TelDaFax: Totalausverkauf
TelDaFax hatte Anfang April Insolvenzantrag gestellt und war vorübergehend zwangsweise vom Telekomnetz abgeschaltet, wir berichteten darüber.
Nun muss sich TelDaFax von ihrem Glasfasernetz, sowie von allen Tochterfirmen und Beteiligungen trennen. 2800 Kilometer Telefonnetz sowie Mehrheitsbeteiligungen unter anderem an einem Internet- und einem Mobilfunkserviceanbieter stünden zum Verkauf, so Firmensprecher Marcus Hoffmann zu Finance-Online. Ein Investor, mit Interesse an der Gesamtübernahme des Unternehmens hat, sich bisher noch nicht gefunden.
Trotz der angespannten Lage seien bei TelDaFax bisher keine Kündigungen ausgesprochen worden, sondern etwa 350 Mitarbeiter in Marburg würden derzeit bei Tochterfirmen beschäftigt werden, so der Sprecher.
Das Unternehmen, welches nach eigenen Angaben Schulden von 73 Millionen Mark für Mietleitungen bei der Deutschen Telekom hat, wolle sich künftig auf Telefondienstleistungen im Festnetz konzentrieren. Nach der zeitweiligen Abschaltung durch die Telekom wegen unbezahlter Rechnungen hat sich jedoch der Kundenstamm erheblich verringert. Vor der Abschaltung seien täglich etwa 15 Millionen Telefon-Minuten vermittelt worden, nun sind nur noch ca. fünf Millionen verblieben, sagte Hoffmann.
Die von der Telekom gekappten Leitungen waren zwar nach einer einstweiligen Verfügung und der Vorauszahlung von wöchentlich 5 Mio. DM wieder geschaltet worden, hatten jedoch den besagten Kundenverlust zur Folge. –KMR-