Medios hat Bürogebäude und Reinraumlabore. In der kalten Jahreszeit müssen die auch beheizt werden (Heizkosten). Zudem müssen die Zubereiteten Therapien an die Kunden ausgeliefert werden (Transportkosten).
Licht haben die in den Büroräumen auch an und Computer laufen. Also Energie verbrauchen sie ebenfalls.
Einfluß hat es also sicherlich. Die wichtigere Frage wäre aber, ob es einen merklichen Einfluß hat.
Wenn ich mir die 52,x mio € Cashflow anschaue, dann glaube ich nicht, dass die gestiegenen Energiepreise hier einen merklichen Einfluß haben werden.
Der Sparkurs der Gesetzlichen Krankenkassen hatte Medios ja bereits 2022 / 23 kurzfristig Probleme bereitet. Die Preise für die verwendeten Wirkstoffe und die Arbeitszeit sind von den Gesetzlichen Krankenkassen festgelegt (-> "Hilfstaxe"). Die Krankenkassen versuchen natürlich, hier möglichst viel zu sparen und gehen bei der Preisfestsetzung von effizienter Massenverarbeitung aus. Die kleinen Apotheken verarbeiten in ihren Reinräumen aber nur relativ wenige Zubereitungen, so dass der Kostendruck dort sehr hoch ist.
Kürzungen betreffen natürlich sowohl die Apotheken, als auch Medios. Aber die kleinen Apotheken arbeiten jetzt schon am Rentabilitätslimit, bzw. auch schon darunter. Jede weitere Kürzung führt also dazu, dass noch mehr Apotheken ihren Reinraum aufgeben und die Zubereitungen an externe Firmen geben. Hier ist Medios eben einer der ganz Großen und bekommt somit durch den Kostendruck mehr Kundschaft.
Aktuell wurde diese "Hilfstaxe"-Vereinbarung gekündigt. Somit gilt vorübergehend eine für die Apotheken und natürlich auch für Medios günstigere Regelung. Aber die Schiedsstelle wird über die Arbeitskostenpauschale, sowie die Wirkstoffkosten entscheiden. Und sobald diese Entscheidung gefallen ist, ist die Hilfstaxe wieder in Kraft. Sollten die Preise deutlich angehoben werden, gibt es weniger Druck auf die Apotheken für einenWechsel zu Medios. Andererseits verdient dann Medios selber wieder mehr pro Auftrag. Gibt es nur eine kleine Preisanhebung, dann verdient Medios auch nur ein klein wenig mehr an einer Zubereitung, aber bekommt wieder mehr Aufträge. Von iener insgesamten Reduktion der Hilfspauschale gehe ich nicht aus. Alleine die Arbeitskosten sind seit der letzten Eintscheidung um 25 % angestiegen.
Also, aktuell ist eine Übergangsphase, in der Medios (und die Apotheken) eine bessere Marge bekommen. Sobald der Schiedsspruch gilt, gibt es entweder eine bessere Marge, oder eine nur sehr gering verbesserte Marge, dafür aber wiederum mehr Umsatz (bis dann auch die allerletzte Apotheke vor dem Kostendruck kapituliert hat).
Medios selber hat aber bereits 2023 auf den Kostendruck reagiert und die Zukunftsplanung überarbeitet. Man will sich außerhalb Deutschlands verstärken. Da ist der Kostendruck deutlich geringer und man bekommt eine bessere Marge bei gleichzeitig geringerer Angst vor weiteren regulatorischen Eingriffen (Preisreduktionen). Und das hat man dann mit der Ceban schon erfolgreich angefangen. Mir gefällt sehr gut, was ich da im Geschäftsbericht zur Ceban sehe (auch wenn es dadurch Effekte gibt, die die Kleinanleger nicht richtig einordnen können - aber das wird sich mit der Zeit auch wieder einrenken).