Neue "Helden" in den Flugzeugen Probleme mit mutigen Passagieren
Nach den Terroranschlägen mit Flugzeugen haben Passagiere ein neues Selbstvertrauen: Sie sitzen nicht mehr einfach nur da, sondern greifen ein. Sehr zum Ärger mancher Fluggesellschaften.
Flugzeug-Passagiere haben ein neues Selbstvertrauen | (c) epa
WASHINGTON (dpa). Die Passagiere auf der American Airlines-Maschine von Chicago nach Los Angeles fackelten nicht lange. Als ein Passagier aufsprang, nach vorn rannte, an die Cockpit-Tür hämmerte und etwas von Hochhäusern schrie, sprangen mehrere auf, rissen den Mann zu Boden und hielten ihn fest, bis das Flugzeug sicher gelandet war. Seit den Terroranschlägen am 11. September, als Terroristen mehrere US-Flugzeuge kaperten und ins Verderben lenkten, lehnen sich viele Passagiere nicht mehr dösend in ihren Flugszeugsitzen zurück.
"Vor dem 11. September wäre ich bei einer Entführung sitzen geblieben und hätte abgewartet. Jetzt würde ich aufspringen und was tun. Wenn die Entführer uns ohnedies umbringen wollen, was habe ich dann zu verlieren?", meint Tom Miller nach einem Transatlantikflug zurück in Washington. "Plötzlich gibt es an Bord Gemeinschaftsgeist", sagt Passagier Frank Reede.
Angst vor Überreaktion
In den US-Medien äußerten sich Dutzende von Passagieren in den vergangenen Wochen ähnlich. Bei dem Vorfall in der American Airlines-Maschine vergangene Woche handelte es sich "nur" um einen geistig Verwirrten, der eine vermeintliche Entführung verhindern wollte. Dennoch, die Passagiere zeigten deutlich, daß sie nicht mehr tatenlos bleiben wollen.
Fluglinien und Flugbegleiter sehen das neue Selbstbewußtsein ihrer Passagiere allerdings mit Skepsis. "Wenn die Leute nun überreagieren, wenn jemand nur verdächtig aussieht, könnte das äußerst gefährlich werden", sagte Dawn Deeks, Sprecherin des Verbandes der Flugbegleiter. "Wir schätzen die Hilfe, die Passagiere anbieten, wenn eine potentiell gefährliche Situation an Bord entsteht - aber bitte immer unter der Anleitung der Flugbegleiter", sagt David Castelveter, Sprecher der US Air in Arlington.
Die haben allerdings Defizite. "Unser Entführungstraining basiert auf einem Modell aus den siebziger Jahren", sagt Deeks. "Die Fluggesellschaften haben seit dem 11. September praktisch nichts getan, um uns neu anzuleiten." Viele Stewardessen hätten privat Kurse in Selbstverteidigung belegt.
Die Flugsicherheitsbehörde (FAA) schweigt über Tips zum Verhalten im Entführungsfall. Sprecher Les Dorr: "Unser Rat an Passagiere war bisher: Bleibt ruhig und bleibt sitzen. Aber die Dinge liegen natürlich jetzt ein wenig anders."
Nach den Terroranschlägen mit Flugzeugen haben Passagiere ein neues Selbstvertrauen: Sie sitzen nicht mehr einfach nur da, sondern greifen ein. Sehr zum Ärger mancher Fluggesellschaften.
Flugzeug-Passagiere haben ein neues Selbstvertrauen | (c) epa
WASHINGTON (dpa). Die Passagiere auf der American Airlines-Maschine von Chicago nach Los Angeles fackelten nicht lange. Als ein Passagier aufsprang, nach vorn rannte, an die Cockpit-Tür hämmerte und etwas von Hochhäusern schrie, sprangen mehrere auf, rissen den Mann zu Boden und hielten ihn fest, bis das Flugzeug sicher gelandet war. Seit den Terroranschlägen am 11. September, als Terroristen mehrere US-Flugzeuge kaperten und ins Verderben lenkten, lehnen sich viele Passagiere nicht mehr dösend in ihren Flugszeugsitzen zurück.
"Vor dem 11. September wäre ich bei einer Entführung sitzen geblieben und hätte abgewartet. Jetzt würde ich aufspringen und was tun. Wenn die Entführer uns ohnedies umbringen wollen, was habe ich dann zu verlieren?", meint Tom Miller nach einem Transatlantikflug zurück in Washington. "Plötzlich gibt es an Bord Gemeinschaftsgeist", sagt Passagier Frank Reede.
Angst vor Überreaktion
In den US-Medien äußerten sich Dutzende von Passagieren in den vergangenen Wochen ähnlich. Bei dem Vorfall in der American Airlines-Maschine vergangene Woche handelte es sich "nur" um einen geistig Verwirrten, der eine vermeintliche Entführung verhindern wollte. Dennoch, die Passagiere zeigten deutlich, daß sie nicht mehr tatenlos bleiben wollen.
Fluglinien und Flugbegleiter sehen das neue Selbstbewußtsein ihrer Passagiere allerdings mit Skepsis. "Wenn die Leute nun überreagieren, wenn jemand nur verdächtig aussieht, könnte das äußerst gefährlich werden", sagte Dawn Deeks, Sprecherin des Verbandes der Flugbegleiter. "Wir schätzen die Hilfe, die Passagiere anbieten, wenn eine potentiell gefährliche Situation an Bord entsteht - aber bitte immer unter der Anleitung der Flugbegleiter", sagt David Castelveter, Sprecher der US Air in Arlington.
Die haben allerdings Defizite. "Unser Entführungstraining basiert auf einem Modell aus den siebziger Jahren", sagt Deeks. "Die Fluggesellschaften haben seit dem 11. September praktisch nichts getan, um uns neu anzuleiten." Viele Stewardessen hätten privat Kurse in Selbstverteidigung belegt.
Die Flugsicherheitsbehörde (FAA) schweigt über Tips zum Verhalten im Entführungsfall. Sprecher Les Dorr: "Unser Rat an Passagiere war bisher: Bleibt ruhig und bleibt sitzen. Aber die Dinge liegen natürlich jetzt ein wenig anders."