Habe ich beim Aktionär gefunden und fand es spannend:
Neue Runde, neues Glück
Nach Falconbridge kündigt sich mit Alcan nun ein neuer Übernahmekampf im Rohstoffsektor an. Anleger können mitbieten.
Nach dem heißen Bietergefecht zwischen Xstrata, Inco, Teck Cominco und Phelps Dodge um den Minenkonzern Falconbridge kündigt sich nun eine weitere Übernahmeschlacht der Superlative im Rohstoffsektor an. Im Visier steht diesmal der kanadische Aluminiumhersteller Alcan. Einem Bericht der australischen Wirtschaftszeitung Australian Financial Review vom 2. August zufolge soll sich der Bergbaukonzern Rio Tinto für die Kanadier interessieren. Mit dem Kauf, so die Zeitung, möchte Rio Tinto zum weltweit größten Aluminiumproduzenten aufsteigen.
Starke Zahlen
Alcan hatte zuletzt durch sehr positive Zahlen überzeugt. So konnte der Konzern im zweiten Quartal 2006 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum seinen Umsatz um 17 Prozent auf 6,1 Milliarden Dollar steigern. Der Gewinn verdoppelte sich auf 455 Millionen beziehungsweise 1,21 Dollar je Anteilschein. Für das gute Resultat ist in erster Linie der hohe Aluminiumpreis verantwortlich. Er lag im zweiten Quartal bei durchschnittlich 2.660 Dollar je Tonne. Seit Anfang 2000 hat er damit um knapp 80 Prozent zugelegt.
Großen Defizit
Aluminium wird vor allem in der Automobil-, in der Verpackungsindustrie und im Baugewerbe eingesetzt. Da es leichter als andere Metalle ist, lässt es sich gut formen. Zudem ist es korrosionsbeständig und verfügt über eine hervorragende Leitfähigkeit. Deshalb sind auch Überlandstromleitungen meistens aus Aluminium. Größter Preistreiber ist derzeit China. Experten gehen davon aus, dass die Volksrepublik allein 2006 ihren Aluminiumverbrauch um 18 Prozent steigern wird. Unter anderem die Modernisierung des an vielen Stellen völlig überalterten Elektrizitätsnetzes lässt die Chinesen auf den Rohstoffmärkten als Aluminiumkäufer auftreten. Eine nicht unwesentliche Rolle beim Aluminiumverbrauch spielt auch der internationale Flugzeugmarkt. So bestehen große Teile des Rumpfes des neuen Airbus A380 aus Aluminium. Der Aluminiummarkt verzeichnet seit 2004 ein Angebotsdefizit, das sich in den kommenden Jahren sukzessive ausweiten wird. So rechnet man für 2006 mit einer Angebotslücke von etwa 300.000 Tonnen, bei einer Gesamtproduktion von rund 30 Millionen Tonnen.
40 Prozent Potenzial
Anleger können auf eine Übernahme Alcans spekulieren. Das Potenzial der Alcan-Aktien dürfte ähnlich hoch anzusiedeln sein wie im Fall Falconbridges: Seit Xstrata im Mai 2006 das erste Kaufangebot abgegeben hat, zog das Papier, angefeuert durch Konkurrenzangebote, bis dato um 40 Prozent an. Und auch bei Alcan dürfte es zu einem Bieterkampf kommen.
Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 34/2006.
§
ALCAN INC. (CA0137161059; 850204; ALC)
Neue Runde, neues Glück
Nach Falconbridge kündigt sich mit Alcan nun ein neuer Übernahmekampf im Rohstoffsektor an. Anleger können mitbieten.
Nach dem heißen Bietergefecht zwischen Xstrata, Inco, Teck Cominco und Phelps Dodge um den Minenkonzern Falconbridge kündigt sich nun eine weitere Übernahmeschlacht der Superlative im Rohstoffsektor an. Im Visier steht diesmal der kanadische Aluminiumhersteller Alcan. Einem Bericht der australischen Wirtschaftszeitung Australian Financial Review vom 2. August zufolge soll sich der Bergbaukonzern Rio Tinto für die Kanadier interessieren. Mit dem Kauf, so die Zeitung, möchte Rio Tinto zum weltweit größten Aluminiumproduzenten aufsteigen.
Starke Zahlen
Alcan hatte zuletzt durch sehr positive Zahlen überzeugt. So konnte der Konzern im zweiten Quartal 2006 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum seinen Umsatz um 17 Prozent auf 6,1 Milliarden Dollar steigern. Der Gewinn verdoppelte sich auf 455 Millionen beziehungsweise 1,21 Dollar je Anteilschein. Für das gute Resultat ist in erster Linie der hohe Aluminiumpreis verantwortlich. Er lag im zweiten Quartal bei durchschnittlich 2.660 Dollar je Tonne. Seit Anfang 2000 hat er damit um knapp 80 Prozent zugelegt.
Großen Defizit
Aluminium wird vor allem in der Automobil-, in der Verpackungsindustrie und im Baugewerbe eingesetzt. Da es leichter als andere Metalle ist, lässt es sich gut formen. Zudem ist es korrosionsbeständig und verfügt über eine hervorragende Leitfähigkeit. Deshalb sind auch Überlandstromleitungen meistens aus Aluminium. Größter Preistreiber ist derzeit China. Experten gehen davon aus, dass die Volksrepublik allein 2006 ihren Aluminiumverbrauch um 18 Prozent steigern wird. Unter anderem die Modernisierung des an vielen Stellen völlig überalterten Elektrizitätsnetzes lässt die Chinesen auf den Rohstoffmärkten als Aluminiumkäufer auftreten. Eine nicht unwesentliche Rolle beim Aluminiumverbrauch spielt auch der internationale Flugzeugmarkt. So bestehen große Teile des Rumpfes des neuen Airbus A380 aus Aluminium. Der Aluminiummarkt verzeichnet seit 2004 ein Angebotsdefizit, das sich in den kommenden Jahren sukzessive ausweiten wird. So rechnet man für 2006 mit einer Angebotslücke von etwa 300.000 Tonnen, bei einer Gesamtproduktion von rund 30 Millionen Tonnen.
40 Prozent Potenzial
Anleger können auf eine Übernahme Alcans spekulieren. Das Potenzial der Alcan-Aktien dürfte ähnlich hoch anzusiedeln sein wie im Fall Falconbridges: Seit Xstrata im Mai 2006 das erste Kaufangebot abgegeben hat, zog das Papier, angefeuert durch Konkurrenzangebote, bis dato um 40 Prozent an. Und auch bei Alcan dürfte es zu einem Bieterkampf kommen.
Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 34/2006.
§
ALCAN INC. (CA0137161059; 850204; ALC)