NEUER MARKT MITTAGSBERICHT/"Erholungen finden nicht mehr statt"
Frankfurt (vwd) - Baissierend präsentiert sich der Neue Markt am
Donnerstagmittag. Der Nemax-All-Share-Index verliert bis 14.40 Uhr
4,3 Prozent oder 160,53 auf 3.572,15 Zählern, der Nemax-50 fällt um
5,1 Prozent oder 210,37 auf 3.760,96 Stellen. "Erholungen finden
nicht mehr statt", lautet der sarkastische Kommmentar eines
Händlers. Es sei schon deprimierend, was sich derzeit abspiele.
Positive Vorgaben der Nasdaq würden ignoriert, Abgaben bei den
US-Wachstumswerten dafür um so eifriger in massive Verluste
umgesetzt.
Der Verkaufsdruck komme primär von institutioneller Seite, was in
Anbetracht der Gerüchte um Mittelabflüsse bei Fonds mit Schwerpunkt
Neuer Markt bzw der angeblich bevorstehenden Schließung eines
derartigen Fonds schon zu denken gebe, meinte ein Marktteilnehmer.
Andererseits müsse man beachten, dass in einem derart
angespannten Umfeld Gerüchte dankbare Aufnahme fänden.
Belastend wirkten zudem die Bemerkungen der US-Notenbank zu
weiterhin vorhandenen Inflationsgefahren.
Der deutliche Rückgang im Handelsverlauf wird mit dem wachsenden Minus des Nasdaq-Future begründet. Viele Anleger verabschiedeten
sich daher wohl in Erwartung weiter sinkender Notierungen von ihren
Positionen. Sollte die Nasdaq am Nachmittag die Befürchungen der
Börsianer bestätigen und kräftig ins Minus rutschen, könne es zu
einem Desaster wie zu Wochenbeginn kommen. Der Nasdaq-Future
zeigt sich aktuell mit 1,7 Prozent im Minus.
Stark unter Druck stehen Intertainment. Marktbeobachter führen dies
auf eine Studie von Merrill Lynch zurück, in der Intertainment von
"Buy" auf "Hold" zurückgestuff wird. Die Ertragssituation habe sich
verschlechtert und die Auswertung der Filmrechte sei hinter den
Erwartungen zurückgeblieben, heißt es in der Studie. Intertainment
verlieren 21,9 Prozent oder 6,15 auf 21,96 EUR. Heyde fallen 13,8
Prozent oder 2,35 auf 14,70 EUR. Der Titel leitdet weiter unter der
Ankündigung des Ausscheidens dreier Vorstände. Die Analysten von
M. M. Warburg haben den Wert auf "Verkaufen" mit Kursziel zehn bis 13 EUR gestellt.
Pixelpark fallen ebenfalls mit hohen Verlusten auf. "Die Aktie ist
gerade im internationalen Vergleich immer noch hoch bewertet", meint
ein Händler. Da würden in Anbetracht des angespannten
Börsenumfeldes schon einmal Positionen abgebaut, zumal andere Titel
aus der Branche wie etwa Kabel New Media oder I-D Media in den
vergangenen Tagen ebenfalls saftige Verluste hinnehmen mussten.
Nach Marktgerüchten will Bertelsmann sich von seinem 57-Prozent-Anteil an Pixelpark trennen. Eine angelsächsische Bank sei
beauftragt worden, einen Käufer zu finden. Bertelsmann wollte das
Gerücht nicht kommentieren. Pixelpark sinken 18,5 Prozent oder 10,00
auf 44,00 EUR.
Die recht "eindrucksvoll" wirkenden Zahlen von Sunburst sind nach
Auskunft eines Händlers Grund für den Kursanstieg im frühen
Geschäft. Die Gewinne relativierten sich allerdings stark, wenn man
sich den bisherigen Kursverlauf der Aktie betrachte. Nach dem Absturz
von einem Jahreshoch bei knapp über 100 EUR auf fast 20 EUR sei ein
Anstieg um 12,8 Prozent oder 3,50 auf 30,80 EUR auch nicht allzu
beeindruckend. +++ Claus-Detlef Großmann
vwd/16.11.2000/cg/cü
---------------------------------------------
Verkaufsdruck von Institutionellen, Mittelabflüsse aus Fonds, alles viel zu teuer & alles scheisse...wenn das keine rosigen Aussichten sind...
:)
Fluffy
Werbung