Krise im Bankgewerbe wird noch viele Opfer fordern


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Brummer:

Krise im Bankgewerbe wird noch viele Opfer fordern

 
10.01.02 12:29
Der massive Personalabbau von 17 000 Stellen allein bei den vier Großbanken im Inland hat die tiefe Krise in der deutschen Kreditwirtschaft offen gelegt. Doch die Hiobsbotschaften aus den Vorstandsetagen der Branchenriesen sowie die Fast-Pleiten der Bankgesellschaft Berlin und der Schmidt-Bank zeigen nur die Spitze des Eisberges. Die seit Jahren aufgestauten Strukturprobleme des Geldgewerbes dürften die Bank- und Sparkassenlandschaft in Deutschland radikal verändern.

dpa FRANKFURT/MAIN. Im bislang als absolut krisensicher geltenden Wirtschaftszweig wird in den nächsten Jahren rund jeder zehnte Arbeitsplatz wegfallen. Auf den rasanten Konjunktureinbruch und die Börsenflaute reagieren die Manager nun mit drastischen Personaleinsparungen. Während die Industrie bereits seit den 80er Jahren unter dem Druck der internationalen Konkurrenz kräftig an der Rationalisierungsschraube drehte, wurden im Bankgewerbe seit 1990 die Zahl der Mitarbeiter um 62 000 auf 760 000 (ohne Post- und Bundesbank) erhöht.

Doch die akuten Konjunktur- und Kapitalmarktschwächen sind nur Auslöser, nicht aber die Ursachen für die plötzlich sichtbaren Probleme. Für den Chef der Deutschen Bank und neuen Präsidenten des Bundesverbandes deutscher Banken, Rolf Breuer, ist die Strukturkrise "ernsthafter und fundamentaler" als bislang angenommen. Breuer sieht die entscheidenden Gründe in den Überkapazitäten vor allem im zu dichtem Filialnetz und dem verzerrten Wettbewerb durch die Sparkassen und Landesbanken, die von ihrer kommunalen und staatlichen Rückendeckung profitierten.

Interne Kritiker sehen die Hauptschuld für die Misere der Großbanken aber eher in eigenen Managementfehlern. Die "Glorifizierung des Investmentbanking" mit lukrativen Börseneinführungen sowie Beratungen bei Firmenübernahmen und Fusionen habe zu immensen Fehlinvestitionen geführt. Nachdem auch hier zu Lande der Aktienkurs zum Maß aller Dinge geworden sei, habe ein Run auf Investmentbanken in London und New York eingesetzt.

"Das war extrem teuer, die Gehälter der zugekauften Investmentbanker völlig überhöht, und jetzt wird nichts verdient", bilanziert der Manager einer Frankfurter Großbank. Das Massengeschäft wurde stiefmütterlich behandelt, entsprechend schreiben viele Banken rote Zahlen in der Sparte Privatkunden. Zudem verprellte die neue – teils arrogante – Bankkultur, die nur noch international und auf Milliardengeschäfte ausgerichtet war, den Mittelstand, der aber für zwei Drittel des deutschen Bruttoinlandsprodukts steht.

Gestiegenes Interesse nach Anlagen mit höherer Rendite und Investmentfonds

Bei den Sparkassen sowie Volks- und Raiffeisenbanken führte vor allem das veränderte Kundenverhalten in die Ertragsklemme. Selbst Otto Normalverbraucher ist seit Jahren nicht mehr bereit, seine Ersparnisse für 2 % auf das traditionelle Sparbuch zu legen. Das gestiegene Interesse nach Anlagen mit höherer Rendite oder Investmentfonds lässt entsprechend die Zinsmarge der Institute ständig zurückgehen. Aber auch bei den Genossen und den Sparkassen hat das florierende Börsengeschäft der vergangenen Jahre die Strukturschwächen verdeckt.

Bei den Großbanken wurden schon seit geraumer Zeit die Bilanzen mit dem Verkauf des Tafelsilbers wie Industrie-, Handels- und Versicherungsbeteiligungen geschönt. "Doch die früher reichlich vorhandenen Reserven dieser Geldinstitute sind bereits aufgezehrt", resümiert Breuer. Deshalb brechen nicht nur die Gewinne weg, auch Verlustlöcher in einzelnen Sparten können nun nicht mehr versteckt werden. Die Commerzbank kündigte schon zaghaft einen Konzernverlust für 2001 an. Selbst beim Spitzenreiter Deutsche Bank steht eine Halbierung des Jahresüberschusses ins Haus.

Alle drei Säulen des deutschen Finanzsystems belasten derzeit insbesondere die hohen Kreditausfälle. Nach fast 33 000 Unternehmenspleiten 2001 wird für das laufende Jahr bereits mit 35 000 Insolvenzen gerechnet – mit entsprechenden Auswirkungen auf die Banken. Erst wenn der Konjunkturaufschwung wieder im Gange ist, können sie bilanzieren, wie viele Kredit-Milliarden verloren sind.

Den stärksten Kahlschlag wird es in absehbarer Zeit im teuren Filialnetz geben, das in Deutschland weitaus dichter ist als etwa in Frankreich oder Italien. In der Branche verweist man bereits auf den so genannten "Tankstellen-Effekt". Anfang der siebziger Jahre gab es in Deutschland 45 000 Tankstellen, heute nur noch 18 000, obwohl sich die Zahl der Autos verdreifachte. Derzeit erwarten täglich 46 000 Bankstellen ihre Kunden, die allerdings komplexere Produkte als Benzin und Diesel verkaufen, so dass diese schlichte Parallele aber wohl kaum zu ziehen ist.
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sir charles:

Jaja

 
10.01.02 12:36
kein Mensch braucht mehr einen Bankangestellten, Tankwart oder Bauern immer
dasselbe und im IT-Bereich werden wahrscheinlich momentan auch keine Leute
gebraucht. Willkommen im 21 Jahrhundert. Träume alter Sozialisten werden
war, maschinen übernehmen die Arbeit Hura! Und wir beziehen alle Arbeitslose
und liegen in der Sonne!
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mothy:

Als Bänker meine ich folgendes dazu

 
10.01.02 12:45
Jau, wenn man sieht wie in den letzten Jahren die Großen den Druck auf die Kleinen verstärkt haben, dann kann einem Schon ganz anders werden!!
Aber als angestellter einer Kleinen Bank freut es mich das die Großen in solche argen Probleme geraten sind. Die Zinsmarge geht in den Keller und mit den Provisionserträgen kann man den Verlust an Zinsmarge nicht auffangen. In den Jahren des Börsenbooms war das kein Problem, doch jetzt wo die feten Jahren vorbei sind, da "brechen" die Großen auch ein. Oder seht mal die Direkt Banken oder Broker, denen steht das Wasser zum Hals. Klar als Anleger interessiert es mich nicht wie es der Bank geht, sondern ob meine Anlagen gesichert sind und ob ich "hohe" Erträge Zinsen erhalte.
Ich habe demletzt eine Statistik einsehen können, da wurden die Großbanken, Sparkassen und Geno Banken mal in einzelnen Positionen verglichen.
Teu teu teu, kann ich nur sagen, den Geno Banken geht es im Verhältnis noch besser als den Großbanken und den Sparkassen. Vorallem haben die Sparkassen damit zu kämpfen das der öffentlich rechtlich auftrag flöten geht und die werden sich dann noch umsehen.
Die Kleinen Banken Geno Banken sind es gewöhnt zu kämpfen.
Also wenn ich sehe wie unser Betriebsergebnis in den letzten 16 Jahren von 1,9 auf 05 bis 0,6 zurück gegangen ist, da kann einem schon anders werden, aber siehe da, bei den Großbanken und Sparkassen ist es teilweise noch schlimmer, da sind die Betriebsergebnisse teilweise auf 0,3 zurück gegangen *freu*

Auch im Geno Bereich gibt es seit Jahren schon viele Fusionen und vieles hat sich geändert, aber diese Fusionen (2 hab ich bereits mitgemacht) verlaufen meistens noch gesund. Bisher gab es wenigsten bei uns aufgrund von Fusionen keine entlassungen, selbst jetzt wio wir selber 3 Zweigstellen schliessen werden keine Mitarbeiter entlassen, sondern es gibt einige Damen die möchten nur noch halbe Tage arbeiten und dann gibt´s halt Jobsharing!!
Ich bin froh das ich bei so ner kLitsche arbeiten darf 130 Mitarbeiter, da wird man noch als Mensch behandelt und nicht als Nummer!!!

Man merkt aber das der Druck immer stärker wird, aber man wächst mit seinen anforderungen.

So Mittagspause

gruß
mothy
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erzengel:

Hehe, einen Grünen für den Sir o.T.

 
10.01.02 12:57
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