Legt die Bonus-Banker an die Kette


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tom68:

Legt die Bonus-Banker an die Kette

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18.03.08 12:44
18. März 2008

LEHREN DER FINANZKRISE
Legt die Bonus-Banker an die Kette

Von Wolfgang Kaden

Der Crash der Finanzmärkte offenbart unfassbare Praktiken bei den Banken: Sie haben den Bezug zur Wirklichkeit verloren. Eine strengere, wirkungsvolle Aufsicht ist vonnöten - und die perversen Bonus-Systeme der Banken müssen nachhaltig reformiert werden.

Hamburg - Einen besonders aufschlussreichen Kommentar zur sich ständig steigernden Krise an den Finanzmärkten lieferte der Franzose Jérôme Kerviel. Zur Erinnerung: Das ist jener Jung-Banker, der seinem Arbeitgeber, der Société Générale, einen satten Verlust von 4,9 Milliarden Euro eingespielt hat. Gegenüber der Staatsanwaltschaft begründete Kerviel sein Handeln gut nachvollziehbar: "Man verliert das Gefühl für Summen, wenn man in diesem Beruf arbeitet." Und er fügte hinzu: "Man lässt sich ein bisschen davontragen."

Wertpapierhändler in Frankfurt: Nach den Investmentbanken sind jetzt die Hedgefonds dran

Die traurige und für viele Zeitgenossen so teure Wahrheit ist: Das gesamte Geldgewerbe hat offenbar in den vergangenen Jahren das Gefühl für Summen verloren. Wir alle sind in der Hand zehntausender Kerviels, die in den Banken rund um den Erdball ihren Geschäften nachgehen.

Seit Monaten fliegen uns die Milliarden (es sind wirklich Milliarden, nicht lumpige Millionen) nur so um die Ohren. Kein Teil des Geldbusiness scheint wirklich sauber. Nach Investmentbanken wie Merrill Lynch Chart zeigen oder Bear Stearns Chart zeigen sind nun die Hedgefonds dran. Schon wird gemunkelt, in den USA wackelten die ersten Kreditkartenfirmen.

Eine Krise, wie sie zum Auf und Ab des kapitalistischen Wirtschaftens gehört? Solche Verniedlichung passt nun, ein Jahr nach Ausbruch des Subprime-Debakels, wahrlich nicht mehr zum Sachverhalt. Die Zunft der Banker, die sich doch so gern als die wahren Herrscher der Weltwirtschaft verstehen, hat die globale Ökonomie in ein Desaster getrieben, das sich zu einer fundamentalen Systemkrise ausweitet.

Es ist dies eine Erschütterung, aus der, gleichgültig wie sie endet, schnellstmöglich Lehren zu ziehen sind. Vor allem die eine: Dass das Geschäft mit dem Geld viel zu wichtig ist, als dass wir es den flinken Geldhändlern in Frankfurt, London oder New York überlassen dürften.

Das Geldgewerbe nimmt nun mal in einer Marktwirtschaft eine besondere Rolle ein. Eine Krise in der Autobranche oder der Chemieindustrie ist eingrenzbar. Eine Erschütterung des Banksystems aber trifft alle und kann sogar politische Gefüge zum Einsturz bringen, wie 1929 und die Folgen bewiesen haben.

Wo war der selbstgewisse Jochen Sanio?

Die Geschichte des modernen Kapitalismus ist auch und gerade die einer Wirtschaftsordnung, die seit ihrem Start im 19. Jahrhundert aus Erschütterungen und Verwerfungen klüger geworden ist. Nicht immer wurden aus der Erfahrung die richtigen Schlussfolgerungen umgesetzt, aber doch häufig genug, um den Siegeszug der freiheitlichen Wirtschaft zu ermöglichen.

Wir haben gelernt, dass ungezügelte Märkte zur Monopolbildung neigen und folgerichtig Kartellgesetze geschaffen. Wir haben auch längst gewusst, dass Banken einen gesetzlichen Rahmen und staatliche Überwachung brauchen – "um Fehlentwicklungen vorzubeugen, die das Funktionieren des Bankenapparates stören können", wie die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) ihre Aufgabe so schön beschreibt.

So haben wir uns in der Gewissheit gewogen, dass uns eine Erschütterung, die das feingesponnene Netz der globalen Wirtschaft wie in der Weltwirtschaftskrise zerreißen könnte, erspart bleiben würde. Sollte diese Erwartung womöglich zu naiv und blauäugig gewesen sein?

Die Zuversicht jedenfalls, dass die Großrisiken des marktwirtschaftlichen Systems beherrschbar sein könnten, ist abhanden gekommen, seit wir nun fast jeden Tag nachlesen können, dass die Banker die Welt tatsächlich als Spielcasino begreifen. Niemals hätten wir für möglich gehalten, dass ein Geldinstitut wie die kleine Sachsen LB Kreditrisiken von sagenhaften 20 Milliarden Euro in einem Dubliner Ableger verstecken könnte; Beträge, die das Eigenkapital der Bank um ein Vielfaches überstiegen, für die das Dresdner Haus aber voll haftete.

Mit ungläubigem Staunen müssen wir zur Kenntnis nehmen, welches riesige Rad beste Adressen des Bankgewerbes mit Hedgefonds gedreht haben. Ein Fonds der Betreibergesellschaft Carlyle Capital, beispielsweise, hat mit 670 Millionen Dollar eigenem Geld Hypothekenanleihen im Wert von fast 22 Milliarden gekauft. Für jeden Dollar Eigenkapital wurden also 31 Dollar fremdes Geld geliehen. Die Kredite stellten Geschäftsbanken freudig bereit.

Grundregeln des Bankgeschäfts außer Kraft gesetzt

Was einem den Glauben an die Zunft der Banker raubt, ist der Umstand, dass die Gentlemen nonchalant alle Grundregeln des Bankgeschäfts außer Kraft gesetzt haben. Beispielsweise den Lehrsatz, dass hohe Renditen nur mit hohem Risiko zu erzielen sind. Und keiner aus dem Gewerbe schrie laut auf, machte uns darauf aufmerksam, dass der Kaiser ja gar keine Kleider anhat.

Wo waren die hochbezahlten Wirtschaftsprüfer, die all diese Bankbilanzen testierten? Wo der so selbstgewisse Jochen Sanio von der Bafin? Was trieben die omnipotenten Rating-Agenturen? Was die sonst so weisen Aufsichtsräte der Geldhäuser - und das waren nicht nur die Politiker in den Kontrollgremien der Landesbanken, sondern auch so ehrenwerte Manager wie Ex-E.on-Chef Ulrich Hartmann, der Aufsichtsratsvorsitzende der Mittelstandsbank IKB Chart zeigen, oder der Allianz-Vorsteher Michael Diekmann, der den Aufsichtsrat der Dresdner Bank leitet.

Entmachtet die Banker

Was ist nun zu tun, neben den aktuellen Rettungsarbeiten, für die vor allem die Notenbanken zuständig sind? So schwer es einem liberalen Ökonomen fällt - die Devise kann nur lauten: Entmachtet die Banker! Die Geldhändler müssen in ihrer Handlungsfreiheit eingeschränkt werden, nach Jahren der Deregulierung ist jetzt Reregulierung angesagt.

Der Erfindungsreichtum der Finanzindustrie ist ja, ganz ohne Ironie, wahrlich bewundernswert. Sie schuf, vor allem im vergangenen Dezennium, immer neue Instrumente. Allerdings mit dem Schönheitsfehler, dass sich diese grandiosen Innovationen immer weiter von der Basisaufgabe des Bankgeschäfts entfernten: Geld von Anlegern einzuwerben und an Kreditnehmer herauszureichen. Die Vielfalt der Kreditverbriefungen, der Derivate, der Hedgegeschäfte vermögen selbst die Verantwortlichen in den Bankvorständen nicht mehr zu überblicken oder gar zu verstehen. Die staatliche Aufsicht erweist sich erst recht als überfordert.

Dieses wild gewucherte System muss zurück gestutzt werden, was natürlich, wie Finanzminister Peer Steinbrück zu Recht betont, nur im globalen, zumindest im europäischen Akkord geschehen kann. Die Kompetenz der Bankaufsicht muss gestärkt, international verbindliche Bilanzierungsregeln wie Basel II müssen nachhaltig verschärft werden.

Nicht zuletzt müssen die Geld-Institute ihre eigenen Honorierungssysteme nachhaltig reformieren. Alles in den Banken ist derzeit darauf angelegt, den Erwerbstrieb der einzelnen Bankmitarbeiter, bis hinunter zum Sachbearbeiter, für die Gewinnmaximierung des gesamten Apparats zu nutzen: die Gier als oberstes und geheiligtes Geschäftsprinzip. "Dieses Rattenrennen nach immer höheren Gewinnen kann das System buchstäblich erschüttern", sagte Steinbrück zu Recht in einem SPIEGEL-Gespräch.

"Rattenrennen kann System erschüttern"

Das Rattenrennen ist derzeit intern institutionalisiert: durch Profitcenter mit extremen Gewinnvorgaben; durch Bonussysteme, bei denen häufig nur noch ein geringer Teil des Einkommens garantiert ist, der überwiegende Teil vom Erfolg am eigenen Schreibtisch abhängig ist. Solche Strukturen potenzieren die Neigung, massiv ins Risiko zu gehen und Sicherheitsregeln mit Nichtachtung zu bedenken. Sie können in ihrer jetzigen extremen Ausformung nicht Bestand haben.

Vielleicht wäre es schon ganz nützlich, wenn die Bonuszahlungen oder Gewinnbeteiligungen auch von der Nachhaltigkeit der jeweiligen Deals abhängig gemacht würden. Soll heißen: Falls die Geschäfte, die für schöne Gewinne und entsprechende Tantiemen bei den dafür verantwortlichen Mitarbeitern gesorgt haben, im weiteren Verlauf fallieren, darf das Geld zurück gefordert werden.

Bei der Düsseldorfer IKB-Bank konnte sich der Vorstandsvorsitzende Stefan Ortseifen noch nach der Fast-Pleite der Bank und seiner Entlassung über einen millionenschweren Bonus freuen. Der war vertragsgemäß für das erfolgreiche Jahr 2006 fällig. Da hatten die Papiere, die das Bankhaus ein Jahr später ins Desaster zogen, noch wunderschöne Renditen abgeworfen.

Ein bisschen Denken in Nachhaltigkeitskategorien - das wäre doch mal eine ganz ungewöhnliche Innovation für Bankvorstände und ihre Mitarbeiter. Es würde fraglos, um auf Monsieur Kerviel zurück zu kommen, das Bewusstsein für große Summen schärfen.

Quelle: www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,542107,00.html
Wir leben alle unter dem gleichen Himmel, aber wir haben nicht alle den gleichen Horizont.  Konrad Adenauer
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tom68:

Gewinne privatisieren, Verluste verstaatlichen?!

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18.03.08 12:52
Ackermann ruft Regierungen zur Hilfe - Finanzmärkte fiebern Fed-Entscheidung entgegen

Kapitulation vor der Krise: Deutsche-Bank-Chef Ackermann glaubt nicht mehr an die Selbstheilungskräfte des Marktes. Er fordert Regierungen und Zentralbanken zu gemeinsamem Handeln auf. Die Börsen warten auf die Entscheidung der US-Notenbank - die den Leitzins erneut drastisch senken könnte.

Washington/Frankfurt am Main - Es ist ein bitteres Eingeständnis: Angesichts der internationalen Turbulenzen glaubt Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann nicht mehr an die Selbstheilungskraft der Finanzmärkte. Die Versorgung mit Liquidität reiche als Maßnahme nicht aus, sagte Ackermann. Die Regierungen müssten Einfluss nehmen auf die Märkte. Er rief deshalb zu einer gemeinsamen Aktion von Regierungen, Zentralbanken und Banken auf, um das Vertrauen in die globalen Finanzmärkte wiederherzustellen.

Auch der Chefvolkswirt der Deutschen Bank Chart zeigen, Norbert Walter, sieht kein schnelles Ende der Finanzkrise. "Vor Ende 2009 werden die Turbulenzen nicht zu Ende sein", sagte er den Dortmunder "Ruhr Nachrichten". "Wir brauchen die Neuordnung und eine Neubesinnung auch bei den Regulatoren der Finanzmärkte", fügte Walter hinzu. Die Hoffnung auf ein Ende der Finanzkrise sei "verfrüht" gewesen. "Die Ereignisse in den USA und ihre Auswirkungen auf das Vertrauen der Anleger sind zu gewichtig", erklärte er.

Angesichts der Turbulenzen berät die amerikanische Notenbank (Fed) heute über eine weitere Zinssenkung. Es wird für möglich gehalten, dass die Fed ihren Leitzins von zurzeit 3,0 auf 2,0 Prozent senken könnte. Dies wäre der niedrigste Stand seit Ende 2004. "Die Fed ist in höchster Alarmstimmung", sagte der Chefvolkswirt des Finanzportals economy.com, Mark Zandi. Dies erlebe man höchstens einmal in einem Vierteljahrhundert. "Dies ist eine sehr ungewöhnliche Zeit."

"Kredithebel gewaltig zurückfahren"

Der Chefvolkswirt des Allianz/Dresdner-Bank-Konzerns, Michael Heise, rechnet damit, dass die anhaltende Krise zu einer tiefgreifenden Neustrukturierung im Finanzsystem führen wird. "Wir müssen damit rechnen, dass eine nachhaltige Bereinigung und Konsolidierung im Finanzsystem stattfindet", sagte Heise der "Berliner Zeitung" mit Verweis auf den Notverkauf der US-Investmentbank Bear Stearns. "Die Kredithebel, die im Finanzsystem in den letzten Jahren entstanden sind, werden gewaltig zurückgefahren."

Gestern Abend hatten sich US-Notenbankpräsident Ben Bernanke, Finanzminister Henry Paulson und der New Yorker Börsenchef Christopher Cox mit US-Präsident George W. Bush getroffen, um über die Finanzkrise zu beraten. Die USA hätten die Situation im Griff, sagte Bush anschließend im Weißen Haus - obwohl nach dem Notverkauf der Investmentbank Bear Stearns an JPMorgan Chase die Sorge vor weiteren Bankenzusammenbrüchen wächst.

Bush lobte vor allem die Maßnahmen der US-Notenbank zur Stabilisierung der Finanzmärkte. Die Fed hatte bei einer Krisensitzung am Sonntagabend ein Maßnahmenpaket zur Beruhigung der Finanzmärkte beschlossen. Die Börsen reagierten nervös auf die Aktion: In Asien und Europa kam es zu panikartigen Abschlägen. Euro, Gold und Rohöl erreichten erneut Rekordstände. Die Fed wird heute erneut über eine Zinssenkung beraten.

Kritik an Bushs Wirtschaftspolitik

In den USA wächst allerdings die Kritik an der Wirtschaftspolitik von Präsident Bush. "Die jüngsten Maßnahmen der Notenbank verschieben offenbar große Risiken zu den Steuerzahlern", sagte der Mehrheitsführer der Demokraten im Senat, Harry Reid. Die beiden Präsidentschaftsbewerber Hillary Clinton und Barack Obama warfen Bush außerdem vor, nicht genug zu tun, um die Bedingungen für die allgemeine Wirtschaftsentwicklung zu verbessern.

Die asiatischen Aktienmärkte reagierten nach den Kurseinbrüchen des Vortags verhalten und präsentierten sich uneinheitlich. Besonders durch die jüngsten Bankenturbulenzen gebeutelte Finanzwerte gaben der Börse in Tokio Auftrieb. Andere Handelsplätze kämpften dagegen nach wie vor mit Verlusten. Händler erklärten das Plus in Japan auch mit Hoffnungen, die Fed werde bei ihrer heutigen Sitzung kräftig den Geldhahn aufdrehen. In Asien wurde mit einer Leitzinssenkung von bis zu 100 Basispunkten auf dann zwei Prozent gerechnet.

In Tokio schloss der 225 Werte umfassende Nikkei-Index um 1,5 Prozent fester bei 11.964 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index beendete den Handel 1,22 Prozent im Plus bei 1163 Zählern. Auch die Aktienmärkte in Südkorea und Taiwan wiesen Gewinne aus. An den Börsen von Hongkong und Singapur gaben die Hauptindizes dagegen nach, in Shanghai kam es gar zu regelrechten Panikverkäufen.

sam/dpa/AP/ddp/dpa-AFX/Reuters

Quelle: www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,542074,00.html
Wir leben alle unter dem gleichen Himmel, aber wir haben nicht alle den gleichen Horizont.  Konrad Adenauer
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tom68:

Steinbrück warnt

 
18.03.08 12:56
Steinbrück warnt vor "größter Krise der letzten Jahrzehnte"

Ende der Verharmlosung: Nach dem Hilferuf von Deutsche-Bank-Chef Ackermann warnt jetzt Finanzminister Steinbrück vor den Folgen der "größten Finanzkrise der letzten Jahrzehnte". Er fürchtet ein Durchschlagen auf die Realwirtschaft - und fordert die enge Zusammenarbeit von Politik und Banken.

Berlin/Düsseldorf - Erst Josef Ackermann, jetzt Peer Steinbrück: Nach dem Chef der Deutschen Bank hat auch der Finanzminister vor den Folgen der US-Finanzmarktkrise gewarnt und eine enge Zusammenarbeit von Politik und Banken verlangt. "Wir sind in Deutschland sehr stark darauf angewiesen, die bisherige gute Zusammenarbeit zwischen Politik, Bundesbank, Bankenverbänden und Bankinstituten so dicht zu halten, dass wir die Folgewirkungen in Deutschland minimieren können", sagte der SPD-Politiker. Deutsche-Bank-Chef Ackermann hatte zuvor Regierungen und Zentralbanken zu gemeinsamem Handeln aufgefordert.

Auf einer Podiumsdiskussion sagte Ackermann: "Es reicht nicht mehr, die Banken zu gegenseitiger Hilfe aufzufordern. Es gibt keinen Liquiditätsengpass, sondern einen Investorenstreik. Ich glaube hier nicht allein an die Selbstheilungskräfte der Märkte."

Finanzminister Peer Steinbrück im O- Ton

Steinbrück geht davon aus, dass sich die US-Kreditkrise auch in Deutschland bemerkbar macht - und das, obwohl die "ökonomischen Fundamentaldaten" in Deutschland noch "in Ordnung" seien, "Die Auswirkungen auf die Realwirtschaft können nicht verleugnet werden", sagte er weiter. Es gebe aber Chancen, dass die Krise nicht so stark wie in den USA ausfalle, weil die deutsche Volkswirtschaft robuster als die amerikanische aufgestellt sei.

Steinbrück begrüßte, dass in den Vereinigten Staaten inzwischen Maßnahmen ergriffen worden seien, um die Krise einzudämmen. "Wir haben es mit einer der größten Finanzkrisen in den letzten Jahrzehnten zu tun", sagte er. Diese sei zwar in den USA verursacht worden, drohe aber auch andere Teile der Welt in Mitleidenschaft zu ziehen.

Tatsächlich machen die Börsenturbulenzen und der extrem starke Euro auch anderen Konjunkturexperten Sorgen. Nach Ansicht des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) bedroht die Rekordjagd des Euro zunehmend die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen - und damit auch die Konjunktur in Deutschland. Noch seien die Auftragsbücher gut gefüllt, die Produktion sei auch für die nächsten Monate gesichert, sagte BDI-Präsident Jürgen Thumann der "Berliner Zeitung". "Allerdings wird sich die Exportdynamik in diesem Jahr abschwächen."

Die "Gemengelage von Dollarschwäche, steigenden Ölpreisen, nachlassender US-Konjunktur und Finanzkrise" mache den Firmen zunehmend zu schaffen, sagte Thumann weiter. Betroffen seien vor allem Maschinenbau, Automobilindustrie sowie die Luft- und Raumfahrt.

Auch das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) in Essen befürchtet einen Stellenabbau in der Industrie. "Wenn sich die Wechselkurse nicht bald wieder dramatisch ändern, kann man davon ausgehen, dass in der Industrie wieder Entlassungen oder Betriebsverlagerungen drohen", sagte RWI-Konjunkturchef Roland Döhrn der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post". Im Moment lebten die Firmen noch von vollen Auftragsbüchern, sagte Döhrn. Neue Aufträge einzuwerben, sei bei den gegenwärtigen weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen allerdings schwieriger. "Das erzwingt Kostensenkungen."

"Wenn Amerika hustet..."

Der Chef des Münchner Ifo-Instituts hält es sogar für unausweichlich, dass der Abschwung in den USA früher oder später auf die deutsche Wirtschaft durchschlägt: "Es gilt noch immer der Satz: Wenn die Amerikaner husten, kriegt die Welt einen Schnupfen - und dazu gehören auch wir in Deutschland", sagte Hans-Werner Sinn im Deutschlandfunk. Eine Rezession in den USA, die noch immer einen Anteil am Weltsozialprodukt von 28 Prozent hielten, sei mittlerweile wahrscheinlich. Ein Ende der Immobilienkrise sei noch nicht in Sicht.

"Wir werden im Moment noch etwas verschont", sagte Sinn weiter. Zwar seien die Finanzmärkte angesteckt worden, die reale Wirtschaft aber noch nicht. So hielten sich die Abschreibungen der deutschen Privatbanken wegen fauler US-Immobilienkredite in Grenzen. Für Zinssenkungen durch die Europäische Zentralbank (EZB) sei es daher zu früh. "Wenn die europäische Konjunktur tatsächlich einbrechen würde, dann wäre es Zeit", sagte Sinn. "Aber im Moment sehe ich das noch nicht wirklich."

Die US-Notenbank Fed hat ihren Leitzins seit Ausbruch der Krise drastisch auf drei Prozent gesenkt, während die EZB ihren Zins stabil bei vier Prozent hält. Auf ihrer heutigen Sitzung wird die Fed voraussichtlich eine weitere deutliche Zinssenkung beschließen.

sam/APF/ddp/Reuters

Quelle: www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,542121,00.html
Wir leben alle unter dem gleichen Himmel, aber wir haben nicht alle den gleichen Horizont.  Konrad Adenauer
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Maxgreeen:

Die Notenbänker kämpfen jetzt schon

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18.03.08 12:59
dafür das auch dieses Jahr die Weihnachtsboni üppig ausfallen. Letztes Jahr wurden an der Wall-Street an die großen Banken 37.000.000.000 Dollar Boni bezahlt. Die Probleme gibt es erst nach Weihnachten. Bis Weihnachten 2008 hat der Steuerzahler die Banken gerettet und darf zusehen wie sich die Herren Bänker ihrer tollen Leistung freuen.  
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tom68:

Märkte können nicht alles regeln

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18.03.08 13:04
HANDELSBLATT, Dienstag, 18. März 2008, 11:50 Uhr
Finanzkrise

Märkte können nicht alles regeln
Von Frank Wiebe

Die Finanzkrise ist mehr als ein ökonomisches Problem. Sie wird auch politische Spuren hinterlassen. Die permanenten Rettungsaktionen der Notenbanken, zuletzt das Auffangnetz für das ehrwürdige Wall-Street-Haus Bear Stearns, zeigen deutlich: Der Kapitalismus kann zurzeit nur mit Hilfe des Staats überleben. Dieser dramatischen Erkenntnis mag sich nicht einmal der Chef der Deutschen Bank, Josef Ackermann entziehen. Nicht einmal er glaubt noch an die Selbstheilungskräfte des Marktes.

Diese bittere Erkenntnis wird begleitet von weiteren Lehren: Die Überlegenheit angelsächsischer Geschäftsmodelle und Bilanzierungsmethoden erweist sich als Blendwerk. Die Vorstellung, dass Märkte alles regeln können wird, wie auch schon beim Platzen der Internetblase vor acht Jahren, Lügen gestraft. Es gibt viele Möglichkeiten, daraus falsche Schlüsse zu ziehen. Eine mögliche Reaktion wäre eine gewisse Schadenfreude derer, die es schon immer gewusst haben, dass der Kapitalismus nichts tauge. Sie hilft niemandem weiter, dürfte aber unweigerlich in der künftigen Diskussion eine Rolle spielen.

Eine andere Fehlreaktion ist das Wegducken der Mächtigen der Finanzszene. Wer geglaubt hat, dass beim diesjährigen Branchentreff in Rio de Janeiro irgendwelche substanziellen Vorschläge zur Überwindung der Krise oder zur Verhütung künftiger Probleme gemacht werden, der sieht sich enttäuscht. Die Vorschläge des Institute for International Finance, in dem die großen Geldhäuser der Welt zusammengeschlossen sind, wirken sehr vorläufig und vage. Die Botschaft von Rio, wenn es denn eine gibt, lautet: Wir arbeiten an den Problemen. Die Bankenbranche scheint im Moment nach der Devise zu handeln: Still halten und hoffen, dass die Krise bald vorbei ist.

Einen Ausweg aus dieser misslichen Lage weist der Vorstoß von Ackermann, mit einer gemeinsamen Aktionen von Regierungen, Zentralbanken und Banken die Stabilität der globalen Finanzmärkte wiederherzustellen. Seine Idee kommt zwar reichlich spät, es wäre aber in der Tat vernünftig, die Krise als Chance zu sehen und neue Vorstellungen über das Zusammenwirken von Wirtschaft und Staat zu entwickeln.

Die bisherige Diskussion ist durch ein Gegeneinander geprägt: Der Staat bedroht die Freiheit der Wirtschaft, oder er soll die „Bestie“ Wirtschaft „bändigen“. Diese beiden Bilder haben unterschiedliche politische Farben, aber dieselbe falsche Struktur. Politisch neutraler, aber ebenso verfehlt ist die Vorstellung, der Staat setze nur den „Rahmen“, innerhalb dessen die Wirtschaft sich dann mehr oder minder autonom bewegen kann und auch sollte. Die Finanzkrise zeigt dagegen, dass Staat und Märkte auf eine sehr komplizierte Weise ineinander greifen, von einander abhängig sind, und das wahrscheinlich heute mehr als jemals zuvor. Daher müssen wir auch lernen, beides zusammen als ein Gesamtsystem zu verstehen.

Man mag diese Forderung als akademisch empfinden. Aber sie hat praktische Bedeutung. Beispiele: Die britische Finanzaufsicht ist mit ihrer Vorstellung, der Staat müsse nur einen weiten Rahmen für die Finanzbranche zur Verfügung stellen, völlig baden gegangen. Umgekehrt haben die Notenbanken schon ganz gut gelernt, das gesamte System im Auge zu behalten. Daher reagieren sie auch relativ pragmatisch auf die Herausforderungen der Finanzkrise. Es muss aber zeigen, wie sie die Zeit danach bewältigen, wenn es um die Verhütung neuer Krisen geht. In der Entwicklungspolitik wiederum setzt sich die Erkenntnis durch, dass Märkte nicht automatisch entstehen, wenn man staatliche Regulierungen abbaut.

Es geht nicht darum, einem heillosen, nur noch pragmatischen Durchwursteln das Wort zu reden. Die Rollenverteilung von Banken, anderen Unternehmen, Politik, Finanzaufsicht und Notenbanken sollte schon klar definiert sein. Aber eben nicht mehr im Sinne eines simplen Plots mit einem mit einem Helden und einem Bösewicht, die je nach politischer Couleur besetzt werden.

Letztlich hat auch die Ökonomie lange Zeit durch simple Denkmodelle dieses Spiel unterstützt. Sie ist zwar als Wissenschaft inzwischen weitergekommen, aber in den Chefsesseln sitzen Leute, die noch die primitiven Modelle ihrer Studienzeit im Kopf haben. Daher stehen wir daher noch am Anfang, wenn es darum geht, die komplizierten Beziehungen zwischen Politik und Wirtschaft zu verstehen und zu gestalten.

Klar ist jedenfalls geworden, dass der Staat keine Chance hat, sich bei Krisen herauszuhalten. Die Frage ist nicht, ob, sondern wie er eingreift. Daraus folgt aber, dass die Finanzbranche sich nicht länger fragen sollte, wie sie dem staatlichen Eingriff möglichst entflieht. Sondern sie muss konstruktive Vorschläge unterbreiten, wie künftige Krisen zu vermeiden sind – im Zusammenspiel mit Notenbanken und Finanzaufsicht.

Quelle: www.handelsblatt.com/News/Journal/...n-nicht-alles-regeln.html
Wir leben alle unter dem gleichen Himmel, aber wir haben nicht alle den gleichen Horizont.  Konrad Adenauer
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commoncontr.:

naja

 
18.03.08 13:08
will gar nicht wissen was die Goldmänner von Goldman jetzt für einen Bonus bekommen nach den Zahlen heute, unglaublich wie die Geld drucken!  
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Maxgreeen:

die haben Geld vernichtet - hier werden Tatsachen

 
18.03.08 13:53
verdreht, na gut sie haben nicht ganz so viel vernichtet wie erwartet, aber Verlust bleibt Verlust
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permanent:

Posting 19686

 
18.03.08 13:57
tom68:

Die Grenzen des Risikomanagements

 
18.03.08 18:56
Gastkommentar

Die Grenzen des Risikomanagements
von Alan Greenspan

Wenn eine fundamentale Marktdynamik dreht, versagt auch das beste Modell. Langfristig helfen nur Flexibilität und Wettbewerb.


Rückblickend wird die derzeitige Finanzkrise in den USA wohl einmal als die schmerzlichste seit dem Zweiten Weltkrieg gewertet werden. Sie wird enden, wenn sich die Hauspreise stabilisieren und mit ihnen der Wert der kriselnden Hypothekenkredite.

Eine Stabilisierung der Hauspreise wird auf dem Markt wieder für die dringend benötigte Klarheit sorgen, denn dann sind die Verluste realisiert und nicht mehr bloße Prognosen. Der Ansteckungsherd wird beseitigt sein, Finanzinstitutionen werden sich rekapitalisieren oder ihr Geschäft aufgeben. Schrittweise wird das Vertrauen in die Zahlungsfähigkeit der verbliebenen Parteien zurückkehren, und die Vergabe von Krediten und Anleihen wird sich langsam normalisieren.

Der Bestand an unbewohnten Einfamilienhäusern - also solche, die Bauherren und Investoren gehören - hat kürzlich bereits seinen Höhepunkt überschritten. Das Niveau, auf dem sich die Hauspreise normalisieren, bleibt aber ein Problem, bis die Liquidierung dieser Bestände ernsthaft in Gang kommt.

Das Hauspreisniveau wird sich vermutlich erst wieder stabilisieren, sobald das Tempo bei der Liquidierung der Bestände sein Maximum erreicht hat - also deutlich bevor der Bestandsüberhang endgültig beseitigt ist. Bis zu diesem Zeitpunkt wird allerdings noch eine ungewisse Zahl an Monaten vergehen.

Diese Krise wird viele Opfer zurücklassen. Besonders hart betroffen sein wird das System, mit dem heute finanzielle Risiken bewertet werden. Erhebliche Teile davon haben in der Stresssituation versagt. Diejenigen unter uns, die darauf vertrauen, dass das Eigeninteresse von kreditgewährenden Institutionen ausreicht, um ihr Eigenkapital zu schützen, müssen die Entwicklung mittlerweile schockiert und ungläubig verfolgen. Trotzdem hoffe ich, dass zu den Opfern dieser Krise nicht auch das Vertrauen darauf gehören wird, dass die Beobachtung der Geschäftspartner und, allgemeiner gesprochen, die finanzielle Selbstregulierung die fundamentalen Steuerungsmechanismen des internationalen Finanzgeschäfts sind.

Am ausgeprägtesten waren die Probleme, zumindest in der Frühphase dieser Krise, bei den Banken, die seit Jahren besonders stark reguliert werden. Keine Frage: Die Systeme, nach denen in den vergangenen zwei Jahrzehnten ökonomisch und regulatorisch Kapitalanforderungen an die Banken entwickelt wurden, stehen angesichts der jüngsten Erfahrungen vor grundlegenden Veränderungen. Schon jetzt fordern Privatanleger größere Kapitalpuffer und Sicherheiten, auch dürfte Basel II erweitert werden. Hinterfragt werden jetzt am Rande auch die mathematischen Prognosemodelle, da sie weder die Finanzkrise noch den Beginn der Rezession antizipierten.

Kreditmarktsysteme und ihr Grad an Liquidität und Verschuldungshebel fußen auf dem Vertrauen in die Zahlungsfähigkeit des Geschäftspartners. Massiv erschüttert wurde dieses Vertrauen am 9. August 2007, als BNP Paribas große und unerwartete Verluste im Zusammenhang mit amerikanischen Subprime-Papieren bekannt gab. Risikomanagementsysteme und die dahinter stehenden Modelle sollten eigentlich vor übergroßen Verlusten schützen. Wie konnten wir dermaßen irren?

Das Kernproblem ist: Unsere Modelle sind zwar extrem komplex geworden, aber sie sind immer noch zu simpel, als dass sie die gesamte Bandbreite der Variablen berücksichtigen könnten, die die Weltwirtschaft antreiben. Ein Modell ist notwendigerweise eine Abstraktion ohne alle Details der realen Welt.

So gibt es die gute alte Erkenntnis, dass Diversifizierung das Risiko verringert. Also werteten Computer Unmengen historische Daten aus, um negative Korrelationen zwischen den Preisen handelbarer Assets zu finden. Korrelationen, mit denen sich Portefeuilles gegen die großen Schwankungen in einer Wirtschaft absichern ließen. Nach dem 9. August des vergangenen Jahres haben sich die Bewegungen dieser Asset-Preise jedoch nicht gegenseitig ausgeglichen, sondern die Preise sind quer durch die Bank gefallen. Dies führte zu enormen Verlusten in praktisch allen Risikoklassen.

Warum funktioniert ein Risikomanagement, das auf modernsten statistischen Modellen basiert, so schlecht? Die glaubwürdigste Erklärung ist, dass die Daten, die einem Modell zugrunde liegen, sowohl aus Zeiten der Euphorie als auch aus Phasen der Furcht stammen, also aus Marktregimen mit jeweils völlig unterschiedlicher Dynamik.

Die von Furcht getriebenen Kontraktionsphasen der Kredit- und Geschäftszyklen waren historisch deutlich kürzer und abrupter als die Expansionsphasen, die von einem langsamen, aber kumulativen Aufbau einer Euphorie getrieben sind. In den vergangenen 50 Jahren befand sich die amerikanische Wirtschaft nur während eines Siebtels der Zeit in einer Kontraktionsphase - doch es ist der Beginn eben dieses Siebtels, auf den das Risikomanagement am besten vorbereitet sein muss.

Eine negative Korrelation zwischen den Vermögensklassen, die während der Expansion völlig offensichtlich ist, kann kollabieren, sodass alle Vermögensklassen gleichzeitig fallen. Das untergräbt die Strategie, durch Diversifizierung das Verhältnis zwischen Risiko und Rendite zu verbessern.

Könnten wir jede Phase des Zyklus einzeln adäquat in einem Modell abbilden und die Signale ableiten, die uns sagen, wann ein Umschwung bevorsteht, wäre das Risikomanagement deutlich besser. Ein schwieriges Problem ist aber, dass ein Großteil des fragwürdigen Verhaltens der Finanzmärkte, das während der Expansionsphase chronisch auftritt, nicht die Folge davon ist, dass deutlich zu niedrig bewertete Risiken übersehen werden. Dahinter steht vielmehr die Sorge, dass man unwiederbringlich Marktanteil verlieren wird, wenn man sich nicht an der gegenwärtigen Euphorie beteiligt.

Risikomanagement strebt danach, die risikobereinigte Eigenkapitalrendite zu maximieren. Zu schlecht ausgenutztes Kapital gilt dabei häufig als "Verschwendung". Die Zeiten sind lange vorbei, in denen Banken stolz auf erstklassige Bonitätsratings verwiesen und stille Reserven andeuteten, was sie unverwundbar erscheinen ließ. Bis zum 9. August 2007 schien ein derartiges Rating die Kosten und Mühen nicht wert zu sein.

Ich sage nicht, dass die derzeitigen Risikomanagementsysteme oder ökonometrischen Prognosemodelle nicht größtenteils fest in der realen Welt verankert sind. Es ist zweifellos vernünftig, mit solchen Systemen die Vorzüge von Diversifizierung zu erkunden, und das Arbeiten mit ausgeklügelten makroökonomischen Modellen diszipliniert den Prognostiker: So muss die Ersparnis immer gleich den Investitionen sein, die Grenzneigung zum Konsum positiv, Lagerbestände dürfen nicht negativ werden.

Doch diese Modelle berücksichtigen nicht in vollem Umfang jene zutiefst menschlichen Reaktionen, die Wechselbäder von Euphorie und Furcht auslösen und die sich ohne erkennbaren Lerneffekt von Generation zu Generation wiederholen. Blasen bei Asset-Preisen bauen sich heute genauso auf und platzen genauso, wie sie es seit Anfang des 18. Jahrhunderts getan haben, als die modernen Wettbewerbsmärkte entstanden. Wir nennen solches Verhalten irrational, aber Prognostikern sollte es nicht darum gehen, ob menschliche Reaktionen rational oder irrational sind, sondern nur darum, dass sie beobachtbar und systematisch sind.

Dies ist meiner Ansicht nach die fehlende "erklärende Variable" in den Risikomanagementansätzen und den makroökonomischen Modellen. Heute wird das Konzept der "Animal Spirits" (John Maynard Keynes) durch sogenannte Add Factors in die Modelle eingeführt. Wir ändern willkürlich die Ergebnisse der Modellgleichungen. Implizit gestehen wir damit aber ein, dass die Modelle, wie wir sie derzeit verwenden, strukturell fehlerhaft sind. Das Problem der fehlenden Variable wird nicht angemessen berücksichtigt.

Wir werden nie alle Störungen der Finanzmärkte vorhersagen können. Störungen treten zwangsläufig überraschend auf, alles Vorhersehbare wird wegarbitragiert. Wenn aber, wie ich stark vermute, eine sich aufbauende Euphorie nur schwer zu unterdrücken ist, dann bricht sie erst in sich zusammen, wenn sich das Spekulationsfieber von selbst wieder legt. Im selben Maß, wie es dem Risikomanagement gelingt, solche Phänomene zu erkennen, kann es paradoxerweise Euphorieperioden verlängern und verstärken. Aber Risikomanagement kann nie perfekt sein. Es wird immer irgendwann versagen. Dann tritt die verstörende Wahrheit zutage, die dann eine unerwartete und scharf diskontinuierliche Reaktion auslöst.

In dieser Krise können wir, wie schon in früheren Krisen, viel lernen. Der künftigen Politik wird das nützen. Aber wir können nicht darauf hoffen, die Einzelheiten künftiger Krisen auch nur im Ansatz verlässlich vorherzusehen. Daher ist es wichtig, ja entscheidend, dass jegliche strukturelle Reform oder Änderung der Märkte und jegliche Regulierung die verlässlichsten und wirksamsten Schutzmechanismen gegen kumulatives wirtschaftliches Versagen nicht beeinträchtigt: die Flexibilität des Marktes und den freien Wettbewerb.

Alan Greenspan war von 1987 bis 2006 Chef der US-Notenbank Fed.

Quelle: www.ftd.de/meinung/kommentare/...Risikomanagements/332164.html
Wir leben alle unter dem gleichen Himmel, aber wir haben nicht alle den gleichen Horizont.  Konrad Adenauer
Antworten
tom68:

Zinssturz und Staatshilfen provozieren Kritik

 
19.03.08 14:04
US-STREIT ÜBER FINANZPOLITIK
Zinssturz und Staatshilfen provozieren Kritik - Kreditkrise stürzt Washington in Dilemma

Von Marc Pitzke, New York

Es sind historische Grundsatzfragen, um die sich Bernanke nicht länger herumdrücken kann und die ihn vor Probleme stellen, wie sie ein US-Zentralbankchef seit langem nicht hatte. Der Republikaner stützt sich dabei entgegen seiner politischen Ideologie auf Lehren aus der Geschichte. Lange bevor er an die Federal Reserve kam, hatte er als Princeton-Ökonom die US-Depression nach 1929 untersucht - und festgestellt, dass diese sich durch eine stärkere Führungsrolle der Fed hätte vermeiden lassen.

Schon immer zollte Bernanke dem damaligen Präsidenten Franklin D. Roosevelt - einem Demokraten - Bewunderung für seine Kreativität und Experimentierfreude. "FDR verdient große Anerkennung dafür, dass er die Courage hatte, fehlgeschlagene Paradigmen aufzugeben und zu tun, was getan werden musste", schrieb er 1999 an die Adresse der Japaner, die in einer Rezession steckten.

Der sogenannte "Schwarze Montag" am 19.Oktober 1987 war der erste Börsenkrach nach dem Zweiten Weltkrieg. Der Dow Jones-Index fiel innerhalb eines Tages um 22,6 Prozent. Der Sturz breitete sich auf alle wichtigen internationalen Handelsplätze aus. Der Dow-Jones-Index hatte sich zuvor innerhalb von zwei Jahren verdoppelt. Die US-Wirtschaft wurde durch eine hohe Inflation und einen Verfall des Dollars geprägt. Einen konkreten Anlass für den Zusammenbruch gab es nach Einschätzung von Ökonomen jedoch nicht. Verschärft wurde der Kurssturz durch die zunehmende Automatisierung des Handels. Die US-Notenbank reagierte mit Zinssenkungen auf die Ereignisse. Der Markt erholte sich jedoch relativ schnell von dem Einbruch. Das Wirtschaftswachstum wurde durch den Einbruch kaum beeinträchtigt. In den USA und in Deutschland war das Wachstum im Jahr 1988 höher als im Vorjahr. Bereits 15 Monate nach dem Einbruch hatte der Dow-Jones wieder sein Niveau von vor dem Börsencrash erreicht.

Die Asien-Krise begann im März 1997 in Thailand und griff relativ rasch auf andere sogenannte Tigerstaaten wie Indonesien und Südkorea über. Ausgelöst wurde die Krise durch die Entscheidung der thailändischen Regierung, die Bindung des Baht an den Dollar aufzuheben. Dadurch wurde das Land zahlungsunfähig. Vorangegangen war den Verwerfungen ein Konjunkturboom in der Region, der viel ausländisches Kapital angelockt hatte. Eine mangelnde Bankenaufsicht führte dazu, dass Banken faule Kredite anhäuften und sich im Ausland kurzfristig verschuldeten. In der Region kam es zu einer heftigen Rezession, von der sich die Region jedoch rasch erholte. In den USA und Europa fielen die wirtschaftlichen Folgen eher gering aus.

Die Asien-Krise führte zu einer Neueinschätzung von Risiken und damit in Russland zu einem Abfluss von spekulativem Kapital aus dem Aktienmarkt und sprunghaft steigenden Zinsen. Ausgelöst wurde die Russland-Krise durch die Freigabe des Rubelkurses am 17. August 1998. Russland erklärte sich am 19. August als zahlungsunfähig. Die Krise führte zu einem zeitweiligen Zusammenbruch der Kreditvergabe und des Zahlungsverkehrs. Die durch die Krise ausgelösten Turbulenzen an den Finanzmärkten führten auch zum Zusammenbruch des Hedge-Fonds Long-Term Capital Management (LTCM). Die US-Notenbank musste die Zinsen senken. Bereits im Jahr 1999 setzte eine Erholung in Russland ein und im Jahr 2000 wuchs die Wirtschaft dort bereits wieder um 10 Prozent. Obwohl Deutschland der größte Gläubiger Russlands war, gab es keine nennenswerten Wachstumseinbußen.

Übersteigerte Gewinnerwartungen hatten nach der Jahrtausendwende zu einem dramatischen Kurssprung von Internet und Telekommunikations- und Technologieaktien geführt. Viele Aktien aus der "New Economy" waren maßlos überbewertet. Nach dem Internet-Boom kam der Zusammenbruch und viele junge Unternehmen gingen pleite. Auch andere Aktien verloren erheblich an Wert. Eine Reihe von Fehlanreizen, wie die Bezahlung des Unternehmensmanagements durch Aktienoptionen und kriminelle Machenschaften (Enron), verstärkten die Krise. Das Platzen der Spekulationsblase erschütterte nachhaltig das Vertrauen der Anleger. Die US-Notenbank reagierte mit starken Zinssenkungen und die US-Regierung mit Steuersenkungen. Die niedrigeren US-Zinsen haben damals jedoch nach Einschätzung vieler Experten Kredite zu stark verbilligt. Dies habe die Voraussetzung für die aktuelle Finanzmarktkrise gelegt, die durch eine Krise am Hypothekenmarkt ausgelöst wurde.

Diese Courage übt nun auch Bernanke selbst. Seine Zentralbank hat in den vergangenen Wochen beispiellose Kreditlinien für die bedrängten Banken eröffnet, im Wert von insgesamt rund 400 Milliarden Dollar - es ist das erste Mal seit eben dem Ende der Depression, dass sich die Fed so weit vor wagt. Am Wochenende kam ein weiteres Darlehensprogramm für Finanzinstitutionen und Wertpapierhändler hinzu, das obendrein keine Höchstsumme hat.

Auch im Drama um Bear Stearns intervenierte Bernanke kräftig, um einen globalen Börsenschock abzuwenden. Die Fed arrangierte die Übernahme der kaputten Traditionsbank durch JPMorgan Chase zum Schleuderpreis von zwei Dollar pro Aktie. Und sie finanzierte den Ausverkauf dann auch noch selbst mit, indem sie ihn mit 20 Milliarden Dollar garantierte.

Am Ende wird es immer für den Steuerzahler teuer

Hier zeigt sich Bernankes Dilemma: War das schon ein Bailout, also eine staatlich finanzierte Rettungsaktion? Das wäre ein Tabu im US- Kapitalismus, der gegen solche Eingriffe allergisch ist. Oder war es, weil Bear Stears ja nicht gerettet, sondern beerdigt wurde, eine "Firmen-Euthanasie" zu Gunsten der Weltfinanzmärkte? So nennt es Börsenguru Andrew Ross Sorkin in der "New York Times".

Fest steht: Am Ende zahlt so oder so der Bürger. Die 20 Milliarden Dollar für Bear Stearns und die Hunderten Milliarden Dollar, die in den kommenden Monaten als Krisenfonds hinzukommen, gehen zwar aufs Konto der Fed. Doch wenn sie dabei Verluste macht, würde das ihre regulären Überschusszahlungen ans US-Finanzministerium verringern. "Die Verluste der Federal Reserve sind die Verluste des Steuerzahlers", sagte der frühere Fed-Manager Ted Truman im "Wall Street Journal".


Was wiederum die klassische Frage nach dem "Moral Hazard" aufwirft, dem moralischen Risiko: Legitimiert und finanziert der Staat so nicht auf Kosten des Bürgers die Fehler und Reinfälle der Wall Street? Zahlt die Main Street für die Wall Street drauf?

Ein Dilemma für Bernanke: "Diese Art Krisenprävention muss immer die moralischen Kosten mit der Gefahr austarieren, dass gleich was passieren kann", sagte Princeton-Ökonom Alan Blinder der "New York Times". Mohamed El-Erian, der Co-Chef der Investmentfirma Pimco, formulierte es beim Wirtschaftssender CNBC so: "Ich teile die Sorge, dass die Regierung nicht in private Märkte eingreifen sollte. Doch welche Alternativen haben wir?" Michael Darda, der Chefökonom des Hedgefondsunternehmens MKM Partners, hat fast schon Mitleid mit Bernanke: "Es ist wirklich eine sehr hässliche Situation für die Fed."

"Horrende Risiken eingehen" - weil die Regierung ja hilft

Vor allem Konservative kritisieren das Vorgehen: Die Fed stelle ihre Glaubwürdigkeit aufs Spiel, wenn sie den Großbanken solche Blankoschecks ausstelle. "Es macht die Krise nur schlimmer, wenn die Fed den Markt mit Liquidität flutet", sagte Multimilliardär Steve Forbes. Der Kolumnist David Brooks schreibt in der "New York Times", es wäre "ruinös, wenn die Leute das Gefühl hätten, sie könnten ungestraft horrende Risiken eingehen - nur weil sie die Regierung rettet, wenn es schiefgeht".

Doch die Fed allein kann das Problem sowieso nicht lösen. Sie kann nur Zeit schinden, damit sich die wankenden Banken von selbst stabilisieren. Den Hausbesitzern kann sie nicht helfen, und sie kann auch nicht die Millionen windiger Immobilienkredite ausradieren - oder die hypothekenbesicherten Anleihen annulieren, die daran hängen.

DIE AUFGABEN DER FED UND DER EZB
 
Der Auftrag der Europäischen Zentralbank ist im EU-Vertrag festgelegt. Dort heißt es: "Das vorrangige Ziel der EZB ist es, die Preisstabilität zu gewährleisten." Zugleich soll die Notenbank die allgemeine Wirtschaftspolitik des Währungsraums unterstützen - allerdings nur soweit, falls hierdurch nicht das Ziel stabiler Preise beeinträchtigt wird. Durch diese Formulierung wird dem Ziel stabiler Preise Vorrang gegenüber weiteren Zielen eingeräumt. Die EZB ist laut EU-Vertrag aber auch für die Stabilität des Finanzsystems mitverantwortlich. Eine Aufgabe, die gerade in Zeiten starker Turbulenzen an den Finanzmärkten besonders wichtig ist.

Die US-Notenbank sieht sich im Gegensatz zur EZB mehreren Aufgaben gegenübergestellt. Der "Federal Reserve Act" schreibt drei allgemeine Ziele vor: Demnach soll die Fed mit ihrer Geldpolitik sowohl eine "maximale Beschäftigung" als auch stabile Preise und langfristig moderate Zinsen gewährleisten. Ungeachtet der Tatsache, dass das Wachstumsziel in der Aufzählungsreihenfolge vor dem Ziel der Sicherung stabiler Preise rangiert, können sich aus diesem Zielkatalog Probleme ergeben. So hat das Preisniveau in den USA in den vergangenen Monaten merklich angezogen. Zugleich hat sich aber auch das Wirtschaftswachstum der Vereinigten Staaten seit dem Ausbruch der Hypothekenkrise im vergangenen Sommer erheblich abgeschwächt. Das Dilemma: Zur Sicherung der Preisstabilität müsste die Notenbank eigentlich die Leitzinsen anheben, angesichts der aktuellen Wachstumsschwäche wären hingegen Zinssenkungen angebracht. Wie ein Blick in die Vergangenheit und auch die jüngsten Entwicklung zeigt, misst die Fed im Zweifel dem Wachstumsziel eine höhere Bedeutung bei als dem Ziel stabiler Preise.

Irgendwann werden deshalb der Kongress wie auch das Weiße Haus aktiv werden müssen. Präsident George W. Bush allerdings ist dabei keine große Hilfe. Er plappert bräsig um das Thema herum, macht Kalauer, die dem Ernst der Lage unangemessen sind, und lobt seinen Finanzminister Paulson dafür, "das Wochenende durchgearbeitet zu haben".

Wer braucht wirklich Hilfe - und wer nicht?

Bush hat bisher zwei Rezepte gegen die Krise: Steuerkürzungen, sein Mantra für alles - und die Rabatt-Schecks aus seinem 168-Milliarden-Dollar-Impulsprogramm gegen die Kreditkrise. Die Schecks an die Steuerzahler sollen ab Anfang Mai in der Post sein. Doch ob 600 eher symbolische Extra-Dollar pro Person die wankende US- Wirtschaft retten können, ist nach Ansicht der meisten Experten fraglich.

Paulson berät mit dem Kongress über weitere Schritte: eine Lockerung der Konkursgesetze, Hilfen für Hausbesitzer, eine Ausweitung der Arbeitslosenhilfe, ein zweites Impulsprogramm.

Auch hier stellt sich die Frage nach dem "Moral Hazard": Wer verdient im Immobilienmarkt die staatliche Rettung - und wer nicht? Spekulanten? Sogenannte Flipper, die Häuser wie Aktien umschlagen? Unkundige Schuldner?

James Cayne, der Totengräber von Bear Stearns, muss sich um all das nicht mehr kümmern. Auch wenn er durch den Kollaps seines Unternehmens über Aktienoptionen dreistellige Millionensumme verliert , sein neues Penthouse im Plaza bleibt ihm sicher. Er hat den Kaufpreis bar bezahlt.

Quelle: www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,542307,00.html
Wir leben alle unter dem gleichen Himmel, aber wir haben nicht alle den gleichen Horizont.  Konrad Adenauer
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tom68:

zu #10 Die Einleitung...

 
19.03.08 14:25
Die US-Notenbank senkt die Zinsen erneut deutlich, auf 2,25 Prozent - prompt geht es an den Börsen steil nach oben. Und doch wird jetzt Kritik laut: Wie viele Eingriffe und Milliarden-Hilfspakete des Staates sind noch sinnvoll? Muss damit nicht Schluss sein, weil sonst immer nur der Steuerzahler die Lasten trägt?

James Cayne muss sich nicht sorgen. Zumindest nicht, dass er nach dem Untergang seiner US-Investmentbank Bear Stearns, deren Chairman er (noch) ist, kein Dach mehr über dem Kopf hat. In der selben Woche, da Bear Stearns Chart zeigendas Geld ausging, schnappte sich der 74-Jährige ein Doppel-Penthouse im feinen Plaza Hotel. Fast 29 Millionen Dollar blätterte er für die rund 600 Quadratmeter hin. Inklusive Dienstboten, Zimmerservice und Blick auf den Central Park.

Unterdessen räumten, nicht weit entfernt, heute die ersten Bear-Stearns-Angestellten ihre Büros im Firmentower an der Madison Avenue. Viele verlieren nicht nur ihre Jobs, sondern auch ihre Altersversicherung und ihre Lebensersparnisse. "Es ist niederschmetternd", sagte der langjährige Bear-Broker Stephen Raphael, 62, dem "Wall Street Journal". "Die Wall Street dreht sich wirklich um Habgier."

Eine etwas späte Erkenntnis.

Die Finanz- und Konjunkturkrise fand an diesem Dienstag an den US-Börsen zwar eine kurze Verschnaufpause, nach guten Zahlen von Goldman Sachs Chart zeigenund Lehman Brothers Chart zeigen und einer neuen Leitzinssenkung um 75 Punkte auf 2,25 Prozent; der Dow Jones Chart zeigen schloss um 3,5 Prozent im Plus, der Nasdaq-Index Chart zeigen und der S&P 500 Chart zeigen um 4,2 Prozent. Doch in Wahrheit wird in diesen Tagen und Wochen ein System offengelegt, das aus den Fugen geraten ist.

In diesem System wollten sich viele Akteure immer weiter bereichern. Ohne Rücksicht auf die Folgen. Jetzt zeigen sich diese Folgen mit voller Wucht. Und sie treffen nicht jeden gleich. Die Wall Street als auch Washington finden sich plötzlich mit Problemen konfrontiert, mit denen andere Nationen vor allem in Asien und Südamerika schon oft zu tun hatten:

   * Wie lange kann der private Markt noch sich selbst überlassen werden?
   * Wem soll der Staat jetzt finanziell helfen?
   * Wer bezahlt das alles?
   * Welche Rolle darf die Zentralbank spielen?
   * Und welche Rolle die Regierung?

Fest steht: Kaum einer glaubt mehr, dass sich die Märkte und die Konjunktur von alleine wieder berappeln. US-Finanzminister Henry Paulson und Ben Bernanke, Chef der Notenbank Fed, deuten immer weitere Interventionen an. Das meiste davon läuft noch über die Notenbank, die sich seit August immer aggressiver einmischt, bis zu eben diesem Dienstag, an dem der neue Leitzins von 2,25 Prozent beschlossen wurde, der niedrigste Wert seit Dezember 2004.

Und doch gerät die Fed jetzt von allen Seiten unter Beschuss: Sie tue nicht genug, heißt es - oder sie tue zu viel.
Wir leben alle unter dem gleichen Himmel, aber wir haben nicht alle den gleichen Horizont.  Konrad Adenauer
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