Kriegsfurcht und Börsenmalaise: Schubkraft für den Goldpreis
Comeback. Gold ist so teuer wie vor drei Jahren. Ein Ende des stetigen Preisanstiegs ist noch nicht abzusehen.
LONDON. Für Marktexperten scheint es im Moment nur eine Frage der Ordnung, die Gründe für den Anstieg des Goldpreises in der "richtigen" Reihenfolge zu nennen. Als letzter wesentlicher Auftriebsfaktor ist die Gefahr eines Krieges zwischen Indien und Pakistan hinzugekommen. Die Inder gelten weltweit als die größten Horter des gelben Metalls, wenn auch überwiegend in Schmuckform. "Gold kann demnächst ohne weiteres die 340 Dollar-Marke pro Unze erreichen," meint Peter Hillyard, von der ANZ Investmentbank in London. Als neuer Einflußfaktor habe sich zuletzt auch die wieder aufflackernde Angst vor neuen Terroranschlägen bemerkbar gemacht.
Als nicht mehr ganz neu gelten dagegen der schwächelnde Dollar und die Krise in Nahost als Auftriebsfaktoren für den Goldpreis, der allein seit Jahresbeginn um ein Sechstel zulegen konnte. Schon seit Wochen setzen Spekulanten an der Comex, der New Yorker Warenbörse, auf weiter steigende Preise.
Auch die enttäuschende Börsenentwicklung an vielen Aktienmärkten läßt inzwischen viele Anleger die Möglichkeit eines Neuengagements bei dem durch hohe Zinsen und die bombigen Börsengewinne der 90iger Jahre in Ungnade gefallenen klassischen Wertbewahrers in Erwägung ziehen. Zuvor hatte für Anleger jahrelang die Faustregel gegolten, höchstens fünf Prozent ihrer Vermögen in Gold zu halten.
Wer sich zu Beginn des Jahres den Bergbau-Aktienindex XAU (unter Einschluß von Silber) an der Börse von Philadelphia gekauft hat, kann heute auf einen Gewinn von 60 Prozent blicken. Der Index hat den höchsten Stand seit zweieinhalb Jahren erreicht. Die Aktien einiger südafrikanischer, australischer oder auch amerikanischer Bergbaubetriebe verbuchten sogar Kursgewinne von über 100 Prozent.
Michael Jalonen von Merrill Lynch schließt Gold-Verkäufe einiger Anleger nach den letzten Kursanstiegen nicht aus, sei es an der Comex oder an den Aktienbörsen. Allerdings könnten diese Abgaben schnell wieder von Fonds und anderen Käufern aufgegriffen werden. Vor allem von jenen, die zuletzt kaum Gefallen an Gold fanden.
Selbst unter Ausschluß der Krisenfaktoren können die Fans des gelben Metalls gegenwärtig auch auf markante Verbesserung bei den Fundamentaldaten bauen. Etwa auf das bis auf weitere bei etwa 2600 Tonnen im Jahr stagnierende Abbauangebot. So müsse heuer eine "Fehlmenge" von bis zu 1500 Tonnen (200 Tonnen mehr als 2001) zur Deckung der deutlich höheren Nachfrage durch die Rückführung von Altgold und Verkäufe der Zentralbanken gedeckt werden. 15 dieser Institute sind allerdings unter dem Washingtoner Abkommen von 1999 angehalten, ihre jährliche Abgaben bis 2004 auf etwa 400 Tonnen zu begrenzen.
Jahrelang hatte die Ungewißheit über solche Verkäufe den Goldpreis mitunter stark einbrechen lassen, Mitte 1999 mit 253 Dollar auf ein 20-Jahrestief. Ferner machten umfangreiche Vorabverkäufe der Produzenten dem Preis schwer zu schaffen. Diese verzichten inzwischen weitgehend auf solche Verkäufe, weil sie in Zukunft stärker von dem steigenden Goldpreis profitieren wollen.
Comeback. Gold ist so teuer wie vor drei Jahren. Ein Ende des stetigen Preisanstiegs ist noch nicht abzusehen.
LONDON. Für Marktexperten scheint es im Moment nur eine Frage der Ordnung, die Gründe für den Anstieg des Goldpreises in der "richtigen" Reihenfolge zu nennen. Als letzter wesentlicher Auftriebsfaktor ist die Gefahr eines Krieges zwischen Indien und Pakistan hinzugekommen. Die Inder gelten weltweit als die größten Horter des gelben Metalls, wenn auch überwiegend in Schmuckform. "Gold kann demnächst ohne weiteres die 340 Dollar-Marke pro Unze erreichen," meint Peter Hillyard, von der ANZ Investmentbank in London. Als neuer Einflußfaktor habe sich zuletzt auch die wieder aufflackernde Angst vor neuen Terroranschlägen bemerkbar gemacht.
Als nicht mehr ganz neu gelten dagegen der schwächelnde Dollar und die Krise in Nahost als Auftriebsfaktoren für den Goldpreis, der allein seit Jahresbeginn um ein Sechstel zulegen konnte. Schon seit Wochen setzen Spekulanten an der Comex, der New Yorker Warenbörse, auf weiter steigende Preise.
Auch die enttäuschende Börsenentwicklung an vielen Aktienmärkten läßt inzwischen viele Anleger die Möglichkeit eines Neuengagements bei dem durch hohe Zinsen und die bombigen Börsengewinne der 90iger Jahre in Ungnade gefallenen klassischen Wertbewahrers in Erwägung ziehen. Zuvor hatte für Anleger jahrelang die Faustregel gegolten, höchstens fünf Prozent ihrer Vermögen in Gold zu halten.
Wer sich zu Beginn des Jahres den Bergbau-Aktienindex XAU (unter Einschluß von Silber) an der Börse von Philadelphia gekauft hat, kann heute auf einen Gewinn von 60 Prozent blicken. Der Index hat den höchsten Stand seit zweieinhalb Jahren erreicht. Die Aktien einiger südafrikanischer, australischer oder auch amerikanischer Bergbaubetriebe verbuchten sogar Kursgewinne von über 100 Prozent.
Michael Jalonen von Merrill Lynch schließt Gold-Verkäufe einiger Anleger nach den letzten Kursanstiegen nicht aus, sei es an der Comex oder an den Aktienbörsen. Allerdings könnten diese Abgaben schnell wieder von Fonds und anderen Käufern aufgegriffen werden. Vor allem von jenen, die zuletzt kaum Gefallen an Gold fanden.
Selbst unter Ausschluß der Krisenfaktoren können die Fans des gelben Metalls gegenwärtig auch auf markante Verbesserung bei den Fundamentaldaten bauen. Etwa auf das bis auf weitere bei etwa 2600 Tonnen im Jahr stagnierende Abbauangebot. So müsse heuer eine "Fehlmenge" von bis zu 1500 Tonnen (200 Tonnen mehr als 2001) zur Deckung der deutlich höheren Nachfrage durch die Rückführung von Altgold und Verkäufe der Zentralbanken gedeckt werden. 15 dieser Institute sind allerdings unter dem Washingtoner Abkommen von 1999 angehalten, ihre jährliche Abgaben bis 2004 auf etwa 400 Tonnen zu begrenzen.
Jahrelang hatte die Ungewißheit über solche Verkäufe den Goldpreis mitunter stark einbrechen lassen, Mitte 1999 mit 253 Dollar auf ein 20-Jahrestief. Ferner machten umfangreiche Vorabverkäufe der Produzenten dem Preis schwer zu schaffen. Diese verzichten inzwischen weitgehend auf solche Verkäufe, weil sie in Zukunft stärker von dem steigenden Goldpreis profitieren wollen.