht ist. Die jüngsten Insolvenzzahlen zeigen allerdings, daß Premierminister Junichiro Koizumi immer mehr kranke Unternehmen in den Konkurs gehen läßt. Die ganz Großen wird aber auch dieser Regierungschef zu retten versuchen. So wird die von oben angeordnete Finanzspritze für die Handelskette Daiei sicher keine Ausnahme bleiben. In Fällen wie diesen regiert in Japan immer noch das heilige Prinzip: "to big to die".

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