Anleger, die aus Veränderungen bei der Volatilität Profit schlagen möchten, sollten einige Eigenschaften der impliziten Volatilität kennen. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass die Schwankungsbreite bei fallenden Kursen sehr schnell ansteigt. In der Regel vollziehen sich Kursrückgänge mit einer höheren Geschwindigkeit als Kursanstiege. Freundliche Börsenzeiten sind oft durch viele kleine Kurssteigerungen gekennzeichnet. Entsprechend niedrig ist in diesen Phasen auch die Volatilität.
Daher sollten zum Beispiel Calls bei der Spekulation auf eine Kurserholung nach einem Crash mit Vorsicht genossen werden: Kommt es tatsächlich zu der Erfüllung der Erwartung steigender Kurse, sinkt in der Regel die Schwankungsbreite. Bei einer langsamen Kurserholung kann der Rückgang der Volatilität den durch die steigenden Notierungen erzeugten Gewinn bei Call komplett auffressen. Deutlich zubeobachten war dieses Phänomen am 21. Oktober, als es zu einem Rückgang der Volatilität von 83 auf 54 Punkte kam.
Die momentan historischen Höchststände des VDAX-NEW mahnen die Anleger zunächst zur Vorsicht. Der Markt hat noch immer nicht seinen Boden gefunden und sucht noch nach einer verlässlichen Unterstützungszone. Sobald sich die Volatilität in Richtung 30 bis 40 Punkte zurückbildet, besteht die Möglichkeit, dass eine Bodenbildung einsetzt. Solange heißt es Geduld haben und die Bewegungen in den Aktienindizes kontinuierlich beobachten. Die besten Chancen bieten keine lange Vorlaufzeit.
An der Börse ist alles möglich, auch das Gegenteil.
André Kostolany
MfG
Palaimon