Die Technologie marschiert weiter. Die Börse schaukelt weiter.
Wachstums- und Technologiewerte liegen im Minus. Das ist die ernüchternde Bilanz von 45 Wochen des Neuen deutschen Aktienmarktes im neuen Jahrtausend. Und manche Signale deuten darauf hin, dass – gerade nach dem jüngsten Kurssturz der US-Leitbörse - noch viel Geduld nötig ist, bis die Anlagestimmung allgemein wieder besser wird. „Allgemein“ heißt zum Glück nicht, dass positive Ausnahmen von der trüben Regel ausgeschlossen sind.
Jetzt geht es darum, ob der Kurssturz des Neuen Markte nur eine der üblichen Börsenschwankungen ist oder grundsätzliche Zweifel an der neuen Kraft des Made in Germany angesagt sind. Intershop und Brokat, die Programmierer mit Weltmarkt-Ansprüchen, liegen ebenso im Minus wie Programmgestalter EM.TV, der gar nichts neu schafft, sondern nur den neu bewerteten Rohstoff des Medienzeitalters verteilt: Filmprogramme und Unterhaltung. Größte Schmerzen erleiden die Aktionäre von Infomatec: 10 Prozent sind von dem noch übrig, was zu Jahresbeginn in der Kursliste stand und zwischenzeitlich atemberaubende Höhen erreichte. Die Kommunikationstechniker müssen nun ganz von vorne anfangen.
Zum Glück gibt es auch positive Beweise neuer Marktkraft. 14 von 44 führenden Neu-Markt-Aktien, die am 3. Januar 2000 schon an der Börse notiert wurden, stehen im Plus; Spitzenreiter D. Logistics sogar mit 350 Prozent, Direkt Anlage Bank und Qiagen mit 120 Prozent. Die Attraktivitäts-Liste geht weiter über Adva, Aixtron und BB Biotech bis hinunter zum Discountbanker Consors, der von seinem fast 100-Prozent-Zwischenhoch noch wenige Plus-Prozente behaupten kann; immerhin. Unter den Spitzenwerten haben mindestens Aixtron und Qiagen unzweifelhafte Weltmarktbedeutung, genauso Singulus oder Pfeiffer Vacuum. Morphosys und Lion Biosciences, die beide noch nicht in der Nemax-50-Liga notieren, sind von Weltmarktfirmen als Leistungsträger ausgewählt worden, was einem Ritterschlag gleichkommt. Die Technologie marschiert weiter. Die Börse schaukelt weiter; momentan nach unten, früher oder später auch wieder nach oben.
Die harte Schule des neuen Börsen-Jahrtausends beweist einmal mehr, dass dauerhafter Börsenerfolg von Informationen, Analyse und Auswahl abhängt; besonders in der Vielfalt des Neuen Marktes. wallstreet:online kümmert sich darum.
11:24 12.11, Martin Beier
Wachstums- und Technologiewerte liegen im Minus. Das ist die ernüchternde Bilanz von 45 Wochen des Neuen deutschen Aktienmarktes im neuen Jahrtausend. Und manche Signale deuten darauf hin, dass – gerade nach dem jüngsten Kurssturz der US-Leitbörse - noch viel Geduld nötig ist, bis die Anlagestimmung allgemein wieder besser wird. „Allgemein“ heißt zum Glück nicht, dass positive Ausnahmen von der trüben Regel ausgeschlossen sind.
Jetzt geht es darum, ob der Kurssturz des Neuen Markte nur eine der üblichen Börsenschwankungen ist oder grundsätzliche Zweifel an der neuen Kraft des Made in Germany angesagt sind. Intershop und Brokat, die Programmierer mit Weltmarkt-Ansprüchen, liegen ebenso im Minus wie Programmgestalter EM.TV, der gar nichts neu schafft, sondern nur den neu bewerteten Rohstoff des Medienzeitalters verteilt: Filmprogramme und Unterhaltung. Größte Schmerzen erleiden die Aktionäre von Infomatec: 10 Prozent sind von dem noch übrig, was zu Jahresbeginn in der Kursliste stand und zwischenzeitlich atemberaubende Höhen erreichte. Die Kommunikationstechniker müssen nun ganz von vorne anfangen.
Zum Glück gibt es auch positive Beweise neuer Marktkraft. 14 von 44 führenden Neu-Markt-Aktien, die am 3. Januar 2000 schon an der Börse notiert wurden, stehen im Plus; Spitzenreiter D. Logistics sogar mit 350 Prozent, Direkt Anlage Bank und Qiagen mit 120 Prozent. Die Attraktivitäts-Liste geht weiter über Adva, Aixtron und BB Biotech bis hinunter zum Discountbanker Consors, der von seinem fast 100-Prozent-Zwischenhoch noch wenige Plus-Prozente behaupten kann; immerhin. Unter den Spitzenwerten haben mindestens Aixtron und Qiagen unzweifelhafte Weltmarktbedeutung, genauso Singulus oder Pfeiffer Vacuum. Morphosys und Lion Biosciences, die beide noch nicht in der Nemax-50-Liga notieren, sind von Weltmarktfirmen als Leistungsträger ausgewählt worden, was einem Ritterschlag gleichkommt. Die Technologie marschiert weiter. Die Börse schaukelt weiter; momentan nach unten, früher oder später auch wieder nach oben.
Die harte Schule des neuen Börsen-Jahrtausends beweist einmal mehr, dass dauerhafter Börsenerfolg von Informationen, Analyse und Auswahl abhängt; besonders in der Vielfalt des Neuen Marktes. wallstreet:online kümmert sich darum.
11:24 12.11, Martin Beier
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