Hunderte Betriebssperrungen erwartet
Mindestens 1300 Lieferungen belasteter Futtermittel

Der Skandal um hormonverseuchte Futtermittel und Getränke hat bisher ungeahnte Ausmaße angenommen. Allein in Deutschland mussten Hunderte von Betrieben gesperrt werden. Sie waren über mindestens eineinhalb Jahre mit Produkten beliefert worden, die möglicherweise mit dem verbotenen Wachstumshormon Medroxy-Progesteron-Acetat (MPA) verseucht waren. Nach Angaben der EU-Kommission sind inzwischen elf der 15 EU-Staaten von dem Hormonskandal betroffen.
Hunderte von Betrieben gesperrt
In Deutschland wurden allein in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen nach Behördenangaben insgesamt 332 Betriebe gesperrt. In Nordrhein- Westfalen sind zudem zwölf Futtermittelhändler gesperrt worden. Die Höfe sind nach Angaben der Landes-Verbraucherschutzministeriums überwiegend Schweinemastbetriebe im Münsterland. Nach ihrer Einschätzung müssen "Hunderte von Betrieben in verschiedenen Bundesländern gesperrt werden". Bisherigen Erkenntnissen zufolge sind in Deutschland außerdem Bayern, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen betroffen. Hormonbelastetes Schweinefleisch aus Belgien gelangte über einen Zerlegebetrieb in Baden-Württemberg vermutlich auch ins Saarland.
Vermarktung verboten
Bundesverbraucherministerin Renate Künast (Grüne) sagte, den betroffenen Betrieben werde die Vermarktung des Fleischs verboten. Verseuchte Futtermittel würden ausgetauscht. Eine Künast-Sprecherin sagte, bislang seien alle MPA-Funde in ihrer Konzentration unterhalb der Grenze gewesen, ab der der Stoff Wirkung beim Menschen zeige. Künast forderte EU-weit schärfere Kontrollen der Industrie. "Kontrolle muss her und andere rechtliche Regelungen", sagte sie.
Bundesverband: Nachweis schwierig
In einem Interview der "Sächsischen Zeitung" in Dresden verwies der Sprecher des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen, Carel Mohn darauf, dass es für den betroffenen Landwirt äußerst schwierig sei nachzuweisen, durch welche konkrete Lieferung der Schaden eingetreten sei. Deshalb, so seine Forderung, solle die Beweislast zu Gunsten des Geschädigten umgekehrt werden. Außerdem müsste es intensivere Kontrollen in der Futtermittelbranche und härtere Strafen bei Verstößen geben.
Frühester Nachweis von Anfang 2001
Der früheste Nachweis von MPA in Produkten in Deutschland stammt laut Bundesverbraucherministerium aus Getränke-Rückstellproben von Anfang 2001. Der für die MPA-Verseuchungen verantwortliche Glukosesirup kam von der belgischen Firma Bioland (nicht identisch mit dem deutschen Verband gleichen Namens). Sie "entsorgte" darin irische Arznei-Abfälle. Im Fall der 1300 Lieferungen wurde der Sirup in den Niederlanden in Futtermittel verarbeitet.
Geschäfte ohne Genehmigung
Nach belgischen Regierungsangaben hat die Firma "Bioland" ihre Geschäfte mit hormonverseuchtem Glukosesirup ohne die nötigen Genehmigungen gemacht. Das Unternehmen habe keine Lizenz für Lieferungen an die Lebensmittelindustrie besessen, sagte die Staatssekretärin im belgischen Außenministerium, Annemie Neyts, in Brüssel. Gefehlt habe dem Unternehmen auch eine Zulassung zur Behandlung pharmazeutischer Abfälle, wie es sie von einem irischen Lieferanten bezogen habe.
Mindestens 1300 Lieferungen belasteter Futtermittel

Der Skandal um hormonverseuchte Futtermittel und Getränke hat bisher ungeahnte Ausmaße angenommen. Allein in Deutschland mussten Hunderte von Betrieben gesperrt werden. Sie waren über mindestens eineinhalb Jahre mit Produkten beliefert worden, die möglicherweise mit dem verbotenen Wachstumshormon Medroxy-Progesteron-Acetat (MPA) verseucht waren. Nach Angaben der EU-Kommission sind inzwischen elf der 15 EU-Staaten von dem Hormonskandal betroffen.
Hunderte von Betrieben gesperrt
In Deutschland wurden allein in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen nach Behördenangaben insgesamt 332 Betriebe gesperrt. In Nordrhein- Westfalen sind zudem zwölf Futtermittelhändler gesperrt worden. Die Höfe sind nach Angaben der Landes-Verbraucherschutzministeriums überwiegend Schweinemastbetriebe im Münsterland. Nach ihrer Einschätzung müssen "Hunderte von Betrieben in verschiedenen Bundesländern gesperrt werden". Bisherigen Erkenntnissen zufolge sind in Deutschland außerdem Bayern, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen betroffen. Hormonbelastetes Schweinefleisch aus Belgien gelangte über einen Zerlegebetrieb in Baden-Württemberg vermutlich auch ins Saarland.
Vermarktung verboten
Bundesverbraucherministerin Renate Künast (Grüne) sagte, den betroffenen Betrieben werde die Vermarktung des Fleischs verboten. Verseuchte Futtermittel würden ausgetauscht. Eine Künast-Sprecherin sagte, bislang seien alle MPA-Funde in ihrer Konzentration unterhalb der Grenze gewesen, ab der der Stoff Wirkung beim Menschen zeige. Künast forderte EU-weit schärfere Kontrollen der Industrie. "Kontrolle muss her und andere rechtliche Regelungen", sagte sie.
Bundesverband: Nachweis schwierig
In einem Interview der "Sächsischen Zeitung" in Dresden verwies der Sprecher des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen, Carel Mohn darauf, dass es für den betroffenen Landwirt äußerst schwierig sei nachzuweisen, durch welche konkrete Lieferung der Schaden eingetreten sei. Deshalb, so seine Forderung, solle die Beweislast zu Gunsten des Geschädigten umgekehrt werden. Außerdem müsste es intensivere Kontrollen in der Futtermittelbranche und härtere Strafen bei Verstößen geben.
Frühester Nachweis von Anfang 2001
Der früheste Nachweis von MPA in Produkten in Deutschland stammt laut Bundesverbraucherministerium aus Getränke-Rückstellproben von Anfang 2001. Der für die MPA-Verseuchungen verantwortliche Glukosesirup kam von der belgischen Firma Bioland (nicht identisch mit dem deutschen Verband gleichen Namens). Sie "entsorgte" darin irische Arznei-Abfälle. Im Fall der 1300 Lieferungen wurde der Sirup in den Niederlanden in Futtermittel verarbeitet.
Geschäfte ohne Genehmigung
Nach belgischen Regierungsangaben hat die Firma "Bioland" ihre Geschäfte mit hormonverseuchtem Glukosesirup ohne die nötigen Genehmigungen gemacht. Das Unternehmen habe keine Lizenz für Lieferungen an die Lebensmittelindustrie besessen, sagte die Staatssekretärin im belgischen Außenministerium, Annemie Neyts, in Brüssel. Gefehlt habe dem Unternehmen auch eine Zulassung zur Behandlung pharmazeutischer Abfälle, wie es sie von einem irischen Lieferanten bezogen habe.