Der Wirtschafts- und Finanzkrise zum Trotz: Die deutsche Solarbranche hofft weiterhin auf gute Geschäfte im Jahr 2009. Sinkende Preise für Solaranlagen sorgen für steigendes Interesse bei den Verbrauchern.
Viele Unternehmen sähen wieder "Licht am Ende des Tunnels", so Carsten Körnig, Geschäftsführer des Bundesverbandes Solarwirtschaft (BSW), der zur Eröffnung der Branchenmesse "Intersolar" am Dienstag in München eine nahe liegende Metapher verwendete.
"Mehr Licht" wollen offenbar auch weiterhin viele Häuslebauer in Deutschland in Form von Solaranlagen auf den Dächern ihrer Eigenheime. Körnig ist sich sicher, dass die Vorjahreszahlen im laufenden Jahr zumindest wieder erreicht werden. 2008 wurden insgesamt mehr als 300.000 Solaranlagen mit einer Nennleistung von 1,5 Gigawatt in Deutschland installiert.
Finanziell attraktiv "wie nie"
Vor allem gesunkene Preise für die Photovoltaik-Zellen, die aus Sonnenlicht Strom gewinnen, machten die Investition in eine entsprechende Anlage finanziell so attraktiv wie nie zuvor. Für jede ins Netz eingespeiste Kilowattstunde erhalten die Solaranlagenbesitzer bei neuen Anlagen rund 43 Cent Einspeisevergütung. Das ist mehr als doppelt so viel wie sie für ihren eigenen Haushaltsstrom bezahlen. Weil die Einspeisevergütung aber jedes Jahr verringert wird und zudem der harte Winter neue Installationen teilweise unmöglich machte, waren die Preise für Solarzellen zu Jahresbeginn um rund 15 Prozent gefallen.
Die Nachfrage auf Kundenseite scheint in Deutschland dennoch ungebrochen. Und mit ihr die Stimmung bei den Unternehmen der Branche. Die Ergebnisse des Geschäftsklimaindex, den der Bundesverband jüngst erhoben hat, hätten den höchsten Stand seit Beginn der Messung im Jahr 2005 erreicht, so der BSW-Geschäftsführer.
Solaraktien nicht aus dem Häuschen
Die Ergebnisse und Ausblicke der deutschen Solarkonzerne passen nicht so ganz in das wolkenlose Bild des Branchenverbands. Unternehmen wie Solarworld oder Q-Cells sind allerdings schon lange nicht mehr nur in Deutschland aktiv, sondern vermarkten ihre Zellen und Module weltweit.
So hatte Q-Cells im Mai zum dritten Mal in diesem Jahr seine Umsatzprognose nach unten korrigiert. Zwischen 1,3 und 1,6 Milliarden Euro sollen 2009 an Erlösen erreicht werden, ursprünglich waren es einmal 2,3 Milliarden gewesen. Auch bei Solarworld flachen die Wachstumsraten inzwischen ab. Im ersten Quartal 2009 wuchs der Umsatz im Vorjahresvergleich – ganz branchenuntypisch im einstelligen Prozentbereich – auf 176 Millionen Euro.
Die Aktien der Solarbranche im TecDax reagierten am Dienstag kaum auf die Zuversicht, die auf der Branchenmesse formuliert wurde. Die Mehrzahl der Papiere notierte in einem schwachen Gesamtmarkt in der Minuszone.
boerse.ard.de/content.jsp?key=dokument_354482
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