Konzerne verdienen mehr denn je


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EinsamerSam.:

Konzerne verdienen mehr denn je

 
17.05.05 09:10
Fünf Dax-Unternehmen glänzen im ersten Quartal mit Gewinnen von mehr als einer Milliarde

Konzerne verdienen mehr denn je

Deutschlands Konzerne starten durch und koppeln sich von der schwachen gesamtwirtschaftlichen Dynamik im Lande ab. Im ersten Quartal 2005 verdienten die im Deutschen Aktienindex (Dax) notierten 30 größten Unternehmen 17 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum – und damit so viel wie noch nie.

DÜSSELDORF. Zuletzt hatte Thyssen-Krupp seine Bilanz präsentiert und den Gewinn verdreifacht. Insgesamt übertrafen in den ersten drei Monaten 13 Dax-Unternehmen die Erwartungen der Analysten, sieben davon sogar deutlich. Während die meisten Konzerne die Erwartungen erfüllten, blieben nur Siemens und Infineon klar hinter den Prognosen zurück. Am positivsten überraschten der Bayer-Konzern und die Deutsche Bank. Ihre Ergebnisse lagen 43 beziehungsweise 31 Prozent über den Schätzungen der Investmentbanken. Das zeigen Berechnungen der DZ-Bank, die dem Handelsblatt vorliegen.

Nach dem erfolgreichen Jahresauftakt haben die großen Investmentbanken ihre Gewinnschätzungen für die Dax-Unternehmen für das Gesamtjahr angehoben. Üblicherweise werden in den ersten drei Monaten die Schätzungen nach unten korrigiert. Der Finanzdienstleister JCF rechnet jetzt damit, dass die Firmen ihre Gewinne gegenüber 2004 um 21 Prozent steigern werden. Das ist ein Prozentpunkt mehr, als am Jahresanfang erwartet wurde. Bei JCF laufen die Prognosen der großen Investmentbanken und der Unternehmen zusammen.

Im Jahresverlauf wird zwar gut die Hälfte des Gewinnzuwachses auf die neuen Bilanzierungsregeln (IFRS) zurückzuführen sein. Danach führen veränderte Abschreibungsregeln zu einem höheren Gewinn. Auch ohne diesen Effekt werden die Unternehmen das Ergebnis stärker steigern, als es dem Durchschnitt von 7,5 Prozent in den letzten 20 Jahren entspricht. Bereits 2004 hatten die deutschen börsennotierten Firmen 20 Prozent mehr verdient als im Boomjahr 2000.

Abgesehen von den enttäuschenden Quartalsergebnissen von Siemens und Infineon, den erwarteten Verlusten von Tui und Lufthansa sowie den durchwachsenen Ergebnissen im Automobilbereich sprudelten bei vielen Dax-Konzernen die Gewinne. Mit Allianz, Deutscher Bank, Deutscher Telekom, Eon und Thyssen-Krupp überschritten erstmals gleich fünf Unternehmen beim Nettogewinn die Marke von einer Mrd. Euro. Der Energiekonzern Eon wies mit 1,46 Mrd. Euro den höchsten Quartalsgewinn aller Dax-Unternehmen aus. Am positivsten überraschte die Chemiebranche. Anders als bei der Mehrheit der Dax-Unternehmen verdanken BASF und Bayer ihre Rekordgewinne anziehenden Produktpreisen und deutlich höheren Umsätzen.

Ansonsten steht den Konzerngewinnen nur ein geringes Umsatzplus von durchschnittlich 1,5 Prozent gegenüber. Dagegen war der Umsatz in den sechs Vorquartalen zwischen 2,9 und 8,3 Prozent gewachsen. „Die aktuelle Abschwächung entspricht weitestgehend der schwächeren Konjunkturentwicklung im Euro-Raum“, sagt Christian Kahler von der DZ-Bank.

Neben der schwachen Umsatzentwicklung trüben die zurückhaltenden Ausblicke vieler Unternehmen das insgesamt positive Bild der Dax-Konzerne. Zwar erwartet kein Spitzenmanager, dass die Geschäfte einbrechen werden, aber selbst der erfolgreiche Autoproduzent BMW will keine Quartalsprognosen abgeben. „Die Unternehmen halten sich nach wie vor bedeckt. Hier spiegelt sich die konjunkturelle Verunsicherung wider“, sagt Carsten Klude von der Privatbank M.M. Warburg.

Die Börsen konnten vom Gewinnboom der Unternehmen nicht profitieren. Der Dax hat seine seit Jahresbeginn erzielten Gewinne wieder eingebüßt. Verantwortlich hierfür sind auch die sich eintrübenden Perspektiven der Weltwirtschaft. Hinzu kommt, dass die Firmenergebnisse zwar weiter zulegen, sich das Gewinnwachstum aber abschwächt. In den letzten fünf Quartalen hatten die Dax-Unternehmen jeweils mehr als 50 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal zugelegt – allerdings bei einer niedrigen Ausgangsbasis, weil sich die Unternehmen mit dem schwachen Jahr 2003 maßen. „Marktteilnehmer gehen von einer deutlichen Abschwächung des Wachstums und gleichzeitig noch erheblichen Zinsanhebungen in den USA aus. Diesem Szenario schließen wir uns aber nicht an und sind deshalb verhalten optimistisch für die Börsen“, sagt Matthias Jörss von der Privatbank Sal. Oppenheim. Er hält an seinem Jahresziel für den Dax von 4 600 Punkten fest.

Quelle: HANDELSBLATT, Dienstag, 17. Mai 2005, 07:29 Uhr

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