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News aus Deutschland I

 
23.03.02 18:11

CARGOLIFTER: "Eine ungetestete Technologie kauft keiner"


Von Carsten Volkery, New York

Stolz hat die brandenburgische Luftschiff-Firma Cargolifter vergangene Woche ihren ersten Kunden präsentiert: Heavylift Canada. Doch bisher ist Cargolifter nach SPIEGEL-ONLINE-Informationen der einzige Investor des kanadischen Unternehmens.

New York - Die Bekanntmachung auf der Cargolifter- Hauptversammlung klang gut: Die Firma Heavylift Canada werde für zehn Millionen US-Dollar den ersten Cargolifter-Ballon überhaupt kaufen. Der CL75-Aircrane, Durchmesser 61 Meter, werde zum Dezember 2002 ausgeliefert. Heavylift werde ihn dazu benutzen, um tonnenschwere Ölförderanlagen in das vereiste Delta des Mackenzieflusses im Norden Kanadas zu fliegen. Die Cargolifter-Aktionäre waren begeistert.
Doch schon kurz nach der erfreulichen Nachricht wurden Fragen laut: Wer steckt eigentlich hinter Heavylift Canada? Cargolifter hatte mitgeteilt, dass man selbst mit 20 Prozent (1,5 Millionen Dollar) in die kanadische Firma einsteigen werde. Spekulationen, es handele sich um eine Briefkastenfirma, wies das brandenburgische Unternehmen zurück.

Viel mehr als einen Briefkasten hat Heavylift aber noch nicht. Die Firma wurde speziell für die Vermarktung des AirCrane in der Arktis gegründet. Ein Büro gibt es offenbar noch nicht, Kontaktperson der am 6. Februar 2002 gegründeten Firma ist ein Anwalt in Calgary. Bisher sei Cargolifter der einzige Investor, sagt Heavylift-Chef John Angus in einem Gespräch mit SPIEGEL ONLINE.

Das sei aber nicht weiter verwunderlich, schließlich habe man erst vergangenes Wochenende den Vertrag unterzeichnet. "Erst muss das Haus stehen, dann kann die Party beginnen", sagt Angus. Erst habe Cargolifter sich selbst engagieren müssen, bevor man weitere Investoren überzeugen könne. Angus Unternehmensberatung Stonehenge Partners mit Sitz in Montreal ist auf Firmen-Turnarounds und Kapitalbeschaffung spezialisiert.

Investoren mit warmen Gefühlen

Im Moment rede er täglich mit potenziellen Investoren aus der Ölbranche, sagt Angus. Sie hätten "sehr warme Gefühle" für den AirCrane - aus dem einfachen Grund, dass sie ein Riesenproblem hätten: Bisher wurden die Ölförderanlagen von Schwertransportern über meterdick gefrorene "Ice Roads" an die Bohrstelle gebracht.

Auf Grund der Erderwärmung hat sich die Frostsaison jedoch um mehrere Wochen verkürzt - und jeder verlorene Tag kostet die Branche Millionen. "Wir haben hier eine milliardenschwere Industrie und Ölfelder, die man noch 30 Jahre ausbeuten kann. Das schreit nach einer Lösung", sagt Angus. Der von einem Bodenfahrzeug gezogene CL75 soll die Tonnenlast durch die Luft transportieren und dadurch den Druck auf die Eisstraßen verringern.

Allerdings müsse den Ölfirmen erst demonstriert werden, dass der Ballon auch tatsächlich funktioniert. "Eine ungetestete Technologie kauft keiner", sagt Angus. Sie seien besonders kritisch, weil die Ölförderanlagen Millionen wert sind. Heavylift plane, den gekauften Ballon im Dezember 2002 ins Mackenzie-Delta bringen und ihn dort vorzuführen. Dann hänge es von der Reaktion der Ölfirmen ab, ob man die mit Cargolifter vereinbarte Option ausübe und weitere Ballons kaufe.

Vorher allerdings fallen noch zusätzliche Kosten für das Zuggefährt an, das den Ballon ziehen wird. Wahrscheinlich wird das Kettenfahrzeug Husky-8 der kanadischen Firma Foremost umgerüstet. Auch andere Geräte müssten modifiziert werden. Gesamtkosten laut Angus: Mehr als eine Million Dollar. Einen Teil davon zahle ebenfalls Cargolifter. Heavylift werde keinen Cent dafür ausgeben. "Wieso sollen wir das gesamte Risiko tragen, damit die ihren Ballon testen können?", fragt Angus.

Das ist nicht die einzige Ausgabe, die die Kaufsumme von 10 Millionen Dollar kleiner erscheinen lässt. Der gesamte Ballon wird nämlich in den USA gebaut. Die Cargolifter-Halle im brandenburgischen Brand ist noch nicht dementsprechend ausgerüstet. Selbst der Prototyp, der in Brand zu sehen ist, stammt aus Elizabeth City im US-Bundesstaat North Carolina. Dort, im 300 Meter langen Hangar der Firma TCOM, wird die Ballonhülle hergestellt. "TCOM sind die einzigen, die derzeit den Ballon bauen können", sagt Angus. Auch die Produkt-Garantie gibt TCOM.

Geheime Details

Wieviel die US-Firma dafür erhält, will Cargolifter nicht preisgeben. Sicher ist nur, dass es nicht gratis ist. "Details unseres Kaufvertrags verraten wir nicht", sagt Silke Rösser, Sprecherin von Cargolifter in Berlin. "Ich kann Ihnen nur versichern, dass wir einen Profit machen."

Angus will sich zur Gewinnfrage nicht äußern. Er sagt nur: "Cargolifter hat das alte Problem: Wie vermarktet man eine brandneue Technologie?" Vom Marketing-Standpunkt her sei das Arktis-Projekt auf jeden Fall ein Gewinn. Das Problem: Cargolifter hat es nicht als Marketing-Projekt, sondern als regulären Verkauf dargestellt. Rösser sagt dazu lapidar: "Wir haben das Projekt den Aktionären als das vorgestellt, was es ist."

Angus selbst ist so überzeugt von Heavylift, dass er bisher nach eigenen Angaben gratis arbeitet. Sobald er die Investoren an Bord habe, erwarte er allerdings ein reguläres CEO-Gehalt. In der Vergangenheit hatte Angus von Cargolifters US-Tochter bereits Honorare für andere Tätigkeiten bezogen.

Die Idee, Ölförderanlagen mit einem Ballon zu transportieren, hatte Peter Jess, ein langjähriger Geschäftspartner von Angus. Jess hat eine eigene Firma in Calgary: Jessco Logistics ist eine der Anlaufstellen für Arktis-Projekte aller Art. "Pete ist einer von vielleicht fünf Leuten, zu denen man gehen muss, wenn man in die Arktis will", sagt Angus. Zu seinen Kunden in der Vergangenheit zählten große Ölfirmen ebenso wie die US-Raumfahrtagentur Nasa, die kanadische Regierung oder Abenteurer-Expeditionen.

Außergewöhnlicher Traum

Zusammen hätten sie schon viele Projekte angeschoben, sagt Angus. Auch bei diesem gebe es einen klaren Business-Plan. Im Moment sei man dabei, ein Team aus rund 20 Ingenieuren, Mechanikern und Arbeitern zusammenzustellen. Einige werden während des Sommers bei den Herstellerfirmen die Technologie des Ballons studieren, damit sie hinterher in der arktischen Wildnis "jede Schraube kennen". Ein Büro habe die Firma bisher nicht, um Kosten zu sparen. Sobald man nach Norden ziehe, werde Heavylift allerdings dort ein Büro aufmachen.

Um jeden Zweifel an dem Projekt zu zerstreuen, sagt er: "Glauben Sie mir, ich habe in meinem Leben eine Menge Träumer gesehen. Bei diesem Projekt kann ich Ihnen geradewegs ins Auge schauen und sagen: Dies ist eine außergewöhnliche Gelegenheit." Auch das klingt wieder gut.

spiegel.de
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EM.TV: Immer Ärger mit den Zahlen

 
23.03.02 18:15
Der angeschlagene Medienkonzern EM.TV kann die Frist für die Vorlage seiner Geschäftszahlen schon wieder nicht einhalten. Die Börse um Ausnahmegenehmigungen zu bitten, ist bei den Münchnern inzwischen die Regel.

News aus Deutschland I 618191
EM.TV-Zentrale: Lieber nochmal ganz genau nachrechnen
 
Unterföhring - Die Deutsche Börse habe bereits einer einmonatigen Verlängerung der Frist bis zum 29. April zugestimmt, teilte EM.TV  am Freitag in München mit. Das Unternehmen begründete die Verzögerung mit "aktuellen Ereignissen außerhalb des Einflussbereichs der Gesellschaft". Auf Grund dieser Entwicklungen seien weitere Bewertungsarbeiten notwendig, insbesondere bei Junior TV, dem Joint Venture mit der KirchGruppe.
Ende November hatte EM.TV seinen Finanzvorstand Marius Schwarz gefeuert, der erst drei Monate im Amt gewesen war. Vorstandschef Werner Klatten übernahm daraufhin zusätzlich das Ressort Finanzen und Controlling. Damals hatten Experten Zweifel daran geäußert, ob Klatten in der Lage sei, zwei Vorstandposten gleichzeitig auszuüben.

EM.TV hatte seine Quartalszahlen im vergangenen Jahr lediglich einmal rechtzeitig vorgelegt und drei Tage später einen Fehler in der Buchhaltung einräumen müssen. Im ersten Quartal hatte das Unternehmen wegen der verspäteten Vorlage der Zahlen ein Strafgeld in Höhe von 60.000 Euro zahlen müssen. Den Halbjahresbericht legte das Unternehmen mit einer Ausnahmegenehmigung der Deutschen Börse ebenfalls verspätet vor. Die Neun-Monatszahlen musste EM.TV wegen einer Fehlbuchung korrigieren.
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Schnorrer:

"Die Katze im Sack kaufen", das nennt man

 
23.03.02 18:16
Heirat.

Klappt meistens. Mangels Alternative.
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Happy End:

Eben...heiraten ist, als

 
23.03.02 18:22
stecke man eine Schlange in seine Tasche.
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Happy End:

Waschen, bürsten, knicken

 
23.03.02 18:37
Immer wieder samstags freut mancher Mann sich auf den Dreiklang aus Autowaschen, Bundesliga und TV-Krimi. Uns soll hier nur der erste Teil beschäftigen, die Sauberkeit des Pkw.

News aus Deutschland I 618209
Waschstraße: Manche Autos ecken häufiger an als andere
 
Hier zu Lande ist es allgemein üblich, mit einem sauberen Auto herumzufahren. Sitzt erst einmal eine Schmutzschicht auf den Lack, findet sich schnell ein Saubermann, der das Wort "Sau" auf Kotflügel oder Kofferraumdeckel kratzt.
Es ist dieser soziale Druck - neben den Argumenten wie "Bessere Sichtbarkeit und Sicherheit im Verkehr" oder "Werterhaltung" oder dem Spruch "Wie der Herr, so sein Gscherr" - die viele Autofahrer zum Besuch einer Waschstraße veranlassen. Doch diese Entscheidung will wohlüberlegt sein. Denn rund 20.000-mal pro Jahr, so schätzen Insider, wird in Deutschland ein Auto in einer Waschstraße beschädigt.

Statistisch gesehen rollen also jeden Tag 54,7 Autos aus einer Waschanlage, die zwar sauber sind, aber nicht mehr heil. Wie die Zeitschrift "Auto Straßenverkehr" meldet, reißen zum Beispiel bei Opel-Fahrzeugen besonders häufig die Außenspiegel ab. Auch die Spiegel von Mercedes E-Klasse, VW Sharan, Ford Galaxy und Seat Alhambra seinen überdurchschnittlich stark von den Bürsten gefährdet. Probleme mit den Heckscheibenwischern sind von den Modellen Skoda Fabia und Renault Kangoo bekannt. Zierleisten stehen ebenfalls auf der roten Liste von Autoteilen, die aus Waschstraßen nicht immer im Originalzustand wieder herauskommen.

Die Rechtslage ist unklar, ein Nachweis, woher der herabhängende Spiegel oder der dicke Kratzer tatsächlich stammen oft schwer zu erbringen. Wer ein sauberes Auto will, greift also besser selbst zu Schwamm und Bürste. Bis zur Bundesliga-Übertragung müsste zumindest der gröbste Dreck beseitigt sein - und dann ist man ja auch wieder im Plan.
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