Die Aktie des Seltenen-Erden-Produzenten Lynas kann heute deutlich zulegen. Der Grund dürfte der Wahlsieg der Regierungspartei auf Malaysia sein. Dort produziert das australische Unternehmen seine Seltenen Erden. Die Opposition hat mehrfach gegen die Anlage von Lynas mobil gemacht.
Obwohl die regierende Partei mittlerweile 56 Jahre in Malaysia an der Macht ist, war der Wahlausgang alles andere als sicher. Im Gegenteil: Umfragen hatten der Opposition gute Chancen eingeräumt, den Machtwechsel zu schaffen. Doch das regierenden Bündnis Barisan Nasional erhielt laut Wahlkommissionschef Aziz Yusof 112 der 222 Sitze - genau so viele, wie für eine Regierungsbildung mindestens nötig sind. Kein Wunder, dass sich die Opposition betrogen fühlt und nun „alle denkbaren juristischen Möglichkeiten" prüfen will.
Keine Freunde von Lynas
Dennoch: Für Lynas sind das gute Nachrichten. Die Opposition hatte sich im Vorfeld gemeinsam mit Umweltaktivisten gegen die Verarbeitungsanlage von Lynas stark gemacht. Zwar hat der australische Konzern die vorläufige Betriebserlaubnis erteilt bekommen. Doch was diese im Fall eines Wahlsieges der Opposition Wert gewesen wäre, sei dahingestellt. Damit dürfte zumindest der Gegenwind von politischer Seite deutlich nachlassen.
Preise im freien Fall
Im Blickpunkt des Interesses dürfte von nun an mehr denn je die Preise für Seltene Erden stehen. Und diese befinden sich seit Monaten im freien Fall. Kein Wunder, letztlich handelt es sich bei Seltenen Erden auch um Metalle, die vor allem von der Industrie nachgefragt werden. Auch hier war China über die vergangenen Jahre hinweg nicht nur der wichtigste Produzent, sondern eben auch der wichtigste Verbraucher. Zwar hat sich daran nichts geändert, doch auch in China kennt das Wachstum Grenzen. Und das bedeutet, dass die Nachfrage nicht so dramatisch wächst, wie in den vergangenen Jahren angenommen. Zwar hinkt der Vergleich ein wenig: Doch ein ähnliches Bild zeigt sich derzeit auf dem Kupfermarkt. Auch hier hatten Experten ein Defizit vorausgesagt, doch die Nachfrage aus China ist offensichtlich in den vergangenen Monaten deutlich zurückgegangen.
Fixe Preisbindung?
Zwar ist es etwas unüblich, dennoch wollen wir an dieser Stelle kurz auf eine Leserzuschrift eingehen: Dort wurde moniert, Lynas wäre von dem Preisrückgang bei Seltenen Erden überhaupt nicht so stark betroffen, da der Konzern langfristige Lieferverträge mit großen Konzernen eingegangen ist. Das ist grundsätzlich richtig, doch Vertragsdetails kennt niemand genau. Unseres Erachtens ist es jedoch höchst unwahrscheinlich, dass sich die Parteien über Jahre hinweg auf Festpreise geeinigt haben. Die Vergangenheit zeigt, dass sich solche Preise doch zumindest am Weltmarktpreis orientieren. Eine fixe Preisbindung erscheint uns doch recht unwahrscheinlich.
Nichtsdestotrotz: Seltene Erden stehen kaum noch im Blickfeld der Anleger. Dabei hat man jetzt erstmals die Chance, sich bei Lynas an einem großen Produzenten außerhalb Chinas zu beteiligen. Sicherlich geht es Lynas derzeit nicht besser, als andere Rohstoffkonzernen. Sie leiden unter der unsicheren Aussicht: Die Schuldenkrise in Europa und das schwächere Wachstum in China haben die Preise nahezu aller Industriemetalle deutlich abgekühlt. Dazu hat auch der Einbruch bei den Edelmetallen das Vertrauen der Anleger in Rohstoffe erschüttert. Analysten-Studien, die das Ende des Superzyklus der Rohstoffe propagieren, sind auch nicht dazu angetan, das Herz der Anleger für Rohstoffe zu erwärmen. Und gerade deshalb sollten sich antizyklisch orientierte Anleger den einen oder anderen Rohstoffwert einsammeln. Besonders mutige greifen auch bei Lynas zu und bauen eine erste Position auf. Stoppkurs nicht vergessen!
http://www.deraktionaer.de/aktien-weltweit/...h-wahlsieg-19606249.htm