Außerordentlich hohe Handelsumsätze begleitet von teils ungewöhnlichen Kursausschlägen erwarten Marktbeobachter für den Rest dieser und für den Anfang nächster Woche. Denn am Freitag tritt die erste Phase der bisher wohl größten Indexanpassung in Kraft.
Dabei wird der Indexanbieter Morgan Stanley Capital International (MSCI) - wie bereits im Dezember vergangenen Jahres angekündigt - die Berechnung seiner Indizes auf die Zahl der handelbaren Aktien (Streubesitz) umstellen. MSCI schätzt, dass die Indizes für ein verwaltetes Vermögen von weltweit 3000 Mrd. $ als Messlatte dienen. Bisher hat die Gesamtzahl der Aktien, auch wenn sie faktisch nicht am Markt verfügbar waren - das Indexgewicht eines Unternehmens bestimmt.
Um die Streubesitzumstellung möglichst marktfreundlich zu gestalten, erfolgt sie in zwei Schritten: Am Freitag nach Börsenschluss werden die alten und neuen Mitglieder der MSCI-Indizes mit rund 50 Prozent ihrer Streubesitz-Marktkapitalisierung in den Indizes gewichtet. Am 31. Mai 2002 wird die Umstellung abgeschlossen sein, weil MSCI dann die Indexgewichte um die restlichen 50 Prozent anpasst. Von der Neugewichtung werden die USA und Großbritannien am meisten profitieren. Die Euro-Zone und Japan gehören dagegen zu den Verlierern auf Grund der relativ hohen Staatsanteile an den Aktien. Bei den Branchen gewinnen Energie und Pharma auf Kosten von Telekom- und Rüstungsfirmen.
Umstellung beinflusst Handelsgeschehen
"Am Freitag werden die Handelsumsätze an den Aktienmärkten stark zunehmen", sagt Toby Bayliss, Portfoliostratege im Programmhandel von Schroder Salomon Smith Barney (SSSB). "Nachdem es in der Thanksgiving-Woche ruhig geblieben ist, hat die Zahl der MSCI-motivierten Transaktionen am Montag wieder stark zugenommen." Als Indiz dafür nennt Bayliss die Differenz (Spread) zwischen der Kursentwicklung der 50 Aktien, die am stärksten bei der Indexumstellung gewinnen beziehungsweise verlieren. Dieser Spread habe am Montag 90 Basispunkte erreicht, was auf eine große MSCI-motivierte Transaktion hindeute. Die Umstellung werde das Handelsgeschehen auch noch Anfang nächster Woche maßgeblich beeinflussen. "Rund 15 bis 20 Prozent der Portfolioanpassungen werden erst nach dem Stichtag vollzogen", schätzt Bayliss.
SSSB vermutet, dass Fonds mit einem verwalteten Vermögen von 260 Mrd. $ den MSCI-Eafe-Index abbilden. Dieser Index wird von Fonds verwendet, die außerhalb der USA in den Regionen Europa, Australien, Asien und Ferner Osten investieren. Für weitere 155 Mrd. $ sei nach SSSB-Schätzungen der MSCI World maßgeblich.
Auswirkungen auf Devisenmärkte
Rund die Hälfte der erforderlichen Portfolioanpassungen mit einem Volumen von rund 62 Mrd. $ hätten die Fonds - aktive und passive - bereits bis Mitte November vollzogen, schreibt SSSB. Ein weiteres Viertel mit einem Volumen von 32 Mrd. $ erwartet die Bank in den zwei Wochen vor und nach dem 30. November. Das letzte Viertel dieser Anpassungen würden die Fonds von Mitte Dezember bis Mai 2002 vornehmen.
Die Änderung der Ländergewichte in den Aktienindizes wirkt sich auch auf die Devisenmärkte aus. Larry Kantor, Devisenstratege bei JP Morgan Chase, empfiehlt, im Vorfeld der MSCI-Umstellung den Euro gegen das britische Pfund und den Dollar zu verkaufen. "Die MSCI-Neugewichtung, die sich auf die drei Tage vor und nach dem 30. November konzentriert, wird Sterling etwas Auftrieb geben und den Euro leicht unter Druck setzen." Steven Saywell, Devisenstratege der Citibank in London, vermutet, dass die bevorstehende MSCI-Umstellung zum großen Teil für die Verluste des Euro gegenüber dem Dollar im November verantwortlich ist. "Unsere Aktienstrategen rechnen damit, dass in diesem Monat insgesamt 7,1 Mrd. $ aus der Euro-Zone abfließen werden. Kurzfristig bleibt die Gefahr einer Euro-Schwäche bestehen, da passive Fonds ihre Portfolios erst am 30. November umstellen werden.
Gruß
Happy End
ftd.de
Dabei wird der Indexanbieter Morgan Stanley Capital International (MSCI) - wie bereits im Dezember vergangenen Jahres angekündigt - die Berechnung seiner Indizes auf die Zahl der handelbaren Aktien (Streubesitz) umstellen. MSCI schätzt, dass die Indizes für ein verwaltetes Vermögen von weltweit 3000 Mrd. $ als Messlatte dienen. Bisher hat die Gesamtzahl der Aktien, auch wenn sie faktisch nicht am Markt verfügbar waren - das Indexgewicht eines Unternehmens bestimmt.
Um die Streubesitzumstellung möglichst marktfreundlich zu gestalten, erfolgt sie in zwei Schritten: Am Freitag nach Börsenschluss werden die alten und neuen Mitglieder der MSCI-Indizes mit rund 50 Prozent ihrer Streubesitz-Marktkapitalisierung in den Indizes gewichtet. Am 31. Mai 2002 wird die Umstellung abgeschlossen sein, weil MSCI dann die Indexgewichte um die restlichen 50 Prozent anpasst. Von der Neugewichtung werden die USA und Großbritannien am meisten profitieren. Die Euro-Zone und Japan gehören dagegen zu den Verlierern auf Grund der relativ hohen Staatsanteile an den Aktien. Bei den Branchen gewinnen Energie und Pharma auf Kosten von Telekom- und Rüstungsfirmen.
Umstellung beinflusst Handelsgeschehen
"Am Freitag werden die Handelsumsätze an den Aktienmärkten stark zunehmen", sagt Toby Bayliss, Portfoliostratege im Programmhandel von Schroder Salomon Smith Barney (SSSB). "Nachdem es in der Thanksgiving-Woche ruhig geblieben ist, hat die Zahl der MSCI-motivierten Transaktionen am Montag wieder stark zugenommen." Als Indiz dafür nennt Bayliss die Differenz (Spread) zwischen der Kursentwicklung der 50 Aktien, die am stärksten bei der Indexumstellung gewinnen beziehungsweise verlieren. Dieser Spread habe am Montag 90 Basispunkte erreicht, was auf eine große MSCI-motivierte Transaktion hindeute. Die Umstellung werde das Handelsgeschehen auch noch Anfang nächster Woche maßgeblich beeinflussen. "Rund 15 bis 20 Prozent der Portfolioanpassungen werden erst nach dem Stichtag vollzogen", schätzt Bayliss.
SSSB vermutet, dass Fonds mit einem verwalteten Vermögen von 260 Mrd. $ den MSCI-Eafe-Index abbilden. Dieser Index wird von Fonds verwendet, die außerhalb der USA in den Regionen Europa, Australien, Asien und Ferner Osten investieren. Für weitere 155 Mrd. $ sei nach SSSB-Schätzungen der MSCI World maßgeblich.
Auswirkungen auf Devisenmärkte
Rund die Hälfte der erforderlichen Portfolioanpassungen mit einem Volumen von rund 62 Mrd. $ hätten die Fonds - aktive und passive - bereits bis Mitte November vollzogen, schreibt SSSB. Ein weiteres Viertel mit einem Volumen von 32 Mrd. $ erwartet die Bank in den zwei Wochen vor und nach dem 30. November. Das letzte Viertel dieser Anpassungen würden die Fonds von Mitte Dezember bis Mai 2002 vornehmen.
Die Änderung der Ländergewichte in den Aktienindizes wirkt sich auch auf die Devisenmärkte aus. Larry Kantor, Devisenstratege bei JP Morgan Chase, empfiehlt, im Vorfeld der MSCI-Umstellung den Euro gegen das britische Pfund und den Dollar zu verkaufen. "Die MSCI-Neugewichtung, die sich auf die drei Tage vor und nach dem 30. November konzentriert, wird Sterling etwas Auftrieb geben und den Euro leicht unter Druck setzen." Steven Saywell, Devisenstratege der Citibank in London, vermutet, dass die bevorstehende MSCI-Umstellung zum großen Teil für die Verluste des Euro gegenüber dem Dollar im November verantwortlich ist. "Unsere Aktienstrategen rechnen damit, dass in diesem Monat insgesamt 7,1 Mrd. $ aus der Euro-Zone abfließen werden. Kurzfristig bleibt die Gefahr einer Euro-Schwäche bestehen, da passive Fonds ihre Portfolios erst am 30. November umstellen werden.
Gruß
Happy End
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