Zehn Investmenthäuser bewerben sich um Abwicklung des Deals - ÖIAG will Geld sehen
ÖIAG treibt Verkauf der Austria Tabak voran
Am Privatisierungsplan der ÖIAG heisst der nächste grössere Fixpunkt Austria Tabak. Der Zigarettenkonzern Reemtsma hat bereits ein Konzept präsentiert.
Wien. Nachdem der Börsegang der Telekom Austria unter Dach und Fach ist, nimmt die ÖIAG die weiteren Etappen im Privatisierungsfahrplan in Angriff. Als nächster grösserer Auftrag wartet die Austria Tabak (AT). Bereits im Frühjahr 2001 könnte der 41,1-Prozent-Anteil der Republik an den Mann gebracht werden. Ausländische Tabakkonzerne sowie Investmentbanken, die den Deal abwickeln werden, stehen bereits Schlange.
"Der Beauty Contest für die Investmenthäuser soll noch vor Jahresende abgeschlossen sein", sagt ÖIAG-Vorstand Johannes Ditz zum Zeitplan. Bereits zehn Institute haben Interesse bekundet, bei der Ausschreibung mitzumachen. Dem Vernehmen nach befinden sich darunter Goldman Sachs, das bereits die erste Tranche der Austria Tabak-Privatisierung betreut hat, Merrill Lynch, aber auch die österreichische CAIB. Ebenso haben sich bereits potentielle Käufer für die ertragsstarke Austria Tabak gemeldet. Allen voran die deutsche Reemtsma, die französisch-spanische Altadis sowie die britischen Konzerne Gallaher und Imperial Tobacco.
Besonders intensiv soll Reemtsma den Deal betreiben. Die Deutschen wurden mit ihrem Konzept schon bei der ÖIAG vorstellig. Zu dem verlautet, sie würden Philip Morris garantieren, dass der US-Konzern als Lizenzpartner der AT an Board bleiben kann. Reemtsma - der Konzern setzt jährlich 137 Milliarden Stück Zigarren ab - will durch einen Einstieg bei der AT vor allem in Osteuropa Marktanteile gewinnen. Dass Philip Morris die AT übernehmen könnte, wird auf Grund von kartellrechtlichen Problemen nicht erwartet. Und völlig ausgeschlossen wird, dass die Privatisierung mittels Aktientausch erfolgt. "Wir brauchen das Geld", winkt Ditz bei diesem Modell ab, dass Altadis favorisiert. Insidern zufolge hätten auch die AT-Chefs Heinz Schiendl und Jörg Schram mit dem Aktientausch geliebäugelt. Das wäre langfristig wirtschaftspolitisch vernünftiger, doch die Regierung wollen nun mal Geld sehen, heisst es.
Aus: Wirtschaftsblatt vom 2.11.2000
Viele Grüße
Guru Brauni
ÖIAG treibt Verkauf der Austria Tabak voran
Am Privatisierungsplan der ÖIAG heisst der nächste grössere Fixpunkt Austria Tabak. Der Zigarettenkonzern Reemtsma hat bereits ein Konzept präsentiert.
Wien. Nachdem der Börsegang der Telekom Austria unter Dach und Fach ist, nimmt die ÖIAG die weiteren Etappen im Privatisierungsfahrplan in Angriff. Als nächster grösserer Auftrag wartet die Austria Tabak (AT). Bereits im Frühjahr 2001 könnte der 41,1-Prozent-Anteil der Republik an den Mann gebracht werden. Ausländische Tabakkonzerne sowie Investmentbanken, die den Deal abwickeln werden, stehen bereits Schlange.
"Der Beauty Contest für die Investmenthäuser soll noch vor Jahresende abgeschlossen sein", sagt ÖIAG-Vorstand Johannes Ditz zum Zeitplan. Bereits zehn Institute haben Interesse bekundet, bei der Ausschreibung mitzumachen. Dem Vernehmen nach befinden sich darunter Goldman Sachs, das bereits die erste Tranche der Austria Tabak-Privatisierung betreut hat, Merrill Lynch, aber auch die österreichische CAIB. Ebenso haben sich bereits potentielle Käufer für die ertragsstarke Austria Tabak gemeldet. Allen voran die deutsche Reemtsma, die französisch-spanische Altadis sowie die britischen Konzerne Gallaher und Imperial Tobacco.
Besonders intensiv soll Reemtsma den Deal betreiben. Die Deutschen wurden mit ihrem Konzept schon bei der ÖIAG vorstellig. Zu dem verlautet, sie würden Philip Morris garantieren, dass der US-Konzern als Lizenzpartner der AT an Board bleiben kann. Reemtsma - der Konzern setzt jährlich 137 Milliarden Stück Zigarren ab - will durch einen Einstieg bei der AT vor allem in Osteuropa Marktanteile gewinnen. Dass Philip Morris die AT übernehmen könnte, wird auf Grund von kartellrechtlichen Problemen nicht erwartet. Und völlig ausgeschlossen wird, dass die Privatisierung mittels Aktientausch erfolgt. "Wir brauchen das Geld", winkt Ditz bei diesem Modell ab, dass Altadis favorisiert. Insidern zufolge hätten auch die AT-Chefs Heinz Schiendl und Jörg Schram mit dem Aktientausch geliebäugelt. Das wäre langfristig wirtschaftspolitisch vernünftiger, doch die Regierung wollen nun mal Geld sehen, heisst es.
Aus: Wirtschaftsblatt vom 2.11.2000
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Guru Brauni
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