News - 31.01.07 21:52
Flughafen Köln/Bonn soll an die Börse
Der Chef des Flughafens Köln/Bonn, Michael Garvens, strebt auf mittlere Sicht einen Börsengang an. Die Börsenfähigkeit des Airports hätten Investmentbanken ihm innerhalb dieses Zeitrahmens bereits attestiert.
"Innerhalb der nächsten fünf Jahre kann ich mir ein IPO vorstellen", sagte Garvens im FTD-Interview. Frische Mittel aus der Aktienplatzierung würde der Flughafenchef vor allem zur Finanzierung weiteren Wachstums nutzen. Allein in den nächsten fünf Jahren plant er Investitionen von 300 Mio. Euro.
Garvens steht seit fünf Jahren an der Spitze des Köln-Bonner Flughafens. In dieser Zeit hat er den ehemaligen Regierungsairport zum größten kontinentaleuropäischen Flughafen für Billigflieger ausgebaut. Hinter Frankfurt/Main und München ist Köln/Bonn inzwischen laut Garvens nach Verkehrseinheiten, also Passagieren und Fracht, zum drittgrößten deutschen Flughafen aufgerückt - gleichauf mit Düsseldorf. Nach Passagieren liegt der Flughafen an siebter Stelle.
Vor einem möglichen Börsengang müsste Garvens sich mit dem Bundesfinanzministerium im Streit über die jährliche Pacht einigen. Der Bund ist mit knapp einem Drittel an der Flughafengesellschaft beteiligt und Eigentümer des Geländes. Dafür zahlt die Flughafengesellschaft eine jährliche Pacht.
Ende 2000 hatte der Bund Klage eingereicht - aus seiner Sicht liegt die Pacht deutlich unter den marktüblichen Sätzen. "Wir sind in Gesprächen mit dem Bundesfinanzministerium, um uns zu vergleichen. Wenn das Ministerium das Grundstück veräußert, würden wir es kaufen", sagte Garvens. Damit wäre der Weg frei für den Ausstieg des Bundes, der schon vor einigen Jahren die Absicht geäußert hatte, sich von seinen Anteilen zu trennen. "Ich bin vorsichtig optimistisch, dass es zu einer Einigung kommt", sagte Garvens.
Gepäckausgabe soll ausgebaut werden
Für die nächsten Jahre plant der Flughafenchef einen Mix aus Erweiterungs- und Modernisierungsinvestitionen. So soll der komplette Ankunftsbereich modernisiert und die Gepäckausgabe erweitert werden. Ein weiteres größeres Projekt ist der Bau eines Hotel-Airport-Konferenzzentrums und eines Factory-Outlet-Centers. "Warum sollte man nicht nach Köln fliegen, um am Flughafen einzukaufen?", sagte Garvens. Der Airportchef setzt damit auf einen Trend, den sich auch andere Flughafengesellschaften zunutze machen: das Wachstum des sogenannten Non-Aviation-Geschäfts außerhalb des eigentlichen Flugverkehrs.
Bisher gibt der Durchschnittspassagier in Köln/Bonn einschließlich Parken rund acht Euro aus. Noch zu wenig, wie Garvens meint. So erwirtschaftet Köln/Bonn 35 Prozent des Umsatzes im Non-Aviation-Geschäft - London Stansted kommt aber auf 60 Prozent. "Seit 2002 ist das Non-Aviation-Geschäft einer unserer wichtigsten Gewinntreiber", sagte Garvens. Doch auch das Geschäft mit Billigflügen will er weiter ausbauen. Geplant ist der Einstieg in Low-Cost-Langstreckenflüge für Geschäftsleute, etwa nach Südost-Asien oder Nordamerika.
"2010 wollen wir in Köln/Bonn die Zwölf-Millionen-Marke bei den Passagieren knacken", sagte Garvens. 2007 rechnet er mit 10,4 Millionen Passagieren und 740.000 Tonnen Fracht. Der Umsatz soll von 255 Mio. auf 266 Mio. Euro steigen und der Gewinn nach Steuern von rund 5 Mio. auf 5,5 Mio. Euro.
Von Kirsten Bialdiga (Köln)
Quelle: Financial Times Deutschland
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Flughafen Köln/Bonn soll an die Börse
Der Chef des Flughafens Köln/Bonn, Michael Garvens, strebt auf mittlere Sicht einen Börsengang an. Die Börsenfähigkeit des Airports hätten Investmentbanken ihm innerhalb dieses Zeitrahmens bereits attestiert.
"Innerhalb der nächsten fünf Jahre kann ich mir ein IPO vorstellen", sagte Garvens im FTD-Interview. Frische Mittel aus der Aktienplatzierung würde der Flughafenchef vor allem zur Finanzierung weiteren Wachstums nutzen. Allein in den nächsten fünf Jahren plant er Investitionen von 300 Mio. Euro.
Garvens steht seit fünf Jahren an der Spitze des Köln-Bonner Flughafens. In dieser Zeit hat er den ehemaligen Regierungsairport zum größten kontinentaleuropäischen Flughafen für Billigflieger ausgebaut. Hinter Frankfurt/Main und München ist Köln/Bonn inzwischen laut Garvens nach Verkehrseinheiten, also Passagieren und Fracht, zum drittgrößten deutschen Flughafen aufgerückt - gleichauf mit Düsseldorf. Nach Passagieren liegt der Flughafen an siebter Stelle.
Vor einem möglichen Börsengang müsste Garvens sich mit dem Bundesfinanzministerium im Streit über die jährliche Pacht einigen. Der Bund ist mit knapp einem Drittel an der Flughafengesellschaft beteiligt und Eigentümer des Geländes. Dafür zahlt die Flughafengesellschaft eine jährliche Pacht.
Ende 2000 hatte der Bund Klage eingereicht - aus seiner Sicht liegt die Pacht deutlich unter den marktüblichen Sätzen. "Wir sind in Gesprächen mit dem Bundesfinanzministerium, um uns zu vergleichen. Wenn das Ministerium das Grundstück veräußert, würden wir es kaufen", sagte Garvens. Damit wäre der Weg frei für den Ausstieg des Bundes, der schon vor einigen Jahren die Absicht geäußert hatte, sich von seinen Anteilen zu trennen. "Ich bin vorsichtig optimistisch, dass es zu einer Einigung kommt", sagte Garvens.
Gepäckausgabe soll ausgebaut werden
Für die nächsten Jahre plant der Flughafenchef einen Mix aus Erweiterungs- und Modernisierungsinvestitionen. So soll der komplette Ankunftsbereich modernisiert und die Gepäckausgabe erweitert werden. Ein weiteres größeres Projekt ist der Bau eines Hotel-Airport-Konferenzzentrums und eines Factory-Outlet-Centers. "Warum sollte man nicht nach Köln fliegen, um am Flughafen einzukaufen?", sagte Garvens. Der Airportchef setzt damit auf einen Trend, den sich auch andere Flughafengesellschaften zunutze machen: das Wachstum des sogenannten Non-Aviation-Geschäfts außerhalb des eigentlichen Flugverkehrs.
Bisher gibt der Durchschnittspassagier in Köln/Bonn einschließlich Parken rund acht Euro aus. Noch zu wenig, wie Garvens meint. So erwirtschaftet Köln/Bonn 35 Prozent des Umsatzes im Non-Aviation-Geschäft - London Stansted kommt aber auf 60 Prozent. "Seit 2002 ist das Non-Aviation-Geschäft einer unserer wichtigsten Gewinntreiber", sagte Garvens. Doch auch das Geschäft mit Billigflügen will er weiter ausbauen. Geplant ist der Einstieg in Low-Cost-Langstreckenflüge für Geschäftsleute, etwa nach Südost-Asien oder Nordamerika.
"2010 wollen wir in Köln/Bonn die Zwölf-Millionen-Marke bei den Passagieren knacken", sagte Garvens. 2007 rechnet er mit 10,4 Millionen Passagieren und 740.000 Tonnen Fracht. Der Umsatz soll von 255 Mio. auf 266 Mio. Euro steigen und der Gewinn nach Steuern von rund 5 Mio. auf 5,5 Mio. Euro.
Von Kirsten Bialdiga (Köln)
Quelle: Financial Times Deutschland
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