New York stinkt zum Himmel


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New York stinkt zum Himmel

 
17.08.03 19:03
New York stinkt zum Himmel 1137219

BLACKOUT-FOLGEN

Aufgetauter Fisch, verdorbenes Fleisch, Berge von Mülltüten: Nach dem großen Stromausfall stapelt sich der Abfall in New York. Schweren Schaden erlitten Lebensmittel-Händler und Restaurants. Doch insgesamt, so schätzen Experten, werden sich die Auswirkungen für die Wirtschaft in Grenzen halten.

New York - Seit Samstagmorgen haben die New Yorker wieder Strom, doch die Folgen des Blackouts sind noch immer förmlich zu riechen: In ganz Manhattan sind die Müllcontainer mit Lebensmitteln gefüllt, die Händler und Bewohner aus ihren Gefriertruhen räumen mussten. In Sonderschichten über das Wochenende versuchen die Müll-Werker dem Abfall Herr zu werden.
Auch die Wasserversorgung macht den Behörden noch zu schaffen. In wiederholten Appellen riefen sie dazu auf, Wasser vor dem Trinken unbedingt abzukochen. Zu groß sei die Gefahr, dass sich in den Leitungen während des Stillstands der Pumpen Keime gebildet hätten.

Doch insgesamt gesehen werden die Folgen des Strom-GAUs wohl weniger schlimm ausfallen als zunächst befürchtet. Nach ersten Schätzungen der Wirtschaftsexperten wird sich der Blackout nicht nachhaltig auf die Wirtschaftsentwicklung der USA und Kanada auswirken.

Insgesamt erwarten die Versicherungen nach einem Bericht der "New York Times" vom Samstag lediglich Ansprüche in Höhe von bis zu drei Milliarden Dollar - wenig im Vergleich zu den Forderungen von etwa 40 Milliarden Dollar für die Zerstörung des World Trade Centers und damit verbundener Geschäfts- und Einkommensausfälle.

Zwar waren zahllose Geschäfte, Shopping-Center, Restaurants und Betriebe in und um New York, Detroit, Cleveland und Toronto zur Schließung gezwungen und dürften wohl auch auf ihrem Schaden sitzen bleiben, weil sie sich aus Kostengründen nicht gegen Stromausfälle abgesichert hatten.

Doch die amerikanischen und kanadischen Wirtschaftsweisen verweisen darauf, dass die Verbraucher ihre Käufe wie bei schweren Schneestürmen mit ähnlich kurzfristigen Geschäftsschließungen rasch nachholen dürften, was den Geschäftsinhabern die Gelegenheit bieten könnte, die Einbußen wenigstens in Etwa wieder wettzumachen.

Die Industrieproduktion könne im August wegen der Fabrikausfälle leiden. Das US-Bruttoinlandsprodukt dürfte im August etwas weniger stark als erwartet zulegen, doch würde dies durch einen Nachfrageschub in den kommenden Monaten wieder wettgemacht. Die US-Wirtschaft war im zweiten Quartal mit einer Jahresrate von 2,4 Prozent gewachsen. Bisher wurde für das dritte Quartal ein Wachstum von 3,5 Prozent bis vier Prozent erwartet.

Auch der Schaden für die Autohersteller General Motors, Ford und Chrysler dürfte sich in Grenzen halten. Sie hatten am Freitag nach einem Bericht der Wirtschaftsagentur "Bloomberg" insgesamt 55 Fabriken und Betriebe schließen müssen. Doch die Autokonzerne sitzen aber momentan in den USA auf riesigen Neuwagenhalden, die zur Deckung der Nachfrage für etwa 66 Tage ausreichen, während 56 bis 60 Tage Überhang normal sind. Deshalb dürfte der Produktionsausfall die Bestände leicht reduzieren, was nach Ansicht von Autoexperten positiv wäre.

Lediglich die Gewinne der betroffenen Stromversorger dürften im dritten Quartal leiden, denn sie werden erhebliche Mittel für Investitionen in die Modernisierung der maroden Netzwerke zurückstellen müssen, die sich nur zum Teil über höhere Strompreise wieder hereinholen lassen. Doch höhere Strompreise sowie Neuinvestitionen für die Ausweitung der Kraftwerkskapazitäten und der überalterten Stromnetze könnten der Wirtschaft mittelfristig Impulse geben.




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