Der ME Fonds – Special Values ist kein Modeprodukt, sondern ein seit dem 15. Juli 2002 bestehender, offensiver vermögensverwaltender Mischfonds aus Luxemburg, der von Markus Elsässer seit Auflage betreut wird. Die A-Tranche trägt die ISIN LU0150613833 und die WKN 663307; an der Börse Frankfurt wird der Fonds unter dem Symbol WZF6 geführt. Daneben gibt es noch die thesaurierende B-Tranche mit der ISIN LU1377969701 und der WKN A2AFMP. Die A-Tranche ist ausschüttend, die B-Tranche thesaurierend. Offiziell beschreibt der Anbieter den Ansatz als konzentriertes, weltweit investiertes Qualitäts- und Value-Portfolio mit Fokus auf Kapitalerhalt in schwierigen Börsenphasen; Anleihen können beigemischt werden, wurden zuletzt aber wegen des Zinsumfelds nicht genutzt. (Dr Markus Elsasser)
Zur Geschichte des Fonds passt die Biografie seines Gründers ziemlich genau. Markus Elsässer, Jahrgang 1956, arbeitete nach Banklehre, Studium und Stationen in Wirtschaftsprüfung und Industrie unter anderem bei Dow Chemical, Benckiser und Storck, bevor er seit 1998 als selbständiger Investor und Fondsberater tätig ist. Auf seiner eigenen Seite bezeichnet er sich ausdrücklich als Gründer der ME-Fonds; der Special Values werde seit der Gründung im Juli 2002 unverändert mit derselben Anlagephilosophie und demselben Management geführt. Das ist wichtig, weil man hier keinen Fonds mit ständig wechselnder Story kauft, sondern im Kern die sehr persönliche Handschrift eines einzelnen Value-Investors. (Dr Markus Elsasser)
Stand 21./22. April 2026 lag der Kurs der A-Tranche bei rund 3.848,59 Euro bzw. in einer anderen Börsennotierung bei 3.817,80 Euro; solche kleineren Abweichungen zwischen NAV- bzw. Handelsplatzangaben sind bei Fonds normal. Die Fondsgröße lag zuletzt bei rund 78,54 Mio. Euro für den Gesamtfonds bzw. 73,91 Mio. Euro für die A-Tranche. Die laufenden Kosten der A-Tranche werden mit 1,58 Prozent pro Jahr angegeben, hinzu kommen bis zu 5,00 Prozent Ausgabeaufschlag und eine Performance Fee von 10 Prozent. Für einen aktiven Boutique-Fonds ist das nicht ungewöhnlich, aber billig ist es nicht. (extraETF)
Die Wertentwicklung ist ordentlich, aber nicht makellos. Per 21. April 2026 lag die Performance laut extraETF bei plus 28,58 Prozent auf Sicht von einem Jahr, plus 18,75 Prozent über drei Jahre, plus 20,65 Prozent über fünf Jahre und plus 71,31 Prozent über zehn Jahre; seit Auflage entspricht das plus 302,49 Prozent beziehungsweise 6,03 Prozent pro Jahr. Gleichzeitig zeigt die Historie auch, dass der Fonds keine Einbahnstraße ist: 2022 lag die Jahresperformance bei minus 21,07 Prozent. Die Volatilität wurde zuletzt mit 13,63 Prozent auf ein Jahr angegeben, der maximale Drawdown mit minus 22,29 Prozent auf fünf Jahre. Das ist für einen Fonds mit hoher Aktienquote moderat, aber keineswegs defensiv im landläufigen Sinn. (extraETF)
Die „Fundamentals“ eines Fonds sind nicht dieselben wie bei einer Aktie. Beim ME Special Values sind die entscheidenden Kennzahlen daher Kosten, Portfoliostruktur, Konzentration, Liquiditätsquote und Risikomaße. Die Aktienquote der A-Tranche lag zuletzt bei 92,48 Prozent, die Zahl der Positionen bei 32, der Anteil der Top 10 bei 43,56 Prozent. Im offiziellen Halbjahresbericht zum 30. Juni 2025 lag das Wertpapiervermögen bei 89,48 Prozent des Netto-Teilfondsvermögens und das Bankguthaben bei 10,72 Prozent. Das heißt nüchtern: Elsässer hält das Portfolio bewusst konzentriert und war zwischenzeitlich auch mit nennenswerter Liquidität unterwegs, statt krampfhaft voll investiert zu sein. (extraETF)
Bei den Top-Holdings lohnt ein genauer Blick, weil hier der eigentliche Charakter des Fonds sichtbar wird. Im offiziellen Halbjahresbericht zum 30. Juni 2025 waren die größten Einzelpositionen unter anderem Cochlear mit 5,39 Prozent, BW LPG mit 5,03 Prozent, Cintas mit 4,90 Prozent, Givaudan mit 4,87 Prozent, Dolby Laboratories mit 4,59 Prozent, McCormick mit 4,40 Prozent, Advanced Micro Devices mit 4,30 Prozent und Strabag mit 4,24 Prozent. Weitere wichtige Positionen waren Schindler, Airbnb, Amazon, Ecolab, Morgan Stanley, Zoetis, Moncler, Dassault Systèmes, Touax, Flughafen Zürich, Schweizerische Nationalbank und OCBC. Regional dominierte damals klar die USA mit 39,07 Prozent, gefolgt von der Schweiz mit 13,35 Prozent und Singapur mit 9,68 Prozent. Sektorseitig lagen Transport, Industriegüter, Rohstoffe, Software, Luxus/Konsum und Halbleiter vorn. (dl.avl-investmentfonds.de)
Noch interessanter ist, dass externe Portfoliodaten per April 2026 bereits eine gewisse Verschiebung zeigen. ExtraETF nennt zuletzt als größte Positionen BW LPG, Barrick Mining, Teradyne, Cochlear, Medpace, OCBC, Strabag, Cintas, einen HANetf Gold Miners Screened UCITS ETF und Flughafen Zürich; FT nennt als große Positionen BW LPG, AMD, Cochlear, Cintas, Dolby, Teradyne, Strabag, Givaudan, Schindler und Medpace. Das spricht dafür, dass der Fonds zuletzt etwas stärker in Richtung Gold/Goldminen und ausgewählte zyklische oder spezialsituative Werte rotiert hat. Das ist eine Einschätzung, keine harte Tatsache für jeden einzelnen Stichtag, weil die Datenquellen unterschiedliche Aktualität haben. Aber die Richtung ist erkennbar. (extraETF)
Inhaltlich ist das Fondsprofil klar: Das ist kein breit diversifizierter Weltfonds und auch kein klassischer Mischfonds für Leute, die nachts völlig ruhig schlafen wollen. Es ist ein konzentriertes globales Stock-Picking-Vehikel mit Value-Einschlag, Qualitätsfokus und opportunistischen Sonderideen. Positiv ist, dass das Portfolio nicht stumpf Indexgewichte nachbaut. Man sieht unabhängige Entscheidungen: Singapur-Banken, Schweizer Qualitätswerte, Spezialindustrien, ausgesuchte US-Einzeltitel und phasenweise höhere Kasse. Negativ ist die Kehrseite derselben Medaille: Du bist stark von der Urteilsfähigkeit eines einzelnen Fondslenkers abhängig, akzeptierst höhere Kosten und bekommst naturgemäß mehr idiosynkratisches Risiko als in einem simplen MSCI-World-ETF. (Dr Markus Elsasser)
Zum Thema Ausschüttungen muss man sauber trennen. Die A-Tranche ist ausschüttend, die B-Tranche thesaurierend. ExtraETF weist für die A-Tranche eine jährliche Ausschüttungspolitik mit Zielmonat Mai aus, zeigt für 2026 aber derzeit eine prognostizierte Ausschüttung von 0,00 Euro und keine belastbare Rendite an. Verlässliche konkrete Ausschüttungsbeträge der letzten Jahre habe ich in den von mir geprüften Quellen nicht belastbar gefunden. Deshalb wäre es unseriös, hier Zahlen zu erfinden. Sicher ist nur: Ausschüttend ja, aber aktuell ohne klar belegte relevante Ausschüttungshistorie in den offenen Quellen; für Einkommensinvestoren ist der Fonds jedenfalls nicht wegen hoher laufender Ausschüttungen interessant. (dl.avl-investmentfonds.de)
Bei „Kurszielen“ ist die saubere Antwort: Für diesen Fonds gibt es keine üblichen, belastbaren Analysten-Kursziele wie bei Einzelaktien. Ich habe keine seriöse Quelle gefunden, die für den ME Special Values per 22. April 2026 ein offizielles Kursziel ausweist. Alles andere wäre Spekulation. Man kann nur Erwartungsräume formulieren: Wenn Elsässers Stil weiter funktioniert, also konzentriertes Stock-Picking, Kapitaldisziplin, selektive Kassehaltung und antizyklische Entscheidungen, dann sind über fünf bis fünfzehn Jahre ordentliche reale Renditen möglich. Wenn er mit Sonderideen oder Makroeinschätzungen danebenliegt, wird der Fonds aber auch längere Phasen klar hinter breiten Aktienindizes zurückbleiben können. (extraETF)
Für die nächsten fünf bis fünfzehn Jahre sehe ich die Chancen des Fonds vor allem dort, wo viele große Häuser strukturell schwach sind: bei echter Unabhängigkeit, Konzentration, Langfristigkeit und der Bereitschaft, auch unpopuläre Titel oder Länder zu halten. Gerade in einem Markt, der über Jahre stark von wenigen Mega-Caps dominiert war, kann ein Fonds wie dieser dann glänzen, wenn die Marktbreite zunimmt und aktive Auswahl wieder stärker belohnt wird. Die Risiken liegen ebenso offen zutage: kleines Fondsvolumen, Personenabhängigkeit, keine Gebührenführerschaft, kein systematischer Prozess im ETF-Sinn und ein Portfolio, das bewusst von Mainstream-Benchmarks abweicht. Der Fonds ist deshalb eher etwas für Anleger, die einen aktiven Manager mit klarer Handschrift bewusst wollen und die Abweichung vom Index aushalten. Für Anleger, die einfach nur kostengünstig und prognosefrei Weltaktien kaufen wollen, ist er nicht die logische erste Wahl. (extraETF)
Mein Gesamturteil ist daher zweigeteilt, aber klar: Der ME Special Values ist ein interessanter, eigenständiger und über viele Jahre konsistent geführter Boutique-Fonds mit erkennbarer Philosophie und teilweise ungewöhnlichen, intelligenten Portfoliobausteinen. Er ist aber kein Selbstläufer und kein Produkt, das man wegen des Namens von Markus Elsässer blind kaufen sollte. Wer an seine Selektionsfähigkeit glaubt und bewusst ein konzentriertes aktives Mandat sucht, kann ihn als Beimischung ernsthaft in Betracht ziehen. Wer niedrige Kosten, maximale Transparenz und breite Marktabdeckung priorisiert, fährt mit einem ETF nüchterner und wahrscheinlich robuster. Genau darin liegt die Wahrheit dieses Fonds: spannend, eigenständig, aber nur für Anleger, die wissen, was sie da kaufen. (Dr Markus Elsasser)
Autor: ChatGPT